| 3. Die Manifestation der Energie und der Erkenntniswert der Symbolsprache - Das Symbol Spirale |
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Spirale und Wirbelwind gelten überall auf der Welt, in den verschiedensten Kulturkreisen, als "Manifestation der Energie" - das sollte einen Physiker hellhörig machen. Vielleicht kann er durch die Befragung dieses Symbols Erkenntnisse über das Wesen der Energie gewinnen, die die "reine" Physik nicht bieten kann?
Mathematisch gesehen ist eine Spirale die Kopplung von Kreis und Gerade. Wenn die Gerade als "männlich" und der Kreis als "weiblich" gilt, ist die Spirale nicht einmal - wie oft behauptet - ein weibliches Symbol, sondern die Verbindung des männlichen und weiblichen. Sie ist ein Beispiel für die Anwendung bzw. Wirkung der sogenannten Weltformel (siehe dazu auch Mathematik > Weltformel und 2gleich1 )
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| Das Symbol Spirale: die Verbindung von männlicher und weiblicher geometrischer Figur |
Oft wird dem männlichen Denken die Gerade zugeordnet, es wird als "eindimensionales" oder "lineares Denken" bezeichnet. Dem weiblichen Denken wird i. a. der Kreis zugeordnet. Das ist spannend, denn selbst in den Kosmologien streitet man sich, ob alles in ewigem Kreislauf gleich bleibt oder sich ständig ändert und dann einen Anfang und ein Ende haben muß. Beides gleichzeitig - Linie und Kreis - kann nicht richtig sein. Also muß man entscheiden, welchem von beiden man den Vorzug gibt: dem linear-männlichen oder dem kreisförmig-weiblichen Denken.
Aber es gibt doch eine Möglichkeit, beides zu verbinden, beides "zu eins zu machen":
die Spirale
In der Mathematik ist das sehr schön nachvollziehbar: dort ergibt die Überlagerung eines Geraden mit einem Kreis tatsächlich eine spiralförmige Kurve.
Die Spirale gilt zusätzlich zum Kreis als weibliches Symbol. Ich interpretiere das so, daß weibliches Denken in der Lage war und ist, männlich-lineares Denken einzubeziehen. |
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| Das Geheimnis der Spirale |
Nachdem ich mich jahrelang mit Spiralen beschäftigt hatte, sie wohl 1000 mal gezeichnet und beobachtet hatte, fand ich irgendwann im Jahr 2003 das "Geheimnis" der Spirale. Es ist so schwer in Worte zu fassen, daß ich es gar nicht versuche. Es ist auch nur wirklich zu begreifen beim Zeichnen und wenn man z. B. Schreibpapier wie eine Irisblende spiralförmig anordnet: das kann man mit wenigen Blättern sehr weitläufig oder mit vielen Blättern, die dann sehr eng übereinander liegen. Auch wenn man z. B. einen Stift mit Klebestreifen umwickelt und genau beobachtet, was passiert, wenn man den Klebestreifen weitläufig-einlagig oder halb überlappend und dadurch doppelt umwickelt usw. - dann bekommt man langsam eine Ahnung vom Phänomen der Spirale: es ist das Phänomen der Kontinuität .... - ich kann es wirklich nur schwer beschreiben. |
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| Anwendungs-Beispiel Verkehrs-Kreisel ... |
... Kreisverkehr. So ist das mit den Vorurteilen: als hier in Wittenberg der erste Verkehrskreisel gebaut werden sollte, fand ich das blöd. Es genügte, ihn nur wenige Male zu benutzen, um zu erkennen, wie vorteilhaft er ist. Er nutzt das Prinzip der Spirale(n) aus.
Hier, beim Kreisel, findet eine „Selbstorganisation“ statt, eine „Rückkopplung“ zwischen gesamter Situation und einzelnem Fahrtziel.
Selbst bei äußerst vielen Fahrzeugen ergeben sich „Lücken“, die von den wartenden Fahrzeugen erkannt und genutzt werden, so daß die Verkehrsdichte in Stoßzeiten sehr hoch sein kann, wesentlich höher als im traditionellen Ampel-Verkehr. Die bei Ampeln notwendigen Leerzeiten auf der Kreuzung entfallen und so wird der Durchsatz insgesamt größer.
Das Prinzip ist das gleiche wie bei den Lamellen einer Irisblende in Fotoapparaten. Die Fahr-Kurve eines Autos in den Kreisel hinein bzw. aus ihm hinaus ist ein Stück einer Spirale. In den Kreisel hinein können sich gleichzeitig bis zu vier "Spiralarme" bewegen. |
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| Die Bedeutung des Symbols |
Eine so ausführliche Darstellung der symbolischen Bedeutung der Spirale ist selten zu finden, deshalb gibt es hier ausnahmsweise ein wörtliches Zitat: |
Zitat aus dem
Lexikon alter Symbole:
siehe Quellen Kürzel Symbole-Lex |
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"Spirale: Ein äußerst komplexes Symbol, das seit dem Paläolithikum verwendet wird und im vordynastischen Ägypten, auf Kreta, in Mykene, Mesopotamien, Indien, China, Japan, im präkolumbianischen Amerika, in Europa, Skandinavien und Großbritannien anzutreffen ist; es tritt auch im pazifischen Raum auf, jedoch nicht auf Hawaii. Die Spirale verkörpert sowohl solare als auch lunare Mächte auf verschiedene Weise; die Luft; das Wasser; den grollenden Donner und den Blitz; sie ist auch ein Wirbel; die große Schöpferkraft; Emanation. Die Spirale kann sich ausdehnen und zusammenziehen und daher das Anwachsen und Schwinden der Sonne, das Zu- und Abnehmen des Mondes und analog dazu, Wachstum und Expansion einerseits und Tod und Kontraktion andererseits, Auf- und Abwicklung, Geburt und Tod darstellen und auch Kontinuität bedeuten. Sie kann außerdem das sich drehende Himmelsgewölbe darstellen; den Lauf der Sonne; die wiederkehrenden Jahreszeiten; die Rotation der Erde. Als der Luftwirbel bei Gewitterstürmen und die Bewegung des Wassers bedeutet sie Fruchtbarkeit und den dynamischen Aspekt der Dinge. Als der -> Wirbelwind wird sie mit dem aufsteigenden chinesischen Drachen in Verbindung gebracht, und die Spirale und der Wirbelwind haben besonders als Manifestation der Energie in der Natur die gleiche Symbolik. Spiralen bzw. Wirbel werden mit dem Spinnen und Weben des Lebens und des Schleiers der Muttergöttin, die Beherrscherin des Schicksals und der Weberin des Schleiers der Illusion, in Zusammenhang gebracht. Die Spirale hat auch teil an der Symbolik des -> Labyrinths und dem durchtanzten bzw. durchlaufenen „Irrgarten“. Auf der metaphysischen Ebene symbolisiert die Spirale die Reiche des Seins, Wanderungen, das Umherirren der Seele in der Manifestation und ihre schließliche Rückkehr zum Zentrum.
Die Doppelspirale stellt das Anwachsen und Abnehmen solarer oder lunarer Kräfte dar sowie den Rhythmus von Evolution und Involution, Leben und Tod usw. Sie kann auch die beiden Hemisphären verkörpern; die beiden Pole; Tag und Nacht; alle Rhythmen der Natur; yin und yang; Shakta und Shakti; das Manifeste und das Nichtmanifeste; auch die Kontinuität zwischen wiederkehrenden Kreisläufen. Als Bild für Donner und Blitz und die Regenwolken ist sie auch ein Fruchtbarkeitssymbol. Die Spirale kann auch Flamme und Feuer verkörpern wie z.B. in der kelt. Symbolik. In der Tradition der Maori bedeutet sie das männliche Prinzip und ist phallisch, obwohl sie in der Regel mit der weiblichen Vulva als der Spirale der Seemuschel assoziiert wird. Auf Kreta und in Mykene stehen die eingerollten Tentakel des Oktopus in Beziehung zu Spirale, Donner, Regen und Wasser. In China bilden Daoismus und Buddhismus die „Kostbare Perle“ oder die „Drachenkugel“ bisweilen in Spiralform ab; die Doppelspirale übernimmt die Symbolik des yin-yang.
Die Spirale wird durch alles symbolisiert, was schnecken-, schrauben- oder spiralförmig ist: Schneckenhäuser, Seemuscheln, das Ohr, die Tentakeln des Oktopus, Tierhörner, Tiere, die sich - wie Hund und Katze - einringeln, durch die zusammengerollte Schlange, durch Pflanzen, die spiralförmig wachsen, wie z.B. Efeu, Tannenzapfen und die sich entfaltenden Wedel von Farnen. Sie wird auch mit Götter- und Königsohren, mit regenbringenden Tieren und Reptilien assoziiert und mit der zusammengerollten und schlafenden Schlange kundalini. Götter des Wirbelwindes oder der Elemente und der Bewegung, wie z.B. Rudra und Pusha, lassen ihre Haare spiral- oder muschelförmig flechten. Die Spirale steht auch mit dem --> Omphatos (offenbar ein Druckfehler - richtig: Omphalos, B. K. ) als einem Kraft- und Lebenszentrum in Zusammenhang." |
Das Zeichen
"->"
im Text bezieht sich auf Verweise innerhalb des Lexikons alter Symbole, nicht auf andere Seiten dieser Website.
Hervorhebungen durch Fettdruck im Text sind von mir - B. K. |
| Spirale und Wirbel |
Die Spirale ist die mathematische Darstellung des physischen Wirbels. Physische Wirbel gibt es vorwiegend in der Luft (Tornado) oder im Wasser (Strudel). Einige Vorstellungen von der Struktur der Materie gehen davon aus, daß sie auf sogenannten Elementarwirbeln basiert, die sich in immer höheren Hierarchien reproduzieren (Selbstähnlichkeit, Fraktale - siehe Abb. rechts). Kelvin hat mit seinem "Wirbelatom" eine moderne Vorstellung uralter Wirbel-Bilder geschaffen. In der Geschichte wurden Wirbelvorstellungen (Philosphie, Kosmogonie) meist bekämpft und unterdrückt.
Die Spirale und der Wirbel galten als ausgesprochen "weibliche Symbole". Sie sind auf der ganzen Welt verbreitet und nur in den Einflußgebieten christlicher Zivilisation mehr oder weniger "abgeschafft". Ein Spezialfall der Spirale ist das Labyrinth.
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Diese Abb. zeigt sehr schön, was Fraktal und Spirale verbindet:

Diese Abbildung etwas größer und weitere Spiral- bzw. Wirbelabb. in Wirbel-Bilder |
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