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  31. 10. 2007 
Grundfragen der Physik,
neu gestellt und beantwortet von einer Frau
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Struktur Atommodell Mathematik
Lesematerial
  
Denkmöglichkeit für ein neues Atommodell
Ein Lesematerial für die Physikerinnentagung 2003 in Augsburg

Dieses Lesematerial habe ich in Vorbereitung der Physikerinnentagung 2003 erstellt. Man hatte mir dort nur die Möglichkeit gegeben, eine Posterwand zu gestalten. Doch wie soll man ein neues Atommodell an einer Posterwand vorstellen? So kam ich auf die Idee, diese kleine Broschüre als "Ersatz-Vortrag" auszuarbeiten. Auf den Folgeseiten gebe ich die unmittelbar nach der Physikerinnentagung (DPT) 2003 in Augsburg überarbeiteten   Version wider.  Vielleicht sollte ich mögliche männliche Besucher dieser Seite vorwarnen: bei diesem Lesematerial habe ich keine Rücksicht auf "männliches" Denken genommen, sondern versucht, mich ganz auf das "weibliche" Denken einzustellen.

Auf dieser Seite finden  Sie
Das Deckblatt der Broschüre
- die Inhaltsübersicht,
- das abstract für die Physikerinnentagung und eine    Ergänzung
- die Bemerkungen auf der Rückseite der Broschüre und
- die nach der Tagung überarbeiteten Bemerkungen  zur Wissenschaftsgläubigkeit und Wissenschaftsfeindlichkeit  und zu einer "fröhlichen Wissenschaft"

Zu den Abschnitten auf dieser Seite:
  1. Inhaltsübersicht
  2. abstract vor der Tagung und Ergänzung nach der Tagung
  3. Rückseite  der Broschüre: Darf ich ein Atommodell machen?
  4. Bemerkungen zur Wissenschaft

Die einzelnen Kapiteln der Broschüre auf den Folgeseiten:
Einleitung Einleitung
1. Denken 1. Denkmöglichkeiten, Gedanken über das Denken
2. Beispiele 2. Das "andere" Atom   -  Beispiele aus der Geschichte
3. Die Idee 3. Die  Idee für ein neues Atommodell
4. Anwendung 4. Anwendung des Atommodells auf einige physikalische Fragen
Anhang Anhang: Frauenwissen
1. Inhaltsübersicht (Das Original-Inhaltsverzeichnis)
Seite
 
Deckblatt
innen
mein abstract in Vorbereitung der DPT03, der Deutschen  Physikerinnentagung in Augsburg im Jahr 2003  (siehe unten 2.)
1
 Inhaltsverzeichnis
2
 Ergänzung nach der Physikerinnentagung (siehe unten 2.)
3 - 4
 Einleitung
         Können Frauen wie Männer denken?
         Können Männer wie Frauen denken?
5 - 13
1.       Denkmöglichkeiten
1. 1.   Die beiden Denkmethoden, das „lineare“ und das „komplexe“ Denken
1. 2.   Das Denken in Wort und Bild
1. 3.   Die Gefahren der Abstraktion
14 - 17
2.      Das „andere“ Atom – Beispiele aus der Geschichte
18 - 27
3.      Die Idee für ein neues Atom-Modell
28 – 40

4.      Anwendung des Atom-Modells auf einige physikalische Fragen
4. 1.   Der Proton-Elektron-Komplex
4. 2.   Die elektrischen Ladungen
4. 3.   Der „Teilchendurchmesser“
4. 4.   Identität von Teilchen und Wechselwirkung – anschaulich
4. 5.   Die Bildung von Atomen 33
4. 6.   Die „strahlungsfreien Bahnen“ und andere Ungereimtheiten
4. 7.   Chemische Bindungen
4. 8.   Was ist Masse? Was ist Energie?
4. 9.   Antimaterie usw.

41 – 51
Anhang:  Frauenwissen
52
nach der Physikerinnentagung - zur Wissenschaft allgemein:
Wissenschaftsgläubigkeit contra Wissenschaftsfeindlichkeit - oder
Wissenschaftskritik und die Zukunft der Wissenschaft
Rückseite innen
weitere Arbeiten von mir, fertige und in Vorbereitung
Rückseite

Darf ich ein Atommodell machen?

2. abstract vor der Tagung und Ergänzung nach der Tagung
abstract
  Denkmöglichkeit für ein neues Atommodell

Der Objektivitätsanspruch physikalischer Theorien ist hinterfragbar.
Im Ergebnis einer Analyse der Denkmethoden in der Physik aus weiblich-erkenntnistheoretischer Sicht zeigte sich mir die oft einseitige „männliche“ Herangehensweise in physikalischen Modellen und Theorien besonders krass. So habe ich versucht, die „weibliche“ Art des Erkennens in die Physik einzubeziehen, beide Erkenntnismethoden zu verbinden. Daraus – und aus Fragen, die mich seit dem Studium beschäftigten - entstand im Jahr 1998 die Idee für das „neues Atommodell“: eine (wirklich!) völlig neue Sichtweise auf das Wesen von Materie, Masse und Energie, auf die Struktur von Atomen und ihre Wechselwirkung miteinander.
Diesen ungewöhnlichen Denkansatz möchte ich vorstellen und an einigen Anwendungsbeispielen zeigen, wie er helfen kann, besser als bisher „zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält“.
Anliegen meines Vortrages ist es, bei den Zuhörerinnen Neugier und Freude zu wecken, sich mit diesem Modell zu beschäftigen, es auf seine Brauchbarkeit durchzuspielen.
Meine jahrelange Arbeit hat mir gezeigt, daß ich allein die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Modells unmöglich schaffen kann. Deshalb suche ich Partnerinnen, die Mut und Lust haben, „Neues zu denken“ die sich an der weiteren Bearbeitung dieses Atommodells beteiligen möchten.

Ich hatte gehofft, in einem Vortrag einige Gedanken vorstellen zu können und dann in der Diskussion zu sehen, wohin die Fragen und Meinungen gehen. Denn ich habe noch nie öffentlich über mein Atommodell gesprochen und weiß absolut nicht, was mich erwarten wird. Allen möglichen – voraussehbaren oder jetzt noch unvorhersehbaren - Fragen schriftlich eine Antwort zu geben, ist mir nicht möglich, dazu müßte ich ein Buch von 3000 Seiten schreiben, mindestens. Außerdem bin ich noch „mittendrin“ im Nachdenken über viele dieser Fragen, die ich gegenwärtig selbst nicht beantworten kann. Im Gegenteil – ich bin ja hier, weil ich Ihre Hilfe suche bei der Beantwortung!
Dieses Lesematerial soll nicht wesentlich umfangreicher sein, als ein zwanzigminütiger Vortrag dauern würde. Diese Einschränkung zwang mich zu Verknappungen und Auslassungen von Gedanken, zu ständigen Kürzungen.

Programm-Heft der DPT 2003 Im Programmheft der DPT 2003 steht auf S. 7 im "Programm Samstag 8. November 2003":
    15.00 - 16.00   Kaffeepause und Poster
    Poster - HS Foyer
       ...
       Brunhild Krüger   Denkmöglickkeit (so steht es da) für ein neues Atommodell
      ...."

und auf S. 49 ist dann obiges abstract widergegeben
Ergänzung nach der Tagung
Vor der Physikerinnentagung konnte ich aus Zeitdruck nur 15 Exemplare dieser Broschüre ausdrucken, auch war der Abschnitt 4 nicht abgeschlossen.

Nach der Physikerinnentagung habe ich meine Absicht geändert, eine Ergänzung bzw. Erweiterung des ursprünglichen Lesematerials ist nun nicht mehr geplant. Alle weiteren Ausdrucke des „Lesematerials für die Deutsche Physikerinnentagung“ nach dem 9. 11. 2003 sind daher lediglich mit kleinen Korrekturen an Format, Rechtschreibung und Stil sowie einigen wenigen inhaltlichen Veränderungen versehen. Der Abschnitt 4 ist in diesen weiteren Ausdrucken nicht mehr – wie versprochen – ergänzt worden. Gänzlich überarbeitet ist die „Erklärung aus aktuellem Anlaß“ , die in den ersten Broschüren enthalten war (siehe S. 52).

Ich halte es jetzt für sinnvoller, so schnell wie möglich die kleine Broschüre „Fridolin und die Physik“ zu schreiben, in der alles „Drumherum“ wie die Betrachtungen über die Geschichte des Atommodells, Denkmethoden und Frauenwissen, das in dieser Broschüre für Physikerinnen noch seine Daseinsberechtigung hatte, weggelassen wird. Es wird darin „nur um Physik“ gehen – „nur“ natürlich in doppelter Bedeutung des Wortes, oder hat es jemand etwas anderes von mir erwartet?   

Durch die Gespräche, die Vorträge und die Gedanken während der Physikerinnentagung habe ich so viel „Inspirationen“ erhalten, daß ich sagen kann, meine Erwartungen wurden weit übertroffen, es war eine schöne und wichtige Zeit in Augsburg.
Ich bin mit viel Kraft und neuen Ideen zurückgekommen. Von der Tagung und den danach folgenden Arbeiten werde ich in „Fridolin erzählt...“ , Heft 2 (erscheint am 31. 12. 2003) berichten.

Brunhild Krüger

leider ...

  ... erfüllte sich die Hoffnung, mit der ich die Tagung verlassen hatte, nicht. Niemand interessierte sich hinterher noch für meine Arbeiten. Ich suchte den Kontakt zu verschiedenen Personen und zum Verein "Frauen in Naturwissenschaft und Technik". Überall wurde ich abgewiesen oder   mit später nicht eingehaltenen Versprechen abgespeist. Die oben noch zum Ausdruck kommende Freude und Begeisterung (schließlich hatte ich zum ersten Mal seit Jahren wieder so interessante Vorträge erlebt und mit so vielen Physikerinnen sprechen können) wich bald der Erkenntnis, daß alles vergeblich gewesen war:
Wenn sie sich wenigstens mit mir auseinandergesetzt hätten! Doch eine solche Ignoranz meines Modells insbesondere seitens des AKC, des Arbeitskreises für Chancengleichheit in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, hatte ich nicht erwartet! Ich weiß nicht, wie oft denen eine Physikerin unterkommt, die ein Atommodell anbietet.

Die Kosten für die  Teilnahme an der Tagung und den Ausdruck der Broschüren beliefen sich auf insgesamt fast 500 Euro. Dafür mußte ich einen Kredit aufnehmen. In den Jahren darauf hatte ich nicht mehr das Geld, an Physikerinnentagungen teilzunehmen.

3. Rückseite der Broschüre: Darf ich ein Atommodell machen?
 

Es hat mir niemand erlaubt,
ein eigenes Atommodell zu machen.

Ich weiß jetzt nicht,
ob ich das überhaupt durfte?

Nun ist es geschehen,
Fridolin, mein Atommodell, existiert.
Ich hoffe, er ist nicht wieder totzukriegen.

Zwei Fragen seien mir gestattet:
Wer darf eigentlich Atommodelle machen?
Und -
Wer entscheidet darüber,
ob so ein Modell gut oder schlecht ist,
brauchbar oder nicht?

Was meinen Fridolin betrifft:
Ich weiß, daß er mir sehr nützlich war und ist.
Er hat es mir immer wieder bewiesen.
Ich finde ihn wunderbar, ausbaufähig, zukunftsfähig.

Aber ob ich damit richtig liege oder mich irre,
das weiß ich nicht.

Was halten Sie von meinem Fridolin?
Können Sie ihn gebrauchen?

Brunhild Krüger, im Oktober 2003

4. Bemerkungen zur Wissenschaft, allgemein
 

Wissenschaftsgläubigkeit contra Wissenschaftsfeindlichkeit
oder
Wissenschaftskritik und die Zukunft der Wissenschaft

Die erste Gegenüberstellung - „Wissenschaftsgläubigkeit oder Wissenschaftsfeindlichkeit“ - spiegelt lineares, polares, statisches Denken.

Fragt man jedoch anders, fragt man nach dem weiteren Fortschritt der Wissenschaft, nach ihrer Zukunft, nach den möglichen, den machbaren und vor allem wünschenswerten Richtungen ihrer weiteren Entwicklung, wendet man die komplexe, dynamische Denkmethode an.

Die erste Denkweise erzeugt den für die Verwendung seiner Erkenntnisse nicht verantwortlichen Wissenschaftler, den „verantwortungslosen“ Wissenschaftler.

Die zweite Denkweise nimmt den Wissenschaftler selbst in die Pflicht, seine Arbeit ständig auf die Folgen zu überprüfen, Selbstkontrolle zu üben, kritisch seine eigene Arbeit zu prüfen und nicht zuzulassen, daß wissenschaftliche Erkenntnisse zum Schaden der Menschheit mißbraucht werden.

„Sie waren sicher und sie irrten sich doch.“ (Voltaire)

Die These von der „Objektivität der Wissenschaft“ ist ebenfalls „linear gedacht“: sie ist weder „wissenschaftlich beweisbar“, noch entspricht sie den Tatsachen. Denn diese zeigen, daß oft unter dem Etikett von Wissenschaft außerwissenschaftliche Interessen, vor allem die nach Geld und Macht durchgesetzt werden sollen – und sie läßt nicht zu, die Frage nach der Zukunft der Wissenschaft ernsthaft auf wissenschaftlicher Basis zu diskutieren. Diese These behauptet letztlich einen absoluten Wahrheitsanspruch geltender Theorien.

Ich konnte erleben, daß Wissenschaftler, die diesen Spruch „Wissenschaft ist objektiv“ von sich gaben, dabei sehr böse, erst und aggressiv wurden, sozusagen das Visier ihrer Ritterrüstung runterklappten. Sie machen die Wissenschaft zu einem Schlachtfeld der sich bekämpfenden Theorien, nicht mehr fähig, neue Gedanken auf ihre Brauchbarkeit zu überprüfen. Auf mich wirken sie ähnlich wie die kirchliche Inquisition: in letzter Konsequenz erkenntnisfeindlich.

Ich wünsche mir eine freundliche, friedliche Wissenschaft, eine Wissenschaft, die zum Spielplatz der Erkenntnissuche wird, eine „fröhliche Wissenschaft“.

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