| 1. Glaube und Feindschaft |
Wissenschaftsgläubigkeit und Wissenschaftsfeindlichkeit sind die zwei Pole im "männlich-polaren" Denkschema. "Weiblich-komplexes" Denken erweitert um den dritten Punkt " Allmachtsphantasien und Mißbrauch" zur Dreiheit, zur Fläche, innerhalb der sich heutige Wissenschaft wesentlich vollzieht.
Ich setze voraus, daß Ihnen genug Beispiele dieser drei Komponenten bekannt sind.
Hinter all diesem Krieg und Mißbrauch und Haß, hinter Dummheit und Ignoranz, die sich ebenfalls in diesem Dreieck verstecken, ist eine Komponente der Wissenschaft fast völlig aus dem Auge der Öffentlichkeit verschwunden:
Der unbegrenzte Erkenntnisdrang der Menschen. |
|
| 2. Abneigung |
Ja, auch dieses Wort muß ganz groß geschrieben werden, wenn es um Beziehungen von Menschen zur Wissenschaft geht: Abneigung gegen Wissen!
Wie vielen Schülerinnen und Schülern ist all ihr Erkenntnisdrang, ihre Neugier auf die Welt durch den Mathematik- und Physikunterricht ausgetrieben worden. Schon viel zu lange wird diese Erscheinung tatenlos beklagt. Ich kann mir nicht helfen, es wirkt eher wie Krokodilstränen denn wie echte Ratlosigkeit.
Wissens-Shows, Fernsehsendungen, die die Zuschauer fastfood-mäßig mit Faktenwissen vollstopfen, gaukeln nur vor, es würde endlich eine Wende vollzogen.
Doch das Prinzip ist und bleibt das alte:
entwickelt und geprüft wird nach wie vor die Fähigkeit, Fremdwissen möglichst fehlerfrei ("wörtlich") wiederzugeben.
Die eigentliche Aufgabe der Wissenschaft, das "Selbstdenken", das eigenaktive Aneignen und Verstehen (!) der Welt zu erleichtern, ist immer noch in weiter Ferne ....
|
|
| 3. Krisen-Zeichen: Nachwuchs-Mangel |
Mal wieder war im TV zu hören, wie schwer es heutzutage sei, überhaupt noch junge Menschen, Abiturienten, zu gewinnen, den Beruf des Lehreres in naturwissenschaftlichen Disziplinen, speziell in Mathematik und Physik zu ergreifen. Solange man jedoch nur den Spezialisten das Nachdenken über dieses Problem überläßt, wird die Lösung nicht zu finden sein.
Schüler, Eltern, Lehrer sollten ein Mitspracherecht haben, was wie gelehrt werden soll in diesen Fächern!!! |
|
| 4. Das "weibliche Denken" in der Physik |
Hierzu habe ich im Thema "Struktur der Materie" im Abschnitt über Kelvins Wirbelatom ein Beispiel geliefert, das gleichzeitig deutlich machen kann, wie in der Einbeziehung dieses "weiblichen Denkens" eine Ergänzung und qualitative Weiterentwicklung der Physik liegen kann: in der Berücksichtigung der bisher nicht nur "vergessenen" sondern direkt unterdrückten und bekämpften Wirbelmodelle.
Kelvins Wirbelatom war - wenn man so will - "weibliches Denken" im Kopf eines Mannes. Er war also der Physik seiner Zeit nicht nur im inhaltlichen Wissen und Denken, sondern auch und vor allem in der Methodik des Denkens weit voraus. Sein Wirbelatom ist demzufolge nicht nur Symbol neuer Atomvorstellungen, sondern vor allem Symbol einer neuen Denkweise in der Physik. |
siehe
Kelvin
Sollte jemand eine andere Begründung wissen für die Ablehnung des Wirbel-Denkens, bin ich gern bereit, diese hier mit einzubeziehen und zur Diskussion zu stellen. |
| 5. Krisen-Zeichen männliche Arroganz |
Die Frage, warum dieses Wirbeldenken in der Geschichte so vernachlässigt und verächtlich gemacht wurde, erhält mit dem Wissen, daß Spirale und Wirbel "weibliche Symbole" sind, eine überraschende Antwort:
Es könnte mit der Ablehung des weiblichen Wissens durch Männer allgemein zusammenhängen.
Diese Ablehnung und Arroganz zu überwinden und sich dem "weiblichen" Wissen und Denken zu öffnen, könnte folglich ein Weg sein, die gegenwärtige Krise der Physik zu überwinden.
Daß dies der Hauptweg, der gegenwärtig einzige Weg ist, werde ich mit der weiteren Gestaltung dieser Website versuchen zu beweisen. |
siehe auch die FRAGEN-Übersicht:
Fragen |
| 6. Krisenzeichen jahrelang das gleiche Gejammer |
Hier will ich als Beispiel nur ein Zitat bringen:
Aus dem Grußwort der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Dr. Annette Schavan, anläßlich der 11. Physikerinnentagung 2007 in Osnabrück:
|
Textauszug als jpg-Datei
aus dem Programmheft - die ersten Sätze des Grußwortes von Frau Dr. A. Schawan
siehe auch DPT 2007
|
| 7. Die Suche nach einer inhaltlichen Erneuerung der Physik |
Das Erschreckende an dieser Suche ist, daß sich viele sozusagen wie "Wellenreiter" auf der Krise produzieren: "Seht her, was ich alles kann!": Leute, die irgendeiner spleenigen Idee (z. B. die "Abschaffung der Masse"), irgendwelche "neuen" Theorien, Verbesserungen und Weiterentwicklungen verkünden, die sie dann "neue Physik", "wissenschaftliche Physik", "alternative Physik" usw. nennen. Man hat gar nicht die Zeit, aus der Fülle der angebotenen angeblich neuen Modelle und Theorien die herauszufiltern, in denen wirklich Neues zu finden ist.
Meist findet man dort die gleichen Denkfehler (nur andersherum) wie in der traditionellen Physik, wirklich gute Analysen des Ist-Zustandes und erkenntnistheoretisch fundierte Ausblicke auf die Zukunft der Physik sind dagegen rar und äußerst schwer zu finden.
Vielleicht ist es ja in den Wissenschaftszentren anders (was ich bezweifle), doch aus meiner Sicht als Außenseiterin, der nur das Internet als Recherche- und Informationsmöglichkeit bleibt, ist es außerordentlich schwierig, an gute Informationen heranzukommen. |
|
R. Laughlins Buch:
Vom Ende des Zeitalters des Reduktionismus und dem Beginn eines neuen Zeitalters der "Emergenz" in der Physik
|
Um so glücklicher bin ich, daß "Jim", der mir auch die Teilnahme an der Physikerinnentagung 2007 finanziell ermöglichte, mir ein Buch geschenkt hat, das einen unglaublich brauchbaren Gedanken für die inhaltliche Weiterentwicklung der Physik enthält. Das für mich so Schöne an den Erkenntnissen von Prof. Robert B. Laughlin (*1950, Nobelpreis für Physik 1998), die er in seinem Buch "Abschied von der Weltformel - die Neuerfindung der Physik" vorstellt, ist, daß er aus seiner internen, fachlichen Sicht induktiv auf genau die gleiche Lösung gekommen ist, wie ich aus meiner sogenannten "weiblichen", der allgemeinen erkenntnistheoretischen Analyse der Denkmethode in der heutigen Physik in rein deduktiver Weise.
Da ich das Buch erst jetzt (Ende Januar 2008) gelesen habe, werde ich erst in nächster Zeit inhaltlich ausführlicher (in den Fremdtexten) darauf eingehen können. Hier sei es vorerst nur erwähnt, in der Hoffnung, viele Besucher dieser Website anzuregen, das Buch zu lesen. |

 |
|