| 2. abstract vor der Tagung und Ergänzung nach der Tagung |
| abstract |
Denkmöglichkeit für ein neues Atommodell
Der Objektivitätsanspruch physikalischer Theorien ist hinterfragbar.
Im Ergebnis einer Analyse der Denkmethoden in der Physik aus weiblich-erkenntnistheoretischer Sicht zeigte sich mir die oft einseitige „männliche“ Herangehensweise in physikalischen Modellen und Theorien besonders krass. So habe ich versucht, die „weibliche“ Art des Erkennens in die Physik einzubeziehen, beide Erkenntnismethoden zu verbinden. Daraus – und aus Fragen, die mich seit dem Studium beschäftigten - entstand im Jahr 1998 die Idee für das „neues Atommodell“: eine (wirklich!) völlig neue Sichtweise auf das Wesen von Materie, Masse und Energie, auf die Struktur von Atomen und ihre Wechselwirkung miteinander.
Diesen ungewöhnlichen Denkansatz möchte ich vorstellen und an einigen Anwendungsbeispielen zeigen, wie er helfen kann, besser als bisher „zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält“.
Anliegen meines Vortrages ist es, bei den Zuhörerinnen Neugier und Freude zu wecken, sich mit diesem Modell zu beschäftigen, es auf seine Brauchbarkeit durchzuspielen.
Meine jahrelange Arbeit hat mir gezeigt, daß ich allein die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Modells unmöglich schaffen kann. Deshalb suche ich Partnerinnen, die Mut und Lust haben, „Neues zu denken“ die sich an der weiteren Bearbeitung dieses Atommodells beteiligen möchten.
Ich hatte gehofft, in einem Vortrag einige Gedanken vorstellen zu können und dann in der Diskussion zu sehen, wohin die Fragen und Meinungen gehen. Denn ich habe noch nie öffentlich über mein Atommodell gesprochen und weiß absolut nicht, was mich erwarten wird. Allen möglichen – voraussehbaren oder jetzt noch unvorhersehbaren - Fragen schriftlich eine Antwort zu geben, ist mir nicht möglich, dazu müßte ich ein Buch von 3000 Seiten schreiben, mindestens. Außerdem bin ich noch „mittendrin“ im Nachdenken über viele dieser Fragen, die ich gegenwärtig selbst nicht beantworten kann. Im Gegenteil – ich bin ja hier, weil ich Ihre Hilfe suche bei der Beantwortung!
Dieses Lesematerial soll nicht wesentlich umfangreicher sein, als ein zwanzigminütiger Vortrag dauern würde. Diese Einschränkung zwang mich zu Verknappungen und Auslassungen von Gedanken, zu ständigen Kürzungen.
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| Programm-Heft der DPT 2003 |
Im Programmheft der DPT 2003 steht
auf S. 7 im
"Programm Samstag 8. November 2003":
15.00 - 16.00 Kaffeepause und Poster
Poster - HS Foyer
...
Brunhild Krüger Denkmöglickkeit (so steht es da) für ein neues Atommodell
...."
und auf S. 49 ist dann obiges abstract widergegeben |
| Ergänzung nach der Tagung |
Vor der Physikerinnentagung konnte ich aus Zeitdruck nur 15 Exemplare dieser Broschüre ausdrucken, auch war der Abschnitt 4 nicht abgeschlossen.
Nach der Physikerinnentagung habe ich meine Absicht geändert, eine Ergänzung bzw. Erweiterung des ursprünglichen Lesematerials ist nun nicht mehr geplant. Alle weiteren Ausdrucke des „Lesematerials für die Deutsche Physikerinnentagung“ nach dem 9. 11. 2003 sind daher lediglich mit kleinen Korrekturen an Format, Rechtschreibung und Stil sowie einigen wenigen inhaltlichen Veränderungen versehen. Der Abschnitt 4 ist in diesen weiteren Ausdrucken nicht mehr – wie versprochen – ergänzt worden. Gänzlich überarbeitet ist die „Erklärung aus aktuellem Anlaß“ , die in den ersten Broschüren enthalten war (siehe S. 52).
Ich halte es jetzt für sinnvoller, so schnell wie möglich die kleine Broschüre „Fridolin und die Physik“ zu schreiben, in der alles „Drumherum“ wie die Betrachtungen über die Geschichte des Atommodells, Denkmethoden und Frauenwissen, das in dieser Broschüre für Physikerinnen noch seine Daseinsberechtigung hatte, weggelassen wird. Es wird darin „nur um Physik“ gehen – „nur“ natürlich in doppelter Bedeutung des Wortes, oder hat es jemand etwas anderes von mir erwartet?
Durch die Gespräche, die Vorträge und die Gedanken während der Physikerinnentagung habe ich so viel „Inspirationen“ erhalten, daß ich sagen kann, meine Erwartungen wurden weit übertroffen, es war eine schöne und wichtige Zeit in Augsburg.
Ich bin mit viel Kraft und neuen Ideen zurückgekommen. Von der Tagung und den danach folgenden Arbeiten werde ich in „Fridolin erzählt...“ , Heft 2 (erscheint am 31. 12. 2003) berichten.
Brunhild Krüger
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| leider ... |
... erfüllte sich die Hoffnung, mit der ich die Tagung verlassen hatte, nicht. Niemand interessierte sich hinterher noch für meine Arbeiten. Ich suchte den Kontakt zu verschiedenen Personen und zum Verein "Frauen in Naturwissenschaft und Technik". Überall wurde ich abgewiesen oder mit später nicht eingehaltenen Versprechen abgespeist. Die oben noch zum Ausdruck kommende Freude und Begeisterung (schließlich hatte ich zum ersten Mal seit Jahren wieder so interessante Vorträge erlebt und mit so vielen Physikerinnen sprechen können) wich bald der Erkenntnis, daß alles vergeblich gewesen war:
Wenn sie sich wenigstens mit mir auseinandergesetzt hätten! Doch eine solche Ignoranz meines Modells insbesondere seitens des AKC, des Arbeitskreises für Chancengleichheit in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, hatte ich nicht erwartet! Ich weiß nicht, wie oft denen eine Physikerin unterkommt, die ein Atommodell anbietet.
Die Kosten für die Teilnahme an der Tagung und den Ausdruck der Broschüren beliefen sich auf insgesamt fast 500 Euro. Dafür mußte ich einen Kredit aufnehmen. In den Jahren darauf hatte ich nicht mehr das Geld, an Physikerinnentagungen teilzunehmen.
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