Gewisse Krisenerscheinungen heutiger Wissenschaft sind unübersehbar. Eine neue Wissenschaftsfeindlichkeit, wachsende Angst vieler Menschen vor der hemmungslosen Umsetzung wissenschaftlicher und technischer Möglichkeiten und zunehmende Hinwendung zum Irrationalismus sind einige dieser Symptome.
Wie es aussieht, befindet sich die Wissenschaft an einem kritischen Punkt ihrer Entwicklung. Vielleicht kann eine Analyse der Ursachen und Hintergründe und das Aufzeigen eines neuen Wissenschaftsideals aus wissenschaftsliebender weiblicher Sicht helfen, diese Krise zu überwinden.
So setze ich der alten männlichen, macht- und rechthaberischen Parole des "Wissen ist Macht" eine weibliche, machtfreie Alternative, einen neuen Anspruch an die Wissenschaft entgegen: "Wissen ist Beziehung". (Macht ist nur eine Beziehungsform von vielen.) Mit dieser Erweiterung des Wissen(schaft)s-Ideals eröffnet sich die Möglichkeit hin zu einer auch für Frauen leichter zugänglichen "heiteren Wissenschaft".
Auf erkenntnistheoretischer Ebene stellt sich die Frage für mich so, daß ich weniger nach den Inhalten wissenschaftlicher Erkenntnisse frage, als nach den Methoden, mit deren Hilfe diese Erkenntnisse zustande gekommen sind.
Bitte haben Sie Verständnis, wenn auf dieser und den Folgeseiten erst Anfänge dieses Planes realisiert sind. Die Arbeit daran wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen, doch ich hoffe, bereits jetzt interessante Gedanken zur Diskussion stellen zu können.
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