Die theoretischen Konsequenzen des Atommodells „Fridolin“ - eine Auswahl
1. allgemein erkenntnistheoretische Konsequenzen
1. 1. Mein Atommodell ist weniger eine rein physikalische Sache. Es ist in die Sprache der Physik des Mikrokosmos übersetztes grundlegendes philosophisches Wissen.
1. 2. Die Basis des Atommodells,
das Quelle-Senke-Bild, ist auf alle Erscheinungen des Seins anwendbar.
a) Die Wechselwirkung eines jeden Systems mit seiner Umwelt
Jedes „System“ steht mit seiner Umwelt als Quelle und Senke des Austausches von Materie (in ihren beiden Erscheinungsformen als Masse und als Feld / Strahlung) und des Informationsaustausches in Wechselwirkung, in Beziehung.
b) Die Existenz jedes einzelnen Systems (Dings, Gegenstandes, Lebenwesens, jeder Erscheinung, jedes Prozesses, jeder Aktion) ist in diesem Bild beschreibbar:
Alles was ist, ist nur mittels Quelle (Geburt) als Beginn und Senke (Tod) als Ende überhaupt existent.
1. 3. Die Streitfrage, ob das Seiende „ewig gleich“ oder „in ständiger Veränderung“ begriffen ist, wird dadurch gelöst, daß beide Vorstellungen zusammengeführt und als gleichwertig vorstellbar werden.
1. 4.
Der Streit zwischen Theologie und Naturwissenschaften um
Zielgerichtetheit der Entwicklung wird mit Hilfe dieses Bildes versöhnt. Die Einseitigkeiten der Theologie (Zielgerichtetheit als Dogma) und der Naturwissenschaften (Ausschluß der Zielgerichtetheit) werden überwunden.
1. 5. Alle bisherigen Vorstellungen über die elementare Struktur des Seienden,
alle bisherigen Atomvorstellungen, die es in der Geschichte von Philosophie und Physik gegeben hat,
finden sich in diesem Modell wieder. Die bisherigen scheinbaren Gegensätze zwischen diesen Bildern lösen sich auf.
1. 6. Der alte
Streit zwischen Atomisten (z. B. Max Planck)
und Energetikern (z. B. Ernst Mach)
wird auf überraschende Weise
beigelegt.
1. 7. Das größte philosophische Problem bei der Suche nach dem „kleinsten Unteilbaren“ (Ist alles bis ins Unendliche teilbar oder gibt es ein „kleinstes Teilchen“?) erfährt eine überraschende und einfache Lösung:
"Unterhalb" der Quellen und Senken gibt es keine „Teilbarkeit“ im Sinne der Existenz klassischer „Teilchen“ mehr. Auf dieser Ebene ist nur noch der unstrukturierte "Stoff" bzw. die Energie als dynamisches, zusammenhängendes Kontinuum existent. Die Betonung liegt auf "unstrukturiert" im Sinne des Teilchenbegriffs. Natürlich ist diese Energie noch in anderen Begriffen (in Analogie zur Strömungslehre bzw. zur Wellenmechanik) beschreibbar - nur eben nicht mehr mit Hilfe des "Teilchen" - Begriffs bzw. des "Quants".
Zu beachten ist, daß der Begriff des "Elementarteilchens" lediglich aus Veranschaulichungs- bzw. Vereinfachungsgründen gewählt wurde. Der Begriff der "Resonanzen" bzw. "Wechelwirkungen" wäre dafür geeigneter , um
das Prozeßhafte, Dynamische als Haupteigenschaft der mit dem "Elementarteilchen"-Begriff beschriebenen Phänomene sichtbare zu machen.
1. 8. Dieses Bild verhilft auch zu weiterführenden Interpretationen der Quantenphysik.
1. 9. Die
Beziehung von Teil und Ganzem, die analytische und die synthetische Sichtweise, werden mit Hilfe dieses Modells vorstellbar: Das Atom ist definiert über seinen Energieaustausch mit seiner Umwelt.
Die philosophische Grundaussage, daß sich „im Teil das Ganze spiegelt“,
ist in diesem Modell auf physikalischer Ebene nachvollziehbar.
1. 10. Die Frage nach der „Selbstbewegtheit“ der Materie wird auf neue Art beantwortet.
Die künstliche Trennung in Materie und Bewegung wird aufgehoben. Das macht den Weg frei für ein leichteres Verständnis physikalischer Fragen nach den Ursachen von Bewegungen und den Prozessen von Energieumwandlungen.