Als Eddington im Jahr 1919 diesen "Beweis" antrat, hatte der eine über das wissenschaftliche Ereignis hinausgehende riesige politische Tragweite.
Der 1. Weltkrieg hatte vor allem bewiesen,
daß Krieg zum Hemmnis der internationalen Zusammenarbeit der Wissenschaftler geworden war. Wissenschaft ist international, benötigt als grundlegende Bedingung ihrer Weiterentwicklung also den Frieden.
Die Nationen waren verfeindet, die Wissenschaftler durften nicht mehr miteinander reden, nicht mehr zusammenarbeiten. Da war dieses spektakuläre Ereignis bestens geeignet,
den internationalen und friedliebenden Charakter der Wissenschaft zu zeigen und die Sprachlosigkeit zu überwinden.
Dieser Beweis hatte also weniger eine wissenschaftliche als eine politische Bedeutung. Wenn diese der Grund war, die Relativitätstheorie so hochzujubeln, dann hat sie ihren Zweck bestens erfüllt.
Dafür gebührt in meinen Augen sowohl Einstein als auch Eddington noch heute höchste Anerkennung und Respekt. Daß ausgerechnet Einstein dazu beitrug, daß die Atombombe gebaut wurde, ist die Kehrseite der Medaille, die Tragik des Wissenschaftlers schlechthin:
Welche Verantwortung kann und muß ein Wissenschaftler für die Ergebnisse seiner Arbeit und für deren Verwendung übernehmen?
Ich denke, diese Frage steht heute mehr als damals, nach dem Abwurf der Atombomben, auf der Tagesordnung!