Ausgewählte Informationen zu einzelnen Tagungen
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tlw. mit Links zu ausführlicheren Informationen) |
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| 3 (ggf. 1 ) geschlechts-spezifisches Interesse an NaWi |
Vortrag von Doris Elster—Leibniz Institut für Pädagogik der
Naturwissenschaften der Universität Kiel
In welchen Kontexten sind naturwissenschaftliche Inhalte für
Mädchen interessant? - Neue Ergebnisse zum Interesse von Mädchen
an den Naturwissenschaften
ROSE (The Relevance of Science Education)
ist eine internationale Vergleichserhebung
zum geschlechterspezifischen
Interesse Jugendlicher an den Naturwissenschaften. Dazu wurde von einem internationalen ForscherInnenteam
unter der Leitung von Svein Sjoberg(Universität Oslo, Norwegen) ein Fragebogen
entwickelt und in mehr als 40 Ländern eingesetzt. Im Schuljahr 2004/05 wurden in Deutschland
und Österreich 1250 Schülerinnen und Schüler am Ende der Sekundarstufe 1 befragt. Die Ergebnisse
geben Aufschluss darüber, in welchen Kontexten naturwissenschaftliche Inhalte speziell
für Mädchen interessant sind und erlauben Rückschlüsse auf die Veränderung des Interesses in
den letzten zehn Jahren. Davon ausgehend lassen sich Impulse für eine Unterrichtskonzeption in
geschlechterspezifischen Interessens-kontexten ableiten. |
DPT 2006 |
| 1 Didaktik - phänomenologischer Unterricht |
Gabriele Krüger and Lutz-Helmut Schön —
Humboldt-Universitätt zu Berlin, Institut für Physik,
Didaktik der Physik,
Phänomenorientierter Unterricht in den Klassenstufen 5 und 6:
Das
Spiegelbild als Einstieg in die Optik
Der Begriff des phänomenorientierten
bzw. phänomenologischen Unterrichts
wird in der Fachdidaktik nicht einheitlich
verwendet. Bei
” unserem“ phänomenorientierten
Unterricht spielen die Beobachtungen der Schülerinnen und Schüler eine zentrale
Rolle. Auf der Grundlage von Verknüpfungen unterschiedlicher Beobachtungen kommen sie zu
Systematisierungen und Erklärungen. Zu einem mehr an physikalischen Modellen orientierten Unterricht
besteht ein grundlegender Unterschied: Dort stellen die Modelle Expertenwissen dar, das
den Schülerinnen und Schülern mit stärker instruktiven Unterrichtsmethoden vermittelt werden
muss.
Die Bedeutung des phänomenorientierten Unterrichts liegt darin, dass die Schülerinnen und Schüler
Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen. Sie erwerben Fachwissen und übergeordnete Kompetenzen.
Im Vortrag soll anhand von Unterrichtsbeispielen dargestellt werden, was wir unter Phänomenorientierung verstehen wollen. Es wird ein Unterrichtsvorschlag vorgestellt, bei dem das Spiegelbild
den Einstieg in die Optik darstellt. |
DPT 2006 |
| 3 Frauen in der Geschichte der Physik |
Bei der Durchsicht der angebotenen Veranstaltungen fiel mir die Ausstellungsankündigung auf:
Von der Antike bis zur Neuzeit
– der verleugnete Anteil der Frauen an der Physik
"Aus Anlass der Physikerinnentagung 2005 in Darmstadt, kehrt die Wanderausstellung über die Physikerinnengeschichte nach 12 Jahren an ihren Entstehungsort zurück. Gezeigt werden Physikerinnenportraits aus
mehreren Jahrhunderten, nicht nur die durchaus bekannten Frauen wie Marie Curie oder Lise Meitner, sondern
auch Emilie du Chatelet oder Mary Somerville. ..." |
DPT 2005 |
| 3 Unterschied Mann-Frau in Wiss. |
Aus den Abstacts zu den Vorträgen wieder einige ausgewählte Beispiele:
Petra Rudolf (Uni Groningen): Arbeitsweise, Produktivität und Selbsteinschätzung bei Männern und Frauen in der Wissenschaft
Forschen wir anders als die Männer? Wird unsere wissenschaftliche Produktivität anders beurteilt? Sehen wir unsere beruflichen Erfolge anders?
Diese drei Fragen möchte ich anhand von Untersuchungen, die in Europa, U.S.A. und Japan über das Peer-Review System, die Anzahl der veröffentlichten Artikel und den Verlauf von Vorstellungsgesprächen erschienen sind, besprechen. Leider gibt es noch nicht genug Studien über diese Themen, doch zeichnen sich aus den wenigen, die ich gefunden habe, deutliche Trends ab. Daraus ergibt sich, dass wir unbedingt:
- selbstbewusster sein müssen und unser Licht nicht unter den Scheffel stellen dürfen
- uns über Vorurteile bewusst sein müssen, die sowohl männliche als auch weibliche Gutachter haben
- für unsere Art Probleme anzugehen mehr Werbung machen und sie besser verteidigen müssen.
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DPT 2004 |
| 3. Mann-Frau |
Maike Süthoff(goING Aachen): Frauen in Führungspositionen - Wieviel Weiblichkeit vertragen eher männliche geprägte Systeme?
Wir stoßen in weiblichen Systemen auf wenig Bereitschaft zum wirtschaftlichen Denken und Handeln. In männlichen Systemen mangelt es häufig an Wertschätzung für das Individuum. Stoßen sich gegenteilige Systeme ab?
Frauen zeigen ein großes Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Davon leitet sich das Streben nach Harmonie ab. Wir gehen selten in die offene Konkurrenz.
In Männersystemen, wie der Industrie und in den oberen Hierarchieebenen finden wir ein gegenteiliges System.
Wie gehen wir mit der Situation um, wenn wir an die Spitze streben? Wie können wir uns ausbalancieren?
Uns hilft der Blick auf das System, das systematische dahinter.
Frauen und Männer verfügen im Trend über unterschiedliche Stärken. Im gemischgeschlechtlichen Tandem können diese rasante Lösungen entwickeln helfen.
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DPT 2004 |
| 3. Mann-Frau |
Judith Ebach (Uni Koblenz-Landau): Mehr Frauen in Naturwissenschaft und Technik! - Das Ada-Lovelace-Projekt stellt sich vor -
Trotz gleicher Bildungschancen für Mädchen und einem bundesweiten Abiturientinnenanteil von mittlerweile 54 % nutzen die jungen Frauen die Chancen der naturwissenschaftlich-technischen Berufe noch viel zu wenig. Ausgehend von der Analyse der Beteiligung junger Frauen an Naturwissenschaft und Technik werden mögliche Ursachen für den geringen Frauenanteil in diesen Studien- und Arbeitsfeldern aufgezeigt. Mögliche Ursachen sind z.B. das Fehlen weiblicher Vorbilder und die leider oft geringe Selbsteinschätzung eigener technischer Kompetenzen durch Mädchen und junge Frauen. Das Ada-Lovelace-Projekt, ein Mentorinnen-Netzwerk in Rheinland-Pfalz setzt hier an und versucht junge Frauen für eine naturwissenschaftlich-technische Berufs- und Studienwahl zu interessieren und zu ermutigen, Ihnen attraktive Studien- und Berufsfelder aufzuzeigen und sie auch während des Studiums zu unterstützen. Dies geschieht mit Hilfe weiblicher Vorbilder und einem attraktiven Angebot, Naturwissenschaft und Technik hautnah zu erleben und positiv zu erfahren. In dem Vortrag werden die Ziele, die Methoden und die vielfältigen Angebote des Ada-Lovelace-Projektes sowie Ergebnisse der Projektarbeit vorgestellt. Der Vortrag wird ergänzt durch ein Poster zum Ada-Lovelace-Projekt. |
DPT 2004 |
| 2. Wiss.-Krit. |
Annabella Claudia Hoffmann
Inkonsistenzen in Einsteins Theorien
Auch wenn sich die Theorie-Modelle und Formeln in Einsteins Theorien in der Praxis zu bestätigen scheinen, so ergeben sich bei genauerer Betrachtung eine Reihe von grundsätzlichen Inkonsistenzen, was die Relation zwischen Formelmechanismus und Modellbeschreibung angeht. Diese gravierenden Lücken scheinen auch Einstein bekannt gewesen zu sein, wie aus Textquellen nachzuweisen ist. Doch das Seltsame ist nicht diese Tatsache, sondern, dass diese fundamentalen Beweislücken bis heute ignoriert werden. |
DPT 2002 |
| 3. Frau oder Kumpel? - das Problem der Physikerinnen auf eine kurze Losung gebracht |
Frau Professor Karin Jacobs, Experimentalphysikerin in Saarbrücken, wird am 7. 11. 2003 auf der ersten Seite der Tageszeitung "Augsburger Allgemeine" zitiert:
"Es gibt sehr viel naturwissenschaftliches Potenzial unter den Mädchen, aber sie trauen sich nicht."
und
(Zitat aus dem Artikel)
"Jacobs ärgert sich besonders, dass Frauen damit kokettieren, von Naturwissenschaft und Technik verstünden sie nichts."
und Zitat Jacobs:
"Wenn ein Mädchen einen Motor zerlegen kann, wird sie von Jungs als Kumpel wahrgenommen, aber nicht als Frau." |
DPT 2003
Der Bericht über eine "Fachtagung" von Physikerinnen stand unter der Überschrift: "Physikerinnen zeigen Flagge in einer angeblichen Männerdomäne"
Nebenbei:
"Flagge zeigen"
ist ein typisches Beispiel für eine männerverständliche Sprache. |
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| 3. und 1. |
Judith Ebach
Mehr Frauen in Naturwissenschaft und Technik! - Das Ada-Lovelace-Projekt stellt sich vor
Trotz gleicher Bildungschancen für Mädchen und einem bundesweiten Abiturientinnenanteil von mittlerweile 54 % nutzen die jungen Frauen die Chancen der naturwissenschaftlich-technischen Berufe noch viel zu wenig. Ausgehend von der Analyse der Beteiligung von Frauen an Naturwissenschaft und Technik werden mögliche Ursachen für den geringen Frauenanteil in diesen Studien- und Arbeitsfeldern aufgezeigt. Das Ada-Lovelace-Projekt, ein Mentorinnen-Netzwerk in Rheinland-Pfalz setzt hier an und versucht junge Frauen für eine naturwissenschaftlich-technische Berufs- und Studienwahl zu interessieren und zu ermutigen, Ihnen attraktive Studien- und Berufsfelder aufzuzeigen und sie auch während des Studiums zu unterstützen. Es werden die Ziele, die Methoden und die vielfältigen Angebote des Ada-Lovelace-Projektes sowie Ergebnisse der Projektarbeit vorgestellt. Der Vortrag wird ergänzt durch ein Poster der Ada-Lovelace-Gruppe des RheinAhrCampus in Remagen.
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DPT 2002
Das ist kein Fehler von mir, daß ich Beiträge der DPT 2002 und 2004 durcheinander gebracht habe. Es sind wirklich diese Beiträge auf beiden Tagungen gehalten worden - und das hat noch einen ausgesprochen positiven Aspekt, den ich in den Reflexionen aufzeigen werde |
| 3. und 1. |
Martina Meyer zur Heide
Girls' Day
Am Girls' Day laden eine Vielzahl von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen Schülerinnen der Klassen 5 - 10 für einen Tag zu einem Besuch ihrer Arbeitsstätten ein. Insbesondere zukunftsorientierte, technische und techniknahe Berufsfelder, die Mädchen im Prozess der Berufsorientierung nur selten in Betracht ziehen, rücken auf diese Weise in ihr Blickfeld. Die bundesweite Aktion wurde 2001 gestartet, dieses Jahr fanden schon fast 1300 Girls' Day-Veranstaltungen für über 40.000 Mädchen statt. Nächstes Jahr wird am 8. Mai 2003 der nächste Girls' Day stattfinden. Die bundesweite Koordination des Girls' Day liegt beim "Kompetenzzentrum Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie" in Bielefeld. Informationen zum Girls' Day sind auf der Homepage www.girls-day.de zu finden. In diesem Vortrag werde ich über die Hintergrundideen des Girls' Day, die Erfolge der diesjährigen Aktion und die Planung für das nächste Jahr berichten. |
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| 2. |
Hanna Nowak
Das Standard Modell der Teilchenphysik - war das schon alles ? Quarks und Leptonen - geordnet in drei Familien - beschreiben im Prinzip die Welt der Elementar-teilchen. Das Standard Modell der Elementarteilchen benoetigt von den 4 uns bekannten fundamentalen Kraeften drei : die elektromagnetische, die schwache und die starke Kraft. Aber es bleiben ein paar fundamentale Fragen offen : Was gibt den Teilchen die Masse ? Wo bleibt die Gravitation in diesem Bild ? Gibt es eine Vereinigung der Kraefte ? Supersymmetrie ( SUSY ) ist eine moegliche Loesung fuer diese Probleme. Aber bis heute wurden keine supersymmetrischen Teilchen gefunden. Der Vortrag beschreibt die Suche nach diesen Teilchen, zeigt, welche Informationen die Astrophysik der Teilchenphysik gibt und welchen Einfluss das auf den Bau neuer Teilchenbeschleuniger haben kann. Der Vortrag ist ausdruecklich ausgerichtet auf Kollegen und Kolleginnen, die nicht Teilchen- oder Astrophysik als Arbeitsgebiet gewaehlt haben. |
(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.) |
| 2. |
Anja Ohmer
Ästhetik zwischen Chaos und Ordnung - Zur Komplexität der Literatur
C.P. Snows Begriff des "Zwei- Kulturen- Problems" ist heute ebenso aktuell wie ungelöst. Unser Wissen nimmt zwar expotentiell zu, aber es zerfällt in zahllose Disziplinen mit jeweils eigenen Methoden und Sprachen. Der Graben zwischen der naturwissenschaftlich- technischen und der geisteswissenschaftlichen Denkweise scheint unüberwindbar. Ein Blick auf die Forschung der deutschen Germanistik zeigt deutlich, daß die Inhalte der Naturwissenschaften von der Literaturwissenschaft bislang nicht ausreichend ernst genommen werden. Sie werden als Beitrag zu einem Selbstverständnis von Literatur nicht in Betracht gezogen.
Fasst man aber den literarischen Text ein fundamental komplexes System auf, dann ist es sinnvoll sich eines Instrumentariums zu bedienen, das solche Systeme adäquat beschreiben kann. Mit der Chaostheorie als übergeordneten Referenzrahmen können wir Literatur und Physik in einen interdisziplinären Dialog führen und auf inhärente Vernetzungen hin befragen. Der Vortrag zeichnet die Komplexität der Literatur und der Chaostheorie nach und bietet einen Einblick in die analytische Auseinandersetzung mit den nicht weniger komplexen Textnetzen. |
(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.) |
| 2. und 3. |
Brigitte Ratzer
Quantenphysik und Weltbild
In meiner Dissertation untersuche ich die Interpretationen der Quantenphysik im Zeitraum 1925-1938 anhand öffentlicher Reden von theoretischen Physikern.
Neben anderen Ergebnissen konnte gezeigt werden, dass die unterschiedlichen Interpretationen mit dem jeweiligen institutionellen Umfeld im Zusammenhang stehen. Das bedeutet zunächst, dass die Interpretationen der Quantenphysik nicht objektive Erkenntnisse sondern auch sozial geprägte "lokale Wahrheiten" sind. Sowohl nationale Zugehörigkeit, das konkrete Forschungsumfeld und dessen finanzielle Möglichkeiten als auch die Zugehörigkeit zu Netzwerken und peer groups beeinflussen nämlich die Theoriewahl. Ich möchte anhand der frühen Interpretationen der Quantenphysik zeigen, wie ein solcher "sozialer Einfluß" auf naturwissenschaftliche Theoriebildung aussehen kann. Der Vortrag wirft nicht zuletzt ein Licht auf die Frage, warum der Disput um die Interpretation der Quantenmechanik bis heute nicht befriedigend beigelegt werden konnte.
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(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.) |
| 3. |
Barbara Sandow (AKC)
Bericht über die 1. International Conference on Women in Physics
Die 1. IUPAP International Conference on Women in Physics [1] hat in Paris vom 7. bis 9. März stattgefunden.
Anliegen dieser Konferenz war es den Anteil der Frauen, die Physik studieren und als Wissenschaftlerin arbeiten wollen, zu erhöhen. Dazu gilt es neue Strategien zu entwickeln, um die Beteiligung von Physikerinnen in der Wissenschaft wirkungsvoll zu beeinflussen. Eine Voraussetzung dafür ist die Analyse der landesspezifischen Unterschiede und Ursachen. In Vorbereitung dieser Konferenz wurde dazu eine weltweite Umfrage gestartet. Unter anderem bestätigte diese Umfrage die Kenntnis, dass der prozentuale Anteil von Frauen in der Physik mit steigender Qualifikationsstufe rapide abnimmt. Dieser allgemeine Trend zeichnet sich auch in Ländern ab in denen mehr als 30% der wissenschaftlich arbeitenden PhysikerInnen Frauen sind.
Es haben Physikerinnen und Physiker aus 65 Ländern daran teilgenommen in 11 eingeladenen Vorträgen und Workshops zu 6 verschiedenen Themenkreisen, die oben erwähnten Schwerpunkten intensive zu diskutieren. Die Ergebnisse dieser Diskussionen und Eindrücke von der Konferenz sollen hier präsentiert werden |
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| 3. |
Annette Vogt
Der Mythos von der "männlichen Physik" oder eine Geschichte vergessener Physikerinnen.
Ausgehend von der Situation für Physikerinnen in der Gegenwart werden im Vortrag drei Aspekte der historischen Entwicklung behandelt. Die Ergebnisse sind zwei Langzeituntersuchungen der Autorin über Wissenschaftlerinnen in Deutschland von 1895 bis 1945 entnommen. Zunächst werden die Physikerinnen der frühen Neuzeit in ihrer Verortung im akademischen Bereich betrachtet, d.h. analysiert, wann und unter welchen Umständen diese ersten Physikerinnen wissenschaftlich tätig sein konnten.
Danach wird ein Überblick über die Physikerinnen in Deutschland zwischen 1895 und 1945 sowie ihre Verortung im Wissenschaftsbetrieb, ihre Chancen und Behinderungen sowie ihre Anerkennung in der "scientific community" gegeben. Diese Physikerinnen arbeiteten an Universitäten und in der außeruniversitären Forschung, in der Industrie und im Militär, waren zu ihren Lebzeiten bekannt und anerkannt.
Schließlich wird die Frage behandelt, wann und warum der Mythos einer "männlichen Physik" entstand, welche Motive dafür ausschlaggebend waren und welche Folgen dies zeitigte. Die bisherige Unterrepräsentanz von Physikerinnen bei Preisverleihungen sollte als Anregung genommen werden, bei der Benennung von Preisen, Stipendien und Gastprofessuren gezielter die - zu Unrecht vergessenen - Physikerinnen zu berücksichtigen. |
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| 3. |
Monika Bessenroth-Weberpals
Physikerinnen in Dual Career Couples: eine unterdrückte Mehrheit? Physikerinnen in Dual Career Couples: eine unterdrückte Mehrheit? Die AKC Umfrage "Physikerinnen und Physiker im Beruf. Gleiche Chancen für Männer und Frauen" hat ergeben, dass Physikerinnen zu mehr als 85 % mit einem Akademiker als Partner leben. Also leben sie sehr häufig als "Dual Career Couples" (DCCs) oder "Tandemkarrierepaare", d.h. als Paare, für die Karriere, Lebensplanung und Partnerschaft nicht zu trennen sind. In der Arbeitswelt treffen diese Paare häufig auf Ignoranz oder sogar Ablehnung ihrer spezifischen Schwierigkeiten. Nicht zuletzt dadurch gehen viele Frauen der Physik verloren oder arbeiten in Anstellungen mit schlechten Arbeitsbedingungen.
Dieser Beitrag möchte helfen, über diese Situation zu informieren und sie zu verbessern. Nach einer Definition der DCCs werden die grundsätzlichen Schwierigkeiten aufgezeigt, denen DCCs gegenüberstehen. Anschließend werden die Situationen von DCCs in Deutschland und in USA insbesondere im akademischen Bereich verglichen. Einige der amerikanischen Lösungsstrategien werde ich für deutsche Verhältnisse adaptieren, insbesondere eine strategische Anstellungsinitiative für DCCs in deutschen akademischen Institutionen. Das Ziel besteht in einer Wahrnehmung und Verbesserung der Situation von DCCs durch den Blickwechsel vom Einzelschicksal zu generellen Regelungen. |
DPT 2001 |
| 3. |
Martina Erlemann
Das Bild von Physikerinnen in den Medien : Suspekte Exotin oder leuchtendes Vorbild?
Die Vorstellungen der Öffentlichkeit von Physik sind vom Bild einer typisch männlichen Wissenschaft geprägt. Gerade auch Medien als Akteure in öffentlichen Diskursen beeinflussen maßgeblich, was die Öffentlichkeit sich unter Physik vorstellt. Sie (re)konstruieren ein Bild, das vorgibt, Physik und insbesondere PhysikerInnen zu repräsentieren. In diesen medialen Repräsentationen wird Physik mit maskulinen Attributen und Metaphern assoziiert, so daß sie scheinbar inkompatibel mit eher traditionellen Vorstellungen von Weiblichkeit wird. Vor dem Hintergrund dieser sozial konstruierten Unvereinbarkeit erscheint der Status quo, daß Frauen in der Physik eine mehr oder weniger subtil diskriminierte Minderheit darstellen, als geradezu praktische Konsequenz.
Für die Rolle der Printmedien stellen sich folgende Fragen: Wie werden PhysikerInnen dargestellt? Gibt es hier Unterschiede zwischen Physikern und Physikerinnen? Reproduziert sich wieder nur das Bild von Physik als einer Männerdomäne, in der Frauen unpassend wirken? Oder wird sich um eine differenzierte Darstellung bemüht, die Physik nicht ausschließlich mit Maskulinität assoziiert und darüber hinaus die Unterrepräsentanz von Frauen in der Physik als Problem diagnostiziert?
Anhand der Ergebnisse einer Untersuchung, die unter anderem eine qualitative Analyse der Repräsentationen von PhysikerInnen in den deutschen Printmedien umfaßte, soll diesen Fragen nachgegangen werden. |
DPT 2001
(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.) |
| 1. |
Elisabeth Frank
Der Schulversuch Physik - Impulse für einen geschlechtergerechten Unterricht
Im Schulversuch Physik entwickelte und erprobte ein Team von 10 Lehrkräften in den Klassen 10 und 11 von 14 koedukativen Gymnasien im Großraum Stuttgart ein völlig neues Konzept von Physikunterricht: Sensibilisierung der beteiligten Lehrkräfte für die Kategorie Geschlecht, neue Inhalte, neue Methoden, zeitweise Geschlechtertrennung. In allen untersuchten Bereichen (Interesse an Physik, Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, erreichte Noten am Ende von Klasse 11, Weiterwahl von Physik) zogen die Mädchen mit den Jungen gleich. Obwohl im Schulversuch der Blick auf die Mädchen zentriert war, entschieden sich nach dem Schulversuch weit mehr Jungen für Physik als in den Jahren zuvor.
Die Konzepte des Schulversuchs wurden inzwischen weiterentwickelt und in sämtlichen Klassenstufen erprobt. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf vielen konkreten , praxiserprobten Anregungen für naturwissenschaftliche Lehrkräfte, die mit einem attraktiven Physikunterricht beiden Geschlechtern gleichermaßen gerecht werden wollen. |
DPT 2001 |
| 3 Mann-Frau und die Verbesserung der Chancengleichheit |
Sybille Krummacher
TOTAL E-QUALITY -- Ein Konzept zur Verbesserung der Chancengleichheit in der Forschung
Seit Mai diesen Jahres können sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen nach einem speziell auf ihre Gegebenheiten abgestimmten Bewertungsverfahren für das TOTAL E-QUALITY Prädikat als sichtbares Zeichen für bereits umgesetzte Aktivitäten zur Verbesserung der Chancengleichheit bewerben. Mit dieser Auszeichnung soll künftig auch für wissenschaftliche Einrichtungen Transparenz der innovativen Projekte, Maßnahmen und Ideen, die die Gleichstellung von Frauen entscheidend voranbringen, hergestellt werden. Außerdem sollen Anreize geschaffen werden, auch im Wissenschafts-Betrieb gleichstellungspolitische Ideen in die Organisationsprozesse zu integrieren.
Das TOTAL E-QUALITY-Konzept geht zurück auf eine Konferenz des Netzwerks Positive Aktionen der Europäischen Kommission im Mai 1994 in Como und fußt auf der These, daß Chancengleichheit von Frauen und Männern den Unternehmen Vorteile im Wettbewerb verschafft und für innovative und zukunftsweisende Personalpolitik unerläßlich ist.
Im Vortrag werden die Zusammenhänge zwischen Total Quality Management und Chancengleichheitspolitik sowie das Selbstbewertungsinstrument, das dem Prädikat zugrundeliegt, erläutert. Am Beispiel des Forschungszentrums Jülich, das als erste von bisher zwei Forschungseinrichtungen bereits 1999 (d.h. noch nach dem allgemeinen Bewertungsverfahren) mit dem Prädikat ausgezeichnet wurde, werden Anregungen gegeben, wie sich eine wissenschaftliche Einrichtung für dieses Prädikat qualifizieren kann. |
DPT 2001
Dieses Thema hat es mir besonders angetan - rein sprachlich: die "Verbesserung der Chancengleichheit" - Welche Denkweise steckt hinter einer solchen Formulierung? |
| 3 Geschichte / Frauen |
Karin Reiche
Maria Reiche - die Entdeckerin der Linien und Figuren auf der Pampa von Nazca
Der Vortrag vermittelt neben Wissenswertem über Peru und die Nazca-Kultur Informationen über den Lebensweg, die Handlungsmotive und die Arbeitsergebnisse von Maria Reiche, der weltweit berühmtesten Absolventin, mit der sich die Technische Universität Dresden rühmen kann.
Sie begann 1924 ihr Studium der Mathematik, Physik und Geographie in Dresden. Zwei Semester studierte sie an der Universität in Hamburg bevor sie 1928 ihr Staatsexamen in Mathematik, Physik, Geographie, Philosophie sowie Pädagogik an der Technischen Hochschule in Dresden ablegte. Damit erwarb sie die Berechtigung, als Lehrerin tätig zu werden. Die Aussicht auf eine sorgenfreie Zukunft waren im Deutschen Reich 1931 schlecht, deshalb bewarb sie sich als Hauslehrerin beim deutschen Konsul in Cusco in Peru. Ihr Interesse an der alten Inka-Stadt Cusco war ein Grund, diese Stelle anzunehmen. Nachdem der Vertrag beendet war, verdiente sie ihren Lebensunterhalt hauptsächlich als Übersetzerin für die Universität in Lima. Dadurch wurde sie auf Untersuchungen in der Pampa von Nazca aufmerksam. 1946 begann sie hier ihre eigenen Forschungen. Es gelang ihr, den Schleier einer vergessenen Kultur zu lüften.
Die Figur der Spinne (Größe 47 Meter) war die erste Zeichnung, die sie im Juni 1946 fast zufällig entdeckte. Danach folgten weitere Figuren, Linien und Dreiecke. Jahrelang beschäftigte sich Maria Reiche mit der Frage, wie die Zeichnungen trotz ihrer großen Dimensionen in der Pampa so technisch und künstlerisch einwandfrei geschaffen worden waren. 1970 trat sie auf dem 40. Amerikanisten-Kongress in Lima auf und unterbreitete den Vorschlag, die Pampa unter Denkmalschutz zu stellen. Der Schutz der Pampa wurde in der Folgezeit zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben.
Ein kurzer Film stellt während des Vortrags die Entdeckungen von Maria Reiche auf der Pampa vor. |
DPT 2001 |
| 1 Widerspruch Theorie - Praxis bzw. Schule und eigene Erfahrung |
Hannelore Schwedes:
Warum fällt Schülerinnen und Schülern das Lernen von Physik so schwer ?
Von den Alltagsvorstellungen zur Sichtweise der Physik.
Noch immer ist die Auffassung bezüglich des Lehrens von Physik, daß ein Sachverhalt nur gut genug erklärt werden müsse, dann könne man ihn auch verstehen. Entsprechend einer im weitesten Sinne konstruktivistischen (Lern)theorie wird aber nur gelernt, was die Lernenden aufgrund der Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel in der (Lern)situation selbst konstruieren. Im Physikunterricht kommt es also darauf an, die SchülerInnenn selbst zu Erklärungen physikalischer Phänomene anzuregen. Allerdings greifen Schülerinnen und Schüler dabei - und anderes ist ihnen auch kaum möglich-, auf ihre Alltagserfahrungen, -Theorien und -Erklärungen zurück. Im lebensweltlichen Zusammenhang stellt dies in aller Regel kein Problem dar, im physikalischen Rahmen sind solche Erklärungen aber häufig falsch. Im Alltag z. B. verbrauchen wir Energie, in der Physik dagegen bleibt sie erhalten. Solche dem physikalischen Theoriegebäude widersprechende Alltagsansichten und -vorstellungen wurden als Ursache für die Lernschwierigkeiten ausgemacht und PhysikdidaktikerInnen auf der ganzen Welt haben sie in den letzen 20 Jahren auf allen Gebieten der Physik versucht zu erforschen. Es bestand die Hoffnung, daß solche Alltagskonzepte, wenn man sie denn erst einmal kennt, leicht zu korrigieren seien. Diese Hoffnung hat sich allerdings als trügerisch herausgestellt und sehr häufig war das Ergebnis von Unterricht äußerst unbefriedigend, weil die SchülerInnen physikalische Fragen auch nach dem Unterricht wie zu Beginn nur mit Hilfe ihrer Alltagsvorstellungen beantworteten und nicht mit Hilfe physikalischer Theorie. Lernprozeßforschungen wurden durchgeführt, um die Gründe für diese Resistenz zu erhellen. Lernwege wurden beschrieben, auf denen SchülerInnen sich allmählich physikalische Konzepte und eine physikalische Hinsicht auf die Welt aneignen. Dabei zeigte sich, dass SchülerInnen im Physikunterricht die Situation (einen Versuch, ein vorgestelltes Phänomen) meist ganz anders wahrnehmen und strukturieren als der/die LehrerIn, ja ihre Aufmerksamkeit auf einen anderen Gegenstand richten als er/sie, so dass im Unterrichtsgespräch SchülerInnen und LehrerInnen, ohne dass sie es merken, aneinander vorbeireden. Voraussetzung für das Lernen von Physik ist die Entwicklung eines physikalischen Phänomenhorizontes ohne den die SchülerInnen den Sinn der ganzen Beschäftigung mit physikalischen Problemen und Phänomenen nicht einsehen werden, ein gravierendes Problem von Physikunterricht, auf das Mädchen in der Regel noch sensibler reagieren als Jungen. An drei Beispielen, je eines aus der Mechanik, der Optik und der Elektrizitätslehre werden solche prinzipiellen Lernschwierigkeiten von SchülerInnen aufgezeigt und Wege vorgestellt, die in den konzeptuellen Rahmen der Physik einführen können. |
DPT 2000
(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.) |
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Karen Böhme
Untersuchungsobjekt oder Indidviduum? Sprachgebrauch in den Naturwissenschaften Wir befinden uns in der langen abendländischen Tradition von sich wandelndem Weltbild und naturwissenschaftlicher Entwicklung. Dabei galt stets: Wer das offizielle Wissen anhäuft, bestimmt darüber, wie es benannt wird und wem es zur Verfügung gestellt wird, definiert sowohl Ausgangspunkt naturwissenschaftlicher Überlegungen als auch Kontexte. Die Basis dafür ist die Sprache, und Sprache ist, fast überall, DAS Medium der Informationsvermittlung. Wie hat sich in den Naturwissenschaften aus einer allgemein verstehbaren Alltagssprache eine nur einzelnen zugängliche Sondersprache entwickeln können? Welche ethischen und gesellschaftlichen Werte werden neben 'harten Fakten' dabei transportiert? Standard-Lehrbücher begleiten Generation um Generation von Naturwissenschafts-Student/innen durch ihr Studium. Verpackt in den Anschein der Objektivität werden dabei insbesondere in bezug auf das Geschlechterverhältnis Sichtweisen vermittelt, die dem Weltbild der Definitionsmächtigen entsprechen. Vorurteile wie u.a. weibliche Passivität und männliche überlegenheit erhalten dadurch eine biologische - "natürliche" Legitimation und prägen damit auch die Denkweise jedes neuen Studienjahrgangs. Die Gestaltungsmacht der Sprache ist hier besonders eindrücklich zu erleben. Als Biologin bin ich in den Lehrbüchern meines Faches auf sehr einprägsame Beispiele verkappter Ideologie gestoßen. Nach einer kurzen Einführung in die Entwicklung der Wissenschaftssprache möchte ich auf Beispiele eingehen. Dazu gehören alltägliche Redewendungen und Zitate aus unterschiedlichen Lehrbüchern naturwissenschaftlicher Fächer. Es wird Zeit für eine Diskussion über eigene Erfahrungen mit mehrdeutiger Sprache in Studium und Beruf geben, und ich werde eine 'checklist' für das Hinterfragen von 'objektiven' Texten vorstellen. |
DPT 2000 |
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