| 2. einzelne ausgewählte Modelle aus der Geschichte |
| Dyade - eine Atomvorstellung aus Asien |
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Mit der Vorstellung von der Dyade wurde versucht, das Problem des Übergangs vom einzelnen punktförmig gedachten Atom zum ausgedehnten Körper zu lösen, indem man zwei solche Punkte zur Dyade verband. Erst diese Dyaden waren nun durch Anlagerungen aneinander in der Lage, die realen Dinge zu bilden.
Das besonders interessante an der Dyaden-Vorstellung ist, daß sie eigentlich nur aufgrund der Spezifik des Sanskrit denkbar ist, denkbar im wahrsten Sinne des Wortes. Das Sanskrit besitzt zwischen dem Singular (der "Ein-Zahl") und dem Plural (der "Viel-Zahl") noch einen "voll ausgebildeten Dual", eine spezifische Form, die Zweiheit als Einheit zu denken.
Dieses Modell wirft nebenbei die Fragen auf, welche Rolle die Sprache bei der Bildung physikalischer Theorien spielt und ob es eine Art "optimale" Sprache bzw. weniger geeignete Sprachen gibt zur physikalischen Weltbeschreibung. Noch anders: vielleicht ist es auch vorteilhaft, gleiche physikalische Erkenntnisse in den verschiedenen Sprachen zu denken. Die unterschiedlichen Worte mit ihren teilweise schwer übersetzbaren Bedeutungen, die unterschiedliche Bedeutung der Begriffe und die verschiedenartigen Formen der Vernetzung dieser Worte und Begriffe könnte zusätzliche Erkenntnisse liefern.
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aus „Geschichte der Physik“ - Ein Abriß siehe Quellen
Da das Zitat an dieser Stelle zu umfangreich wäre, es jedoch sehr interessante Gedanken enthält, habe ich es in die Fremdtexte aufgenommen. siehe
Abriss |
| Kraft-Zentrum |
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In der zweiten Hälfte des 19. Jh. scheinen die Vorstellungen von einem "Kraftzentrum" im Unterschied zum "Masse-Punkt" als Bild für das Atom vorherrschend gewesen zu sein. Das Kraftzentrum entspricht stärker der "weiblichen" Art zu denken als der "männlichen", die Begriffe wie Punkt, Strahl, linear usw. bevorzugt. Daher habe ich als Beispiel für einen Vertreter der Vorstellungen vom Kraftzentrum auch eine Frau zu Wort kommen lassen (siehe 3.). |
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| Die Vorstellungen Immanuel Kants |
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"Es ist der Anfangsgrunde der Naturwissenschaft großes Verdienst, für einen Anfang einer Naturphilosophie darauf aufmerksam gemacht zu haben, daß die Physik
Gedankenbestimmungen ohne deren weitere Untersuchung gebraucht, welche die wesentlichen Grundlagen ihrer Gegenstände ausmachen. Z.B. Dichtigkeit wurde für ungleiche Menge (Quantum) im Raume angesehen; stattdessen behauptete sie Kant als einen Grad der Raumerfüllung, Energie, Intensität der Aktion. Er verlangt Konstruktion der Materie aus Kräften, Tätigkeiten, Energien, nicht Atomen." (G. W. F. Hegel) |
Zitat aus digitbib,
Band 3, S. 2194,
siehe Quellen »
digitbib |
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und:
"Das wichtigste in der so aufgebauten Naturphilosophie Kants ist seine dynamische Theorie
der Materie, worin er jetzt aus den allgemeinsten Grundsätzen der Kritik die schon in der »Naturgeschichte des Himmels« angelegte Lehre ableitete, daß die Substanz des im Raume Beweglichen das Produkt zweier einander in verschiedenem Maße das Gegengewicht haltenden Kräfte, der Attraktion und der Repulsion sei."
(Windelband - Geschichte der Philosophie) .
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Zitat aus digitbib,
Band 3, S. 6519
siehe Quellen »
digitbib |
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Diese beiden Gegen-Kräfte, Anziehung (Attraktion) und Abstoßung (Repulsion), wurden in den vor-atomistischen Konzepten i. a. gemeinsam gedacht und aufeinander bezogen betrachtet. Die Geschichte dieser Begriffe erscheint mir aus heutiger Sicht wichtig zu sein. Ich werde versuchen, irgendwann näher darauf einzugehen.
Erste Gedanken zu diesen Fragen habe ich im Thema "Physik", im Kapitel "Bewegung" auf der Seite "Druck und Sog" notiert. |
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| Was E. Mach wirklich meinte ... |
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Man hört meist nur, Ernst Mach habe sich gegen die Atomistik gewandt und noch auf dem Totenbett gesagt, er glaube nicht an die Atome, man solle ihm eines zeigen.
Doch eigentlich hat er es ganz anders gemeint: für ihn war das Atom nur ein Denk-Hilfsmittel, sich die Struktur der Materie, die Erscheinungen vorzustellen. Das Problem ist: mit welchen Eigenschaften belegt man den Begriff "Atom" und inwieweit stimmen diese mit der Realität überein? Er hat nicht das Atom "geleugnet", er wollte wissen, ob damit alles über die Materie ausgesagt werden kann.
Das ist eine philosophische Frage, die nach dem Verhältnis von Abbild und Wirklichkeit. Diese Frage müssen sich alle physikalischen Begriffe und Theorien gefallen lassen. Nur so haben wir die Chance, unser Abbild von der Welt verbessern zu können.
Vielleicht hätte man seine Bedenken "bedenken" - meint: darüber sachlich nachdenken - sollen, uns wäre die Atomistik heute nicht so teuer gekommen...
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Pardon, natürlich kann ich nicht wissen, was Mach wirklich meinte. Ich interpretiere nur seine Auffassung. Doch mir erscheint diese Interpretation logisch und relativ glaubwürdig.
Gern können Sie mit mir darüber diskutieren. Ich bin sehr begierig, weitere Auffassungen kennenzulernen! |
| Quelle-Senke-Vorstellungen |
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| Ritz, Walter |
Hier bringe ich nur ein kurzes Zitat aus einer seiner Arbeiten: |
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"Es ist tatsächlich bemerkenswert, daß man, wenn man die Materie als eine ständige Quelle oder Versickerungsstelle von Äther auffaßt, mit Riemann (dessen Untersuchungen Brill wiederaufnahm) zu einer hydrostatischen Erklärung der in der Elektrostatik und Gravitation auftretenden Anziehungen und Abstoßungen kommt, Aber das Wort "Erklärung" ist hier fehl am Platz: es handelt sich hier bestenfalls um eine Entsprechung." |
siehe Quellen - Kürzel Ritz, W.
und Fremdtexte »
Ritz, W.
- dort ist dieses Zitat ausführlicher angegeben |
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Wie es aussieht, hat es damals durchaus Überlegungen gegeben, mit Hilfe des Quelle-Senke-Modells Erklärungen für die beobachteten Phänomene zu finden. Doch dann verhedderten sie sich wieder in ihren eigenen Begriffen und Interpretationen, wie auch in dieser Arbeit von Walter Ritz aus dem Jahr 1908 sehr schön zu erkennen ist. |
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| Schauberger, Viktor |
Bisher habe ich in dem Material über Schauberger (das Buch von C. Coats und die Schriftenreihe "Implosion") nur einen Hinweis auf sein Atommodell gefunden, noch keine ausführliche Darstellung:
Die Gedanken Viktor Schaubergers und auch seines Sohnes Walter sind so komplex, daß es schwierig wird, sie kurz zusammenzufassen.
Im Grunde ist sein Gedankenansatz ein völlig neues Denk-System, das von den Grundlagen her erschlossen werden muß. Viele grundlegende philosophische und physikalische Fragen müssen vorab geklärt werden, will man Schaubergers Denkansatz verstehen.
Soweit ich es verstanden habe, geht es auch Schauberger um ein Quelle-Senke-Modell für die Materie-Struktur.
An anderer Stelle gibt es noch einen Hinweis, der als Analogieschluß für Wirbelmodelle beachtet werden könnte:
daß Wasser, wenn es aus laminarer in turbulente Strömung übergeht, also Wirbel bildet, sowohl kälter als auch dichter wird.
Das ist ein schönes Bild, um sich besser vorstellen zu können, wie Materie (im Sinne der "Masse" bzw. des "Teilchens" ) sich aus verwirbelter Ur-Substanz, aus einem Fluidum konstituiert.
Der grundlegend spannende Gedanke bei Schauberger ist, daß er dem Sog (der Implosion) im Rahmen der Naturerscheinungen und der Physik allgemein einen wesentlich wichtigern Platz einräumt, als es die Lehrmeinung tut. Auf deren Versuche, den Sog zu umgehen und diesen durch Modelle auf der Basis des Drucks zurückzuführen, wird noch an verschiedenen Stellen zurückzukommen sein.
Schauberger nennt Atome auch "natürliche Resonanzsysteme". Für ihn ist der Energiebegriff in dem Sinne zu verstehen, daß Energie selbst eine Evolution, eine Entwicklung von niederen zu höheren Formen durchläuft, deren höchste Form die "Liebe" (wohl im Sinne einer psychischen Energie) ist. D. h., er hebt die Trennung des Energiebegriffs in einen eingeschränkten (in der Physik) und einen erweiterten, allgemeingültigen (in der Alltagssprache, der Psychologie usw.) auf. So spricht er beispielsweise von einem "schöpferischen Energiewirbel".
Er sieht die Natur als „Wirbel in Wirbeln“ beschreibbar:
„daß die Wissenschaft trotz aller Hinweise, die uns die Natur auf die wirbelförmige, zykloide Spiralbewegung gibt und die sich in der Natur allenthalben beobachten läßt, dieser Bewegungsform so wenig Beachtung beigemessen und auch nie den Versuch angestellt hat, sie zu kopieren.“
Auch Schauberger ist ein Vertreter der "Kontinuums-Physik" (denkt in diesem Sinne "weiblich") und sieht den Energiebegriff als den primären gegenüber allen anderen physikalischen Begriffen einschließlich der Materie, des Atoms usw.
Schauberger hat von "höherwertigen Atomenergien" gesprochen. Ich hoffe, ich kann noch herausbekommen, was er damit gemeint hat.
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siehe in
Quellen
die Kürzel
- Coats, C.
und
- Implosion.
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| Die asiatische Vorstellung des "Bindu" |
Nun kann man nicht eigentlich von einer "asiatischen" Physik sprechen, die Erkenntniswege in diesem Teil der Welt sind mit unseren europäischen kaum vergleichbar. Das Selbstbewußtsein europäischer Wissenschaft läßt diese außerwissenschaftliche Erkenntnisse deshalb normalerweise nicht als gleichberechtigt gelten. Um so mehr überrascht es, wenn man dann den hochkomplexen und modernen philosophischen Gehalt uralter asiatischer Vorstellungen erkennt.
Das "Bindu" ist eine solches Bild, das Vorstellungen vom Ursprung der Welt (durchaus mit unserem Bild vom "Urknall" vergleichbar), von der Struktur der Materie und sogar mathematisch-geometrische Erkenntnisse in sich vereint. |

Quellenangabe - siehe Abbildungen |
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Auf das Wort "Bindu" stieß ich erstmals in einem Buch "Die Gottesformel" von Thomas M. Waldmann, in dem er aus der mathematisch sinnlosen Gleichung
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die er die "Gottesformel" nennt, interessante philosophisch-erkenntnistheoretische Gedanken ableitet.
Waldmann (Mathematik- und Physiklehrer aus der Schweiz) zitierte aus einem Buch "Die neue Wirklichkeit" eines Bede Griffith (Aquamarin, Grafing 1990, S. 97): |
Mehr über Waldmanns findet sich in www.die-besten-gedanken.de:
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| ein asiatisches Erklärungsmodell für Energie |
„Tantra kennt die großartige Sicht des gesamten Kosmos als Shakti. Shakti ist Energie. Deshalb ist der Bezug zur Gegenwart so faszinierend, weil in der Sicht des Tantra Shakti der Ursprung des Universums ist. [..] Von besonderem Interesse ist der trantrische Begriff Bindu. Bindu ist ein Punkt, ein Punkt, in dem sich die gesamte Energie des Universums konzentriert. Bindu wird als Ursprung des Universums beschrieben, [..]. Von diesem konzentrierten Punkt expandiert die Energie nach außen. Dies ähnelt sehr unserem Konzept vom Anfang des Universums. [..] Es ist interessant, dass im Tantra die Energie aus dem Bindu in mathematischen Formen herausströmt.“ |
Hervorhebungen
von mir - B. K. |
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Neugierig geworden, wollte ich mehr über das Bindu wissen.
Die Suche in der"BDE" ergab, daß „Bindu” weder in der 24bändigen Enzyklopädie noch in dem dreibändigen "Deutschen Wörterbuch" für erwähnenswert gehalten wird. Natürlich erhebt sich sofort eine Randfrage, wie Globalisierung gemeint ist, wenn der europäische Kulturraum nicht in der Lage ist, vom Weltwissen zu profitieren. |
BDE (Kürzel für "Brockhaus - Die Enzyklopädie"):
siehe Quellen |
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Beim "googlen" im Mai 2005 fand ich einige Informationen, die ich hier zusammengefaßt vorstellen möchte: |
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Es fällt auf, daß der Begriff sehr stark in der esoterischen Szene verwendet wird: Yoga, Weg der Mitte, indische Worte und „Indien” , Buddhismu, Tantra - das ist eine Auswahl von Begriffen, die in den Namen der Webseiten auftauchen, auf denen etwas über „Bindu” zu finden ist.
Aus den wenigen für mich interessanten Fundstellen habe ich folgende Erstinformationen entnommen:
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Man nehme es mir nicht übel, wenn ich nicht weitere, allgemein zugängliche Quellen
wie z. B. die Wikipedia hier zitiere. |
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Bindu wird im allgemeinen als „Punkt” bezeichnet, gelegentlich auch als „Brennpunkt” oder „Tropfen”, „Samen” oder „Keim”. Seine Darstellung in einem „Yantra” ist sehr stark geometrisch (Dreiecke, Quadrate), wobei die Dreiecke als „männliche” Dreiecke (auf der Basis stehend) und „weibliche” Dreiecke (auf der Spitze stehend) angesehen werden. |
Dieser Zusammenhang mit den männlichen und weiblichen Symbolen machte mich hellhörig.
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Bindu wird auch als Licht (im Unterschied zu „Nada” = Klang) bezeichnet. Meist ist Bindu der (ausdehnungslose, im Zentrum stehende) Punkt, aus dem das Universum entstanden ist bzw. entsteht ( Quelle aller Manifestationen, aber selbst als Unmanifestiertes geltend) und in den es wieder hineingeht, zurückkehrt ( die klassische Quelle-Senke-Konstruktion also). Auch Gleichsetzungen des Bindu-Punktes mit dem ganzen Universum sind möglich. Diese für uns ungewohnte Doppeldeutigkeit (hier: nichts und alles in einem Symbol) wird noch im Rahmen der Erkenntnistheorie ausführlicher behandelt werden. Auch wird es als „Punkt der Vereinigung aller Dualität” angesehen.
Manchmal wird es auch nur als „gedachter” Punkt bezeichnet.
Allgemein ist fast allen Vorstellungen vom Bindu gemeinsam, daß es als „Bild konzentrierter Energie” gilt (siehe: „auf einen Punkt konzentrieren” - in doppelter Bedeutung: materiell und geistig).
Assoziationen zu „auf den Punkt kommen/bringen” und zum „springenden Punkt” sind ebenfalls zu finden.
Das „Bindi”, der rote Punkt zwischen den Augenbrauen der InderInnen, geht ebenfalls vom „Bindu” aus. |
Das Wort „Manifestation” lohnt eine gesonderte Betrachtung, später und an anderem Ort |
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