2. Wie stellen Sie sich das Atom vor?
Eine kleine Betrachtung zu den bekannten Atommodellen und zu Modellen überhaupt |
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| Das Planten-Modell für das Atom - einer der genialsten Gedanken der Menschheit |
Auch von Dingen, die so klein sind, daß wir sie mit unseren Sinnen nicht mehr wahrnehmen können, machen wir uns gern Modelle, zum Beispiel von den „Atomen“. Ein Atom kann man sich beliebig vorstellen: z. B. als kleine durchsichtige Kugel, als schwarzen Würfel, Mini-Luftballon, Kreisel, als kleinen Wirbelwind, ....
Sicher haben Sie keine „eigene“ Vorstellung, sondern greifen auf das in der Schule vermittelte Modell zurück: Das „Mini-Planetensystem-Modell“.
Es war das erste brauchbare Modell eines Atoms, das anschaulich machen konnte, daß das Atom, das „kleinste Teilchen“ der Materie, nicht ein einfaches, in sich „gleiches“ Teilchen ist sondern selbst noch eine innere Struktur aufweist.
Das Modell sagt: negativ geladene Elektronen umkreisen den Atomkern, der aus positiv geladenen Protonen und elektrisch neutralen Neutronen besteht, so ähnlich wie die Planeten die Sonne umkreisen. Unterschiedliche Elemente unterscheiden sich durch die Anzahl der Protonen, Elektronen und Neutronen, die in einem Atom enthalten sind.
Das ist ein sehr anschauliches Modell. Es gibt eine Erklärung für die Existenz von verschiedenen Elementen, die chemischen Reaktionen werden schön vorstellbar damit, elektrische Ladungen haben ihren Platz bekommen.
Dieses Modell war eine wunderbare geistige Leistung, ein echter Fortschritt der Wissenschaft und des allgemeinen Bildungsniveaus der Menschen.
Das Interesse an naturwissenschaftlichen Erkenntnissen wuchs auch mit der Wirkung dieses Modells: es war spannend, sich die Welt so vorzustellen. Breite Teile der Öffentlichkeit begannen, sich für die Naturwissenschaften zu interessieren, sie wurden immer populärer:
Die Populärwissenschaft wurde Teil
allgemeiner demokratischer Bestrebungen der Menschen.
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| Jedes Modell hat auch Nachteile. |
Dieses Modell hatte von Anfang an einen unschönen Nachteil:
eine Theorie, die auf diesen Anschauungen aufbaute, war nicht widerspruchsfrei. Ständig tauchten neue, offene Fragen auf, die in den Grenzen der Vorstellung dieses Modells nicht zu beantworten waren.
Das erste Problem war: eine bewegte Ladung müßte Energie abstrahlen, das Elektron müßte in den Kern stürzen. War dieses Abstrahlen von Energie bei Stabilität eines Atoms „unmöglich“? Es war vor allem eines: es war „unvorstellbar“. Deshalb erfand man schnell die sogenannten „strahlungsfreien Bahnen“ in der Hoffnung, so die Widersprüche wegzutheoretisieren - eine äußerst unbefriedigende Lösung.
Immer neue Probleme tauchten auf, immer komplizierter, immer unanschaulicher wurde das Modell, immer aufwendiger und unverständlicher die Theorien.
Heute sind diese Modelle und Theorien so umfangreich, kompliziert und abstrakt, daß sehr, sehr viel Zeit nötig ist, diese zu verstehen.
Mit dem anfänglichen Planetenmodell des Atoms haben sie nicht mehr viel gemeinsam.
Im Gegenteil, wer sich ein Atom noch so vorstellt – in einem Vakuum kugeln die kleinen Elektronenkugeln um den aus Protonen- und Neutronenkugeln bestehenden Kern – der macht sich bei den Insidern der Wissenschaft ein bißchen lächerlich.
Aber außerhalb der hohen Wissenschaft ist dieses Bild nach wie vor weit verbreitet. Sehr gern bringen Lehrer es Schülern bei. |
| Zwei Modelle - eines fürs Volk und eines für die geistige Elite |
Wenn wir es so sehen wollen, haben wir
zwei verschiedene Atommodelle :
- das „unwissenschaftliche“, primitive, anschauliche, aber „falsche“ Planetenmodell für das ungebildete Volk
und das
- moderne abstrakte, quantenphysikalische, kompliziert-umständliche für die wissenschaftliche Elite. |
| Die neuen Modelle schrecken eher ab, als daß sie helfen, den Mikrokosmos zu verstehen. |
Allein die Vielzahl der Elementarteilchen (auch „Elementarteilchen-Zoo“ genannt – ein Begriff, der das Problem so schön doppeldeutig-anschaulich macht) in diesen hochwissenschaftlichen Theorien, was immer man sich darunter vorstellen soll, interessiert einen normalen Menschen überhaupt nicht mehr. Die meisten Menschen „sehen“ ein Atom so :

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| Das erkenntnis-theoretische Problem aller Modelle |
Schon in den Anfängen zeigten sich Zweifel an der tatsächlichen Existenz von Atomkernen und Elektronen in dieser „klassischen“ Vorstellung von den kleinen Kugeln und dem großen Kern...
Der Physiker Sir Arthur Eddington formulierte diese Zweifel in dem hübschen Satz:
„Als uns der verstorbene Lord Rutherford den Atomkern zeigte,
hat er ihn da gefunden oder hat er ihn gemacht?“
Damit wies er auf ein Problem der Wissenschaft hin, das bis heute nicht geklärt ist: Spiegelt wissenschaftliche Erkenntnis die Wirklichkeit wirklich, „objektiv“ ab, oder haben wir es nur mit mehr oder weniger genauen Vorstellungen, Bildern, Modellen und Theorien von der Wirklichkeit zu tun, die aber letztlich nur (Ab-) Bilder unseres subjektiven Denkens sind? Ist unsere Erkenntnis letztlich unabhängig von der Art und Weise unserer Sinneswahrnehmungen und unseren gedanklichen Fähigkeiten oder ist sie daran gebunden?
Je länger man darüber nachdenkt, desto komplizierter, komplexer und „unvorstellbarer“ wird alles. Jede Antwort wirft viele neue Fragen auf.
Hat man die zur Zeit üblichen komplizierten Theorien in mühevoller Arbeit gelernt, weiß man nur eins: man weiß, daß man immer noch nicht weiß, wie „das Ganze“ wirklich aufgebaut ist und zusammenhängt.
Der Drang, „zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält“ und weiter zu fragen, weiter nachzudenken, wird aus Angst, Wissenslücken eingestehen zu müssen oder sich lächerlich zu machen, schnell unterdrückt.
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| Einige Fragen an das Atom - mit Hintergedanken |
Nun gibt es eine Reihe von Fragen, die sicher auch einen Normalbürger ohne Physikstudium interessieren. Doch er hat nur das Planetenmodell als Anschauung. Deshalb habe ich einmal einige der möglichen Fragen aufgelistet - ziemlich einfache Fragen, die kein Physiklehrer stellt und kein Lehrbuch beantwortet - natürlich mit dem Hintergedanken, diese Frage mit Hilfe meines Modells dann sehr einfach beantworten zu können:
- Wie stabil ist so ein Atom? Verändert es sich, bleibt es „sich ewig gleich“? Kann es altern?
- Wiese halten Atome zusammen? Warum mag es z. B. dieses Wasserstoffatom, als zweiatomiges Molekül zu existieren?
- Was macht das Atom, wenn es Gravitationskräfte gegenüber anderen Atomen entwickelt? Wie kann man sich das vorstellen?
- Was bedeuten die elektrischen Ladungen? Tragen Elektron und Proton sie „huckepack“ oder „sind“ sie diese „Ladung“?
- Positive und negative Ladung ziehen sich gegenseitig an, zwei gleiche Ladungen stoßen sich ab. Wie machen sie das?
- Wie soll man sich Wärme auf atomarer Ebene vorstellen?
( Modelle sagen: z. B. als Gitterschwingungen oder als Billardkugeln ähnlich sich bewegende und stoßende Gasmoleküle. Wenn die aneinander stoßen, geben die schnelleren ihre Bewegungsenergie, d. h. ihre Wärme, an die langsameren ab.)
- Die atomare Bewegung im Raum (Sichtweise des einen Modells) wird gleichzeitig eine Wärmestrahlung im Vakuum (Sichtweise des anderen Modells) ?
- Was ist Licht, wie entsteht und „vergeht“ es?
- Was machen die Atome, wenn sie das Licht absorbieren oder reflektieren oder einfach „durchlassen“? Wie soll man sich diese Wechselwirkungen des Lichtes mit den Atomen vorstellen?
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Unsere bisherigen Vorstellungen, Modelle, Theorien sind so aufgebaut, daß wir
das „Teilchen“ und „seine Wechselwirkungen“ mit anderen Teilchen
künstlich als zwei verschiedene Dinge sehen:
Das Elektron BESITZT eine elektrische Ladung. Die Erde BESITZT ein Gravitationsfeld. Die Billardkugel BESITZT kinetische Energie.
Alle diese Vorstellungen trennen zwischen den Begriffen wie Masse (Materie), (elektrische) Energie, Gravitation, Bewegung(s-Energie).
Sie ignorieren die „Einheit aller Erscheinungen“, die „Ganzheit“.
Indem die Materie immer mehr „geteilt“ werden soll (siehe z. B. das Problemfeld „Hochenergiephysik“), hofft man zu erkennen, was sie „zusammenhält“. ... |
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Wie kann diese künstliche Teilung der Welt überwunden werden, wie kann ich „das Ganze“ erkennen“, wie begreifen, daß „alles eins“ ist?
Das Ganze ist viel zu groß, es als Ganzes zu erkennen. Mir bleibt nur, der Versuch, es aus der Beobachtung seiner Teile zu erkennen.
Wenn ich für diese Teile, Teilchen, Atome eine Vorstellung, ein Modell finde, das diese Einheit und Ganzheit in den Mittelpunkt stellt, vielleicht kann mir das weiterhelfen. Dazu muß zuerst die künstliche Trennung in „Teilchen“ und seine „Wechselwirkungen“ aufgehoben, überwunden werden.
Die „Teilchen“ und ihre „Wechselwirkungen“ müssen als „eins“ angesehen werden.
Denkbar wäre es in einem Modell, das für alle Energieformen – Gravitation, elektrische Ladungen, Masse, mechanische Energie, Wärme, Licht - ein einziges Bild findet, auf das alle diese beobachteten Phänomene zurückgeführt werden können.
Mit anderen Worten: alle makroskopisch beobachtbaren Phänomene, alle „Wirkungen“ müssen in einer einzigen Analogie, einem einzigen Modell dargestellt werden können, das bis ins „kleinste“ geht, bis in den atomaren Bereich.
In meinem Atommodell habe ich diesen Versuch unternommen.
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