1. Die Philosophie:
Alles fließt - Das Teil und das Ganze |
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Wo etwas fließt, muß es eine Quelle (einen Anfang) und eine Senke (ein Ende) geben -
Der Fluß als Symbol, als Modell des Energieflusses |
Mein Modell hat seinen Ausgangspunkt weniger in der modernen zweihundertjährigen Physik als in jahrtausende-alten philosophischen Erkenntnissen. Die Analogie zu einem normalen Fluß bietet sich sehr gut an:
Berühmt sind die Aussagen Heraklits „Alles fließt“ - „Panta rhei“ und über den Fluß: „Man kann nicht zweimal im gleichen Fluß baden.“ Er wollte damit seine Erkenntnisse veranschaulichen über das Werden und Vergehen all dessen, was ist. Der Fluß ist einerseits in der Zeit in ständiger Veränderung, nie „sich selbst gleich“. Andererseits ist die Identität des Flusses, „Fluß“ zu sein und nicht See, Regenwolke oder Swimmingpool, gebunden an sein Fließen. Würde das Wasser in ihm zum Stillstand kommen, würde der Fluß aufhören, ein Fluß zu sein – ein Paradoxon.
Damit ein Fluß fließen kann, benötigt er dreierlei:
- Jeder Fluß hat (mindestens) eine Quelle, aus der er entspringt. Das Wasser war, ehe es „Fluß wurde“ etwas anderes: Bodenwasser.
- Das Wasser fließt nur, wenn es ein Gefällte hat oder mit einem starken Druck aus der Quelle gepreßt wird. Während seines Fließens „bewirkt“ der Fluß einiges: er kann Schiffe transportieren, Turbinen antreiben, Felder bewässern, Fische ernähren. Der Fluß „wechselwirkt“ mit seiner Umgebung.
- Er endet, geht also in etwas anderes über. An einem Punkt hört das Wasser auf, „Fluß zu sein“ – es verändert sich, wird Meer oder See oder wieder Bodenwasser.
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| Alles Seiende ist im Fluß, ist "Werden und Vergehen" |
Analog dem Fluß verhält es sich mit allem Seienden, mit allem, was „wirklich“ ist. Alles Sein durchläuft in seinem Werden und Vergehen die drei Phasen: Geburt (Beginn, Quelle) – Leben (Wirken, Fließen) – Tod (Ende, Senke).
Das Leben des Menschen zeigt sehr anschaulich dieses ständige Werden und Vergehen, das „Fließen“ des Seienden, die ständige Veränderung der Individualität. Zwischen Geburt (die Mutter als Quelle) und Tod (das Grab als Senke) ist der Mensch wie der Fluß kein statisches, gleichbleibendes Sein. In jedem Augenblick zwischen diesen beiden Punkten ändert sich der Mensch. Er steht in ständiger Wechsel-Wirkung mit der Umwelt: er nimmt Luft, Wasser, Nahrung, Information auf, gibt andere Luft, anderes Wasser, verbrauchte Nahrung, verarbeitete Information ab.
Von außen und von innen gesehen, ist die Existenz des Menschen als ein „Quelle – Senke – System“ beschreibbar. Je nach Sicht kehren sich Quelle und Senke um: von innen gesehen ist das Einatmen die Quelle der Luft, das Ausatmen die Senke. Von außerhalb gesehen stellt der Mensch eine Luft – Senke dar beim Einatmen, eine Luft-Quelle beim Ausatmen. Kommt diese Wechselwirkung, dieses Quellen und Sinken, dieser ständige Austausch mit der Umwelt zum Stillstand, führt das zum Tod, zum Ende der Existenz, der Mensch kann nicht mehr sein.
Diese Wechselwirkung hat zur Folge, daß der gleiche Mensch die Atome und Moleküle, aus denen er besteht, innerhalb von sieben Jahren völlig austauscht, nach sieben Jahren er selbst und gleichzeitig „ein ganz anderer“ ist, so wie ich es auch bei der Puppe „Fridolin“ machen wollte, damit sie länger „lebt“.
Der Mensch ist also in seiner Existenz so paradox wie der Fluß: er ist nur solange stabil, „er selbst“, wie er sich ständig ändert. Er ist in seiner Identität sich ständig „gleich“ und ständig ist er „ein anderer“.
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| Das Seiende als System - Systemerhaltung als Wechselwirkung mit der Umwelt |
Analog gilt diese Eigenschaft für jedes System: auch ein Auto, ein Haus, ein Computer altern, verschleißen und gehen kaputt, wenn sie nicht ständig instandgehalten, repariert bzw. modernisiert werden: wenn nicht ständig einzelne Bestandteile ausgewechselt werden. Das abstrakte „Ding an sich“ ist ein „totes Ding“, eines, das nicht existieren kann, nicht existiert, weil es sofort mit seiner Geburt sterben würde – weil es keine Beziehung, keine Wechselwirkung mit seiner Umgebung hat.
Sein und Wechselwirkung
eines Systems mit seiner Umwelt
gehören zusammen. |
| Das Atom als selbst-erhaltendes System |
Diese Erkenntnisse lassen sich nun auf das Atom als System anwenden:
die Stabilität des Atoms
ist gebunden an den
ständigen Energieaustausch mit der Umwelt.
Es ist sich nur deshalb gleich, weil es – als fließende Energie angenommen - einerseits in der Masse (Menge) dieser Energie konstant ist, gleich bleibt, andererseits diese Energie, dieser Energiestrom ständig ein anderer ist. Vorstellen kann man es sich so: wenn in einer Badewanne ständig die gleiche Menge Wasser ist, kann man von außen nicht bzw. kaum erkennen, ob es das gleiche Wasser ist, oder ob ein ständiger Zufluß und Abfluß stattfindet, der sich in der Menge aufhebt. Anders ausgedrückt:
Wenn das ständige Fließen,
die ständige Veränderung
die Grundeigenschaft allen Seins ist,
dann muß dieses allgemeine Wissen
auch in ein modernes Atom-Modell einfließen.
Genau das habe ich getan:
Mit „Fridolin“, dem Modell von Quelle und Senke,
wird dieses ständige Werden und Vergehen
auf atomarer Ebene vorstellbar.
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| Die Beziehung von Teil und Ganzem als allgemeingültig und anwendbar auch auf das Atom |
Eine ebenso interessante philosophische Fragestellung ist die nach der Identität von Teil und Ganze“.
Leider kann ich dieses, mein Lieblingsthema im Zusammenhang mit „Fridolin“, jetzt nur andeuten:
Die Identität von Teil und Ganzem wird am besten in dem Satz ausgedrückt:
"Das Teil spiegelt das Ganze, im Teil spiegelt sich das Ganze."
Eine Frage biete ich an:
Wenn diese Beziehung von Teil und Ganzem ebenfalls ganz allgemein ist, dann muß sie auf allen Ebenen des Seins, in allen Bereichen erkannt werden können: – wie erkennt man sie auf der Ebene des Atoms?
Wenn das Ganze sich im Teil spiegelt, wie spiegelt sich im Atommodell „das ganze Universum“?
Was meinte, was wußte Lord Kelvin, als er sinngemäß formulierte, Energie sei das kleinste gemeinsame Vielfache des Universums?
Die sogenannte holographische Sicht, die diese Beziehung von Teil und Ganzem untersucht, bedeutet auf das Atom angewandt:
kein „Teilchen“ ist abgegrenzt vom Ganzen: es hat „unendliche Reichweite“.
Im klassischen Atommodell ist das über die Gravitationskraft mit ihrer unendlichen Reichweite dargestellt, wenn auch ziemlich abstrakt. |
| Hat der Energie-Strom ein Ziel? |
In meinem Atommodell hat das einzelne „Teilchen“ – die Quelle (das Proton) bzw. die Senke (das Elektron) kein räumliches „Ende“: da jede Quelle im Prinzip Energie an alle Senken des Kosmos ausstrahlen kann und jede Senke im Prinzip Energie aus jeder Quelle des Kosmos bekommen kann, ist „alles mit allem“ verbunden“, „alles in allem enthalten“.
Nun können die Energieströme aus der Quelle „ziellos“ in die Umgebung strömen und die Senken ihre Energie „richtungslos“, aus allen Richtungen der Umgebung einsaugen (das entspricht den klassischen Begriffen „Chaos“ bzw. „Entropie-Maximum), sie können aber auch eine „Auswahl“ treffen. Der physikalische Begriff, der sich hier anbietet, ist Resonanz, der ihr entsprechende philosophische Begriff ist die Harmonie. Auch der Begriff der Information spielt mit hinein. In diesem Sinne bedeutet für die Energieströme "eine Auswahl treffen" das gleiche wie "Zielgerichtetheit".
In diesem Zusammenhang werden die Begriffe Druck und Sog noch einmal äußerst wichtig: "drückt" etwas (Energie, Wasser, Gas) aus einer Quelle, ist das sich ergebende Fließen nicht notwendig auch zielgerichtet, das Ansaugen von Energie, Wasser oder Gas ist jedoch immer zielgerichtet. (siehe auch Physik > Bewegung > Druck + Sog)
Diese Frage, inwieweit „Zielgerichtetheit“ in der Physik
eine Rolle spielt, will ich im folgenden Abschnitt andeuten, nur andeuten. |
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