| 8. sonstige Beispiele außerhalb der Physik |
| Sprache |
Doppeldeutigkeiten eines Wortes geben mitunter Anlaß zum Nachdenken: Warum beispielsweise hat das Wort "Ausgang" die beiden Bedeutungen Anfang und Ende (z. B. eines Vorhabens):
Bei unserer Expedition gingen wir davon aus, die Quellen des Nils zu suchen. Der Ausgang unserer Expedition war, daß wir sie fanden. |
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| Gruppen |
Jede Gruppenbildung als Synthese mehrerer Individuen ist um so erfolgreicher, je besser es ihr gelingt, "zwei (oder viele) zu eins macht":
"Die Armee stand wie ein Mann hinter ihrem General."
"Das Ensemble des Theaters / Orchesters / Chores war gut aufeinander eingespielt, es war eine echte Gruppenleistung."
Auch eine Fußballmannschaft ist nur dann gut, wenn ihr "Teamgeist" erkennbar ist. Man sagt gelegentlich "Sie sind wie aus einem Guß." - und das meint ja wohl, daß sie von außen wie "ein einziges, zusammengehöriges Ganzes " sind. |
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| Materie und Geist |
Der Streit um die Beziehungen von Materie und Geist ist so alt wie Religion und Philosophie. Neben den dualistischen Vorstellungen (Materialismus, Idealismus, Theologie, ...), die von einer Trennung beider ausgehen, gibt es monistische Vorstellungen, die beides als untrennbar zusammengehörig sehen: kein Geist ohne Materie, keine Materie ohne Geist. Selbst im Atom wird eine elementare Geistigkeit vermutet.
Erstere Ansicht ist eher ein Streit unter Männern, während Frauen meist lieber der zweiten Variante der Welterklärung zuneigen.
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siehe auch
Wiss.-Theorie »
weibl. Philosopie »
Stein + Wasser und in den Fremdtexten »
Bailey, A.über das
"Bewußtsein des Atoms" |
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Gilt die Weltformel, ist die Antwort einfach: eine Trennung von Materie und Geist ist erkenntnistheoretisch notwendiges Hilfsmittel auf dem Weg zum besseren Verstehen, doch für das letztendliche Verstehen hilft nur, beide Ansichten bzw. Sichtweisen wieder zusammenzuführen. In diesem Fall heißt das, Wissenschaft und Theologie zu vereinen. |
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| Ursachen |
In der Philosophie gibt es mehrere, von der physikalischen Ursachen-Vorstellung abweichende Ursachen-Betrachtungen. Die berühmteste geht auf Aristoteles und seine vier Ursachen zurück. Von diesen will ich nur zwei herausgreifen:
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die "causa efficiens", die Wirkursache, die auch in der Physik als Ursache anerkannt ist
- die "causa finalis", die Zweckursache, die als Ursache gegenwärtiger Ereignisse ein zukünftiges Ereignis, ein Ziel angibt.
Letztere ist in der Physik nicht berücksichtigt, wird im Gegenteil sogar geleugnet als "Wirkmöglichkeit".
Gibt es einen Weg, beide Ursachen "zu einer" zu machen? |
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| Symbole |
Viele Symbole sind als "zwei in eins" bekannt:
- Janus, der Doppelkopf, der in beide Richtungen (Vergangenheit und Zukunft) blicken kann,
- das Yin-Yang-Zeichen aus Asien
- Hochzeitsrituale, die oft auch symbolisch die Vereinigung von Gottheiten darstellen sollen, die Vereinigung des männlichen und des weiblichen Prinzips |
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| Zwei oder eins? |
Oft ist dieses "zwei zu eins machen" so gegenwärtig, daß man sich streiten kann, ob man es mit zwei oder mit einem Ding zu tun hat:
- Ein Paar Schuhe sind zwei Schuhe.
- Eine Hose sind zwei Beinkleider, oft noch erkennbar daran, daß die Hose auch als Pluralform singular gebraucht wird: "Wo sind denn meine Hosen?" meint eine Hose.
- Die Strumpfhose ist die Verbindung zweier Strümpfe zu einem Gegenstand
- Ein Tee-Ei ist, wenn es auseinandergenommen wird, zweigeteilt, ähnlich wie das Paar Schuhe. Für sich allein ist ein "halbes Tee-Ei" ein sinnloses Ding.
- Einige unserer Sinnesorgane sind paarig angelegt: wir haben zwei Ohren, aber nur einen Gehörsinn, zwei Augen, aber nur einen Gesichtssinn: die beiden Bilder der Augen "verschmelzen" im Gehirn zu einem - und ermöglichen dadurch eine qualitativ höhere Erkenntnisebene: ein dreidimensionales Bild. |
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| Dialektik |
Während die formale Logik unfähig ist, dieses Zusammenführen von "Gegensätzlichem" geistig zu erfassen und damit die Weltformel zu erkennen, ist die dialektische Denkmethode geradezu genial geeignet, die Weltformel zu denken, zu beschreiben, anzuwenden.
Dialektik vermittelt darüber hinaus auch die "allgemeinsten Bewegungs-Gesetze der Wirklichkeit", ob in der Natur (physischen Realität einschließliche der lebendigen Natur), in der Gesellschaft (alle soziologischen Gesetzmäßigkeiten, alle ökonomischen und politischen) und im menschlichen Denken (das betrifft alle Fragen der Psychologie, Philosophie und Theologie).
Mit anderen Worten: auch alle Gesetze der Physik müssen sich prüfen lassen, ob sie diesen allgemeinsten Gesetzen genügen.
Eines der drei grundlegenden Gesetze beschreibt "die Einheit und den Kampf der Gegensätze":
"Die Einheit der Gegensätze" ist eine andere Formulierung für "im Gegensatz die verbindende Basis sehen, die Einheit erkennen", mit anderen Worten: dialektisches Denken ist Denken, das "zwei zu eins macht". |
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