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07. 10. 2009
Grundfragen der Physik,
neu gestellt und beantwortet von einer Frau
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Struktur Atommodell Mathematik
Struktur
Vielfalt
 


Die  Vielfalt der Modelle
Viele Sichtweisen sind möglich und brauchbar

Einleitung
Nachdem ich von Kelvins Wirbelatom gehört hatte, stieß ich auf immer mehr Atom-Modelle in der  Geschichte der Physik, die im offiziellen Geschichtsbild des Atoms nicht erwähnt wurden. Jedes dieser Modelle stellte einen bestimmten Aspekt der Struktur der Materie in den Mittelpunkt. Aus der Vielzahl dieser verschiedenen Sichtweisen ergibt sich insgesamt ein sehr komplexes Bild von dem, was heute "Atom" genannt wird. Wer nichts von ihnen weiß, wird auch nicht nach ihnen suchen. Deshalb will ich auf dieser Seite die Informationen zusammenstellen, soweit ich sie bekommen konnte. Oft sind das nur Erwähnungen oder rudimentäre Ausführungen. Wenn ich damit Ihr Interesse wecken kann, selbst weiter zu recherchieren, sollte es mich freuen.
Neben diesen geschichtlichen Vorstellungen gibt es - auch das ist meist nicht bekannt - viele aktuelle Atom-Modelle. Einge von ihnen stelle ich auf der Seite Neue Modelle vor.
Eine chronologische Ordnung der Modelle hat wenig Sinn, da es keine in diesem Sinne lineare "Weiterentwicklung"  von älteren zu neueren Auffassungen gibt. Die gibt es auch, aber nicht nur.  Auch trenne ich nicht zwischen rein physikalischen und rein philosophischen Atom-Vorstellungen bzw. den Mischformen.
 

Übersicht
  1. Die verschiedenen Begriffe und Worte für das, was heute "Atom" bzw. Elementarteilchen" heißt
  2. Einzelne ausgewählte Modelle aus der Geschichte
- Dyade
- Kraftzentrum  (siehe auch 3.: Helene Bender)
- Die Vorstellungen Immanuel Kants
- Was E. Mach wirklich meinte ...
- Quelle - Senke - Vorstellungen von Walter Ritz und anderen sowie aus Asien das "Bindu"
3. Sonstiges aus der Geschichte   - Die Atomvorstellungen von Frauen
- Philenis, die Geliebte und Schülerin von Epikur und ihre Abhandlung über die Physik und die Atome
- Helene  Bender und das Bild vom Kraftzentrum
- Anne Conway und die organische Struktur der Materie
- Einschub: die Trennung von Materie und Geist
- Atom und Bewußtsein? -  Alice Bailey und ihr Buch "Das Bewußtsein des Atoms" - eine ganz "böse", eine "unwissenschaftliche" (?) Vorstellung - eine sehr "weibliche"
1. Übersicht verschiedener Begriffe und Worte für das letzte, unteilbare "Teilchen"
 
Die folgende Liste soll zeigen, welche Vielfalt von Vorstellungen zur "körnigen" Struktur der Materie es gegeben hat. Viele der Begriffe überschneiden sich in ihren Definitionen, viele berühren nur einzelne Aspekte dessen, was wir heute "Atom" nennen oder gehen in der Einbeziehung nichtphysikalischer Eigenschaften deutlich über die physikalischen Atom-Vorstellungen hinaus: Alle gemeinsam ist das Bild des "Unteilbaren", der Ganzheit und Individualität   eines solchen "Teilchens":

-  Homolomerien - "ähnliche Teilchen"
-  Monade
-  Plastidulen / belebte Atomkomplexe (Haeckel)
-  Dyade - eine asiatische Atomvorstellung
- Kraftzentrum (Auflösung des Massebegriffs zugunsten des Kraftbegriffs)
- Dynamiden
- Das Prinzip "Attraction und Repulsion" (siehe Kant)
- Das Prinzip "Substanz und Leere"
- Atom (als Masse-Punkt oder Masse-Teilchen) oder Volumenelement - was ist der prinzipielle Unterschied?
- beseeltes Atom / Erweiterung des Atombegriffs auf geistige Bereiche (wobei es mitunter zu den kuriosesten Vorstellungen kommt, die schon deshalb lesenswert sind )
- Ablehnung des Atom-Begriffs (siehe E. Mach)
- Quelle - Senke - Vorstellungen von Walter Ritz, Viktor Schauberger und aus der asiatischen Symbolsprache (das "Bindu")
- Wirbelmodelle               
(siehe dazu auch die Seite   Kelvin)
- die organische Struktur der Materie

Die erste Unterteilung des Atoms in Elektronen, Neutronen und Protonen brachte auch für den Laien noch einen Erkenntnisgewinn, wurden  doch mit ihrer Hilfe beispielsweise elektrische Vorgänge im Rahmen der Atomistik  leicht und anschaulich (!) erklärbar. 

Doch dann setzte  mit der "Elementarteilchen-Physik" eine "Teilchen-Inflation" ein. Das moderne Wissen  über die Struktur der Materie setzt die Kenntnis von -zig Begriffen für die mehr als 200 verschiedenen "Elementar-Teilchen" voraus. Manche lieben es, diese Vielzahl mit dem schönen Wort "Elementarteilchen-Zoo" zu belegen.

Der Erkenntniswert ist im Verhältnis zum Lern-Aufwand für den Schüler  und interessierten Laien viel zu gering : Das Rätsel des Struktur der Materie ist nicht geringer geworden, wenn nun von folgenden "Teilchen" gesprochen wird:
Natürlich garantiert diese kleine Übersicht keine Vollständigkeit.


Die im Text vorgestellten Modelle werden in Fettdruck gekennzeichnet. Die anderen werden später ergänzt.
  - Alphateilchen
- Antiteilchen
- Baryonen
- Betalteilchen
- Bosonen
- Gammateilchen
- Gravitonen (hypothetische "Teilchen")
- Hadronen
- Leptonen
- Mesonen
- Myonen
- Neutronen
- Neutrinos
- Nukleonen
- Photonen
- Pionen
- Positronen
- Protonen
- Quarks
- Strings
- usw. usf.
 
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2. einzelne ausgewählte Modelle aus der Geschichte
Dyade - eine Atomvorstellung aus Asien
 
Mit der Vorstellung von der Dyade wurde versucht, das Problem des Übergangs vom einzelnen punktförmig gedachten Atom zum ausgedehnten Körper zu lösen, indem man zwei solche Punkte zur Dyade verband. Erst diese Dyaden waren nun durch Anlagerungen aneinander  in der Lage, die realen Dinge zu bilden.
Das besonders interessante an der Dyaden-Vorstellung ist, daß sie eigentlich nur aufgrund der Spezifik des Sanskrit denkbar ist, denkbar im wahrsten Sinne des Wortes. Das Sanskrit besitzt zwischen dem Singular  (der "Ein-Zahl") und dem Plural (der "Viel-Zahl") noch einen "voll ausgebildeten  Dual", eine spezifische Form, die Zweiheit als Einheit zu  denken.

Dieses Modell wirft nebenbei die Fragen auf, welche Rolle die Sprache bei der Bildung physikalischer Theorien spielt und ob es eine Art "optimale" Sprache bzw. weniger geeignete Sprachen gibt zur physikalischen Weltbeschreibung. Noch anders: vielleicht ist es auch vorteilhaft, gleiche physikalische Erkenntnisse in den verschiedenen Sprachen  zu denken. Die unterschiedlichen Worte mit ihren teilweise schwer übersetzbaren Bedeutungen, die unterschiedliche Bedeutung der Begriffe und die verschiedenartigen Formen der Vernetzung dieser Worte und Begriffe könnte zusätzliche Erkenntnisse liefern.
aus „Geschichte der Physik“ - Ein Abriß siehe  Quellen
Da das Zitat an dieser Stelle zu umfangreich wäre, es jedoch sehr interessante Gedanken enthält, habe ich es in die Fremdtexte aufgenommen. siehe
Abriss
Kraft-Zentrum
 
In der zweiten Hälfte des 19. Jh. scheinen die Vorstellungen von einem "Kraftzentrum" im Unterschied zum "Masse-Punkt" als Bild für das Atom vorherrschend gewesen zu sein.  Das Kraftzentrum entspricht stärker der "weiblichen" Art zu denken als der "männlichen", die Begriffe wie Punkt, Strahl, linear usw. bevorzugt. Daher habe ich als Beispiel für einen Vertreter der Vorstellungen vom Kraftzentrum auch eine Frau zu Wort kommen lassen (siehe 3.).
Die Vorstellungen Immanuel  Kants
 
"Es ist der Anfangsgrunde der Naturwissenschaft großes Verdienst, für einen Anfang einer Naturphilosophie darauf aufmerksam gemacht zu haben, daß die Physik Gedankenbestimmungen ohne deren weitere Untersuchung gebraucht, welche die wesentlichen Grundlagen ihrer Gegenstände ausmachen. Z.B. Dichtigkeit wurde für ungleiche Menge (Quantum) im Raume angesehen; stattdessen behauptete sie Kant als einen Grad der Raumerfüllung, Energie, Intensität der Aktion. Er verlangt Konstruktion der Materie aus Kräften, Tätigkeiten, Energien, nicht Atomen." (G. W. F. Hegel)
Zitat aus digitbib,
Band 3, S. 2194,
siehe Quellen » digitbib
 
und:
"Das wichtigste in der so aufgebauten Naturphilosophie Kants ist seine dynamische Theorie der Materie, worin er jetzt aus den allgemeinsten Grundsätzen der Kritik die schon in der »Naturgeschichte des Himmels« angelegte Lehre ableitete, daß die Substanz des im Raume Beweglichen das Produkt zweier einander in verschiedenem Maße das Gegengewicht haltenden Kräfte, der Attraktion und der Repulsion sei."  
(Windelband - Geschichte der Philosophie) .
Zitat aus digitbib,
Band 3, S. 6519
siehe Quellen » digitbib
 
Diese beiden Gegen-Kräfte, Anziehung (Attraktion) und Abstoßung (Repulsion), wurden in den vor-atomistischen Konzepten i. a. gemeinsam gedacht und aufeinander bezogen betrachtet.  Die Geschichte dieser Begriffe erscheint mir aus heutiger Sicht wichtig zu sein.  Ich werde versuchen, irgendwann näher darauf einzugehen.
Erste Gedanken zu diesen Fragen habe ich im Thema "Physik", im Kapitel "Bewegung" auf der Seite "Druck und Sog"  notiert.
Was E. Mach wirklich meinte ...
 
Man hört meist nur, Ernst Mach habe sich gegen die Atomistik gewandt und noch auf dem Totenbett gesagt, er glaube nicht an die Atome, man solle ihm eines zeigen.
Doch eigentlich hat er es ganz anders gemeint: für ihn war das  Atom nur ein Denk-Hilfsmittel, sich die Struktur der Materie, die Erscheinungen vorzustellen. Das Problem ist: mit welchen Eigenschaften  belegt man den Begriff "Atom" und inwieweit stimmen diese mit der Realität überein? Er hat nicht das  Atom "geleugnet", er wollte wissen, ob damit alles über die Materie ausgesagt werden kann.
Das ist eine philosophische Frage, die nach dem Verhältnis von  Abbild und Wirklichkeit. Diese Frage müssen sich alle physikalischen Begriffe und Theorien gefallen lassen. Nur so haben wir die Chance, unser Abbild von der Welt verbessern zu können.
Vielleicht hätte man seine Bedenken "bedenken" - meint: darüber sachlich nachdenken - sollen, uns wäre die Atomistik heute nicht so teuer gekommen...
Pardon, natürlich kann ich nicht wissen, was Mach wirklich meinte.  Ich interpretiere nur seine Auffassung.  Doch mir erscheint diese Interpretation logisch und relativ glaubwürdig.
Gern können Sie mit mir darüber diskutieren. Ich bin sehr begierig, weitere Auffassungen kennenzulernen!
Quelle-Senke-Vorstellungen
Ritz, Walter Hier bringe ich nur ein kurzes Zitat aus einer seiner Arbeiten:  
 
"Es ist tatsächlich bemerkenswert, daß man, wenn man die Materie als eine ständige Quelle oder Versickerungsstelle von Äther auffaßt, mit Riemann (dessen Untersuchungen Brill wiederaufnahm) zu einer hydrostatischen Erklärung der in der Elektrostatik und Gravitation auftretenden Anziehungen und Abstoßungen kommt, Aber das Wort "Erklärung" ist hier fehl am Platz: es handelt sich hier bestenfalls um eine Entsprechung."
siehe Quellen - Kürzel Ritz, W.

und Fremdtexte »
Ritz, W. 
- dort ist dieses Zitat ausführlicher angegeben
 
Wie es aussieht, hat es damals durchaus Überlegungen gegeben, mit Hilfe des Quelle-Senke-Modells Erklärungen für die beobachteten Phänomene zu finden. Doch dann verhedderten sie sich wieder in ihren eigenen Begriffen und Interpretationen, wie auch in dieser Arbeit von Walter Ritz aus dem Jahr 1908 sehr schön zu erkennen ist.
 
Schauberger, Viktor
Bisher habe ich in dem Material über Schauberger (das Buch von C. Coats und die Schriftenreihe "Implosion") nur einen Hinweis auf sein Atommodell gefunden, noch keine ausführliche Darstellung:
Die Gedanken Viktor Schaubergers und auch seines Sohnes Walter sind so komplex, daß es schwierig wird, sie kurz zusammenzufassen.
Im Grunde ist sein Gedankenansatz ein völlig neues Denk-System, das von den Grundlagen her erschlossen werden muß. Viele grundlegende philosophische und physikalische Fragen müssen vorab geklärt werden, will man Schaubergers Denkansatz verstehen.
Soweit ich es verstanden habe, geht es auch Schauberger um ein Quelle-Senke-Modell für die Materie-Struktur.
An anderer Stelle gibt es noch einen Hinweis, der als Analogieschluß für Wirbelmodelle beachtet werden könnte:
daß Wasser, wenn es aus laminarer in turbulente Strömung übergeht, also Wirbel bildet, sowohl kälter als auch dichter wird.
Das ist ein schönes Bild, um sich besser vorstellen zu können, wie Materie (im Sinne der "Masse" bzw. des "Teilchens" ) sich aus verwirbelter Ur-Substanz, aus einem Fluidum konstituiert.
Der grundlegend spannende Gedanke bei Schauberger ist, daß er dem Sog (der Implosion) im Rahmen der Naturerscheinungen und der Physik allgemein einen wesentlich wichtigern Platz einräumt, als es die Lehrmeinung tut. Auf deren Versuche, den Sog zu umgehen und diesen durch Modelle auf der Basis des Drucks zurückzuführen, wird noch an verschiedenen Stellen zurückzukommen sein.
Schauberger nennt Atome auch "natürliche Resonanzsysteme". Für ihn ist der Energiebegriff in dem Sinne   zu verstehen, daß Energie selbst eine  Evolution, eine Entwicklung von niederen zu höheren Formen durchläuft, deren höchste Form die "Liebe" (wohl im Sinne einer psychischen Energie) ist. D. h., er hebt die  Trennung  des Energiebegriffs in einen eingeschränkten (in der Physik) und  einen erweiterten, allgemeingültigen (in  der Alltagssprache, der Psychologie usw.) auf.  So spricht er  beispielsweise von einem "schöpferischen  Energiewirbel".
Er sieht die Natur als „Wirbel in Wirbeln“ beschreibbar:
„daß die Wissenschaft trotz aller Hinweise, die uns die Natur auf die wirbelförmige, zykloide Spiralbewegung gibt und die sich in der Natur allenthalben beobachten läßt, dieser Bewegungsform so wenig Beachtung beigemessen und auch nie den Versuch angestellt hat, sie zu kopieren.“
Auch Schauberger ist ein Vertreter der "Kontinuums-Physik" (denkt in diesem Sinne "weiblich") und sieht den Energiebegriff als den primären gegenüber allen anderen physikalischen Begriffen einschließlich der Materie, des Atoms usw.
Schauberger hat von "höherwertigen Atomenergien" gesprochen. Ich hoffe, ich kann noch herausbekommen, was er damit gemeint hat.



siehe in
Quellen die Kürzel
- Coats, C.
und
- Implosion.

 
Die asiatische Vorstellung des "Bindu"
Nun kann man  nicht eigentlich von einer "asiatischen" Physik sprechen, die Erkenntniswege in diesem Teil der Welt sind mit unseren europäischen kaum vergleichbar. Das Selbstbewußtsein europäischer Wissenschaft läßt diese außerwissenschaftliche Erkenntnisse deshalb normalerweise nicht als gleichberechtigt gelten. Um so mehr überrascht es, wenn man dann den hochkomplexen und modernen philosophischen Gehalt  uralter asiatischer Vorstellungen erkennt. 

Das "Bindu" ist eine solches Bild, das Vorstellungen vom Ursprung der Welt (durchaus mit unserem Bild vom  "Urknall" vergleichbar), von der Struktur der Materie und sogar mathematisch-geometrische Erkenntnisse in sich vereint.
Abbildung eines Bindu in einem Yantra
Quellenangabe - siehe Abbildungen
 
Auf das Wort "Bindu" stieß ich erstmals in einem Buch "Die Gottesformel" von Thomas M. Waldmann, in dem er aus der mathematisch sinnlosen Gleichung

Null mal unendlich gleich eins ,

die er die "Gottesformel" nennt, interessante philosophisch-erkenntnistheoretische Gedanken ableitet. 
Waldmann (Mathematik- und Physiklehrer aus der Schweiz) zitierte aus einem Buch "Die neue Wirklichkeit" eines  Bede Griffith (Aquamarin, Grafing 1990, S. 97):
Mehr über Waldmanns  findet sich in www.die-besten-gedanken.de:
ein asiatisches Erklärungsmodell für Energie
„Tantra kennt die großartige Sicht des gesamten Kosmos als Shakti. Shakti ist Energie. Deshalb ist der Bezug zur Gegenwart so faszinierend, weil in der Sicht des Tantra Shakti der Ursprung des Universums ist. [..] Von besonderem Interesse ist der trantrische Begriff Bindu. Bindu ist ein Punkt, ein Punkt, in dem sich die gesamte Energie des Universums konzentriert. Bindu wird als Ursprung des Universums beschrieben, [..]. Von diesem konzentrierten Punkt expandiert die Energie nach außen. Dies ähnelt sehr unserem Konzept vom Anfang des Universums. [..] Es ist interessant, dass im Tantra die Energie aus dem Bindu in mathematischen Formen herausströmt.“
Hervorhebungen
von mir - B. K.
 
Neugierig geworden, wollte ich mehr über das Bindu wissen.
Die Suche in der"BDE" ergab, daß „Bindu” weder in der 24bändigen Enzyklopädie noch in dem dreibändigen "Deutschen Wörterbuch" für erwähnenswert gehalten wird.   Natürlich erhebt sich  sofort eine Randfrage, wie Globalisierung gemeint ist, wenn der europäische Kulturraum nicht in der Lage ist, vom Weltwissen zu profitieren.
BDE (Kürzel für "Brockhaus - Die Enzyklopädie"):
siehe Quellen
 
Beim "googlen" im Mai 2005 fand ich einige Informationen, die ich hier zusammengefaßt vorstellen möchte:
 
 
Es fällt auf, daß der Begriff sehr stark in der esoterischen Szene verwendet wird: Yoga, Weg der Mitte, indische Worte und „Indien” , Buddhismu, Tantra - das ist eine Auswahl von Begriffen, die in den Namen der Webseiten auftauchen, auf denen etwas über „Bindu” zu finden ist.
Aus den wenigen für mich interessanten Fundstellen habe ich folgende Erstinformationen entnommen:
Man nehme es mir nicht übel, wenn ich nicht weitere, allgemein zugängliche Quellen
wie z. B. die Wikipedia hier zitiere.
 
Bindu wird im allgemeinen als „Punkt” bezeichnet, gelegentlich auch als „Brennpunkt” oder „Tropfen”, „Samen” oder „Keim”. Seine Darstellung in einem „Yantra” ist sehr stark geometrisch (Dreiecke, Quadrate), wobei die Dreiecke als „männliche” Dreiecke (auf der Basis stehend) und „weibliche” Dreiecke (auf der Spitze stehend) angesehen werden.
Dieser Zusammenhang mit den männlichen und weiblichen  Symbolen machte mich hellhörig.
 
Bindu wird auch als Licht (im Unterschied zu „Nada” = Klang) bezeichnet. Meist ist Bindu der (ausdehnungslose, im Zentrum stehende) Punkt, aus dem das Universum entstanden ist bzw. entsteht (Quelle aller Manifestationen, aber selbst als Unmanifestiertes geltend) und in den es wieder hineingeht, zurückkehrt (die klassische Quelle-Senke-Konstruktion also). Auch Gleichsetzungen des Bindu-Punktes mit dem ganzen Universum sind möglich. Diese für uns ungewohnte Doppeldeutigkeit (hier: nichts und alles in einem Symbol) wird noch im Rahmen der Erkenntnistheorie ausführlicher behandelt werden. Auch wird es als „Punkt der Vereinigung aller Dualität” angesehen.
Manchmal wird es auch nur als „gedachter” Punkt bezeichnet.
Allgemein ist fast allen Vorstellungen vom Bindu gemeinsam, daß es als „Bild konzentrierter Energie” gilt (siehe: „auf einen Punkt konzentrieren” - in doppelter Bedeutung: materiell und geistig).
Assoziationen zu „auf den Punkt kommen/bringen” und zum „springenden Punkt” sind ebenfalls zu finden.

Das „Bindi”, der rote Punkt zwischen den Augenbrauen der InderInnen, geht ebenfalls vom „Bindu” aus.
Das Wort „Manifestation” lohnt eine gesonderte Betrachtung, später und an anderem Ort
nach oben
3. Atom - Vorstellungen von Frauen
Eine fragmentarische Information aus der Geschichte
 
Ein hübsches Beispiel soll zeigen, daß schon in der Antike auch Frauen sich mit den  Atomen befaßt haben:
"Die Geliebte Epikurs schrieb eine Abhandlung über die Physik und die Atome:
 "Philenis, die Schülerin und Mätresse Epikurs in seiner Jugend, »schrieb eine Abhandlung über die Physik und die Atome«. Ihre Werke sowohl wie ihre Briefe sollen durch besondere Eleganz des Stils geglänzt haben. »Meine Königin,« so schrieb ihr Epikur, »welches Vergnügen empfinde ich beim Lesen deiner Briefe.«..."
Leider ist wohl der Inhalt ihrer Ausführungen nicht erhalten.
Zitat aus digitbib, Bd. 45, S. 49205f - siehe   Quellen »digitbib
Kraftzentrum
 
In Eislers Philosophenlexikon aus dem Jahr 1912 fand ich eine Frau, Helene Bender (geb. 1854), deren Vorstellungen von der Struktur der Materie als Kraftzentrum so dargestellt wurden:
Sie "... macht den »Versuch einer Neubegründung der großen einheitlichen Weltanschauung Spinozas unter Zuhilfenahme der Atomistik und einer freien selbständigen Auffassung der Kantschen Lehren von der Idealität des Raumes und der Zeit« (gemäßigter Idealismus). Das (nicht positiv erkennbare) Ding an sich ist das Unbedingte, die Substanz im Sinne Spinozas, welche als Substrat der einzelnen Dinge, ihrer Akzidentien denknotwendig ist. Die göttliche Substanz ist »ein allen nur bedingt realen Erscheinungen gemeinsam zugrunde Liegendes, alle Dinge samt allen ihren Relationen in sich Begreifendes.« Raum und Zeit sind subjektiv, aber objektiv bedingte Anschauungsformen. Die (dynamisch gedachten) Atome sind nur relativ selbständige Kraftzentren, nicht Dinge an sich."
Zitat aus digitbib, Bd. 3, S. 17070

siehe Quellen »
digitbib






Hervorhebungen von mir - B. K.
Organische Struktur der Materie
 
Die "organische Struktur" ist ein anderes Wort für die "lebende Struktur", doch so klingt es etwas unverfänglicher.
Zur "lebenden Materie" siehe auch Leben
 
"Anne Conway und die organische Struktur der Materie
Anne Conway blieb trotz der bekannten Männer um sie herum eine unabhängige Denkerin. Ab 1670 arbeitete sie an einer neuartigen, umfassenden philosophischen Synthese. Sie setzte der Philosophie Descartes, der das Universum als sich mechanistisch bewegende Materie sah, in der jedes organische Lebewesen lediglich als kleine Maschine funktionierte, die untrennbare Einheit von Materie und Geist entgegen. Für sie war die Natur ein lebendiges Ganzes, welches aus individuellen Elementen bestand. Diese sogenannten "Monden" hatten eigene Lebenskraft und wurden organisiert und zusammengehalten von einem kosmischen Ordnungsprinzip. Anne Conways Behauptung, daß sich die Materie der Monaden wandeln könne, bereitete den Weg für die Entwicklung der modernen Evolutionstheorie.
In Hannover begeisterte sich Leibniz (1646 - 1716), dessen eigene Philosophie gerade erst im Entstehen war, für Anne Conways Philosophie. Innerhalb weniger Monate gebrauchte er ebenfalls den Begriff der Monade. So ging ihre Auffassung von den Monaden als den unteilbaren Grundbausteinen aller Materie und jeden Lebens in Leibniz' "Monadenlehre" auf."

Das Zitat ist ein Textauszug aus der alten Website des AKC, des Arbeitskreises Chancen-Gleichheit in der DPG, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft
siehe Quellen » WEB-Seiten
Die Website des AKC erreicht man am leichtesten über
www.physikerin.de

P.S.:
Auf der Website der TU Darmstadt gibt es eine Seite von/für Frauen in der Physik, auf der die gleichen Informationen zu finden sind über Frauen in der Geschichte der Wissenschaft:
www.physik.tu-darmstadt.de/website/frauen/allgemeines/portraits.html
 
Einschub: Materie und Bewußtsein
 
Ich kann es jetzt nur als These bzw. Behauptung in den Raum stellen, werde aber später hierauf zurückkommen:
 Die Trennung von Materie und Geist ist Auswirkung des sogenannten "männlichen" Denkens, die Einheit beider entspricht dem sogenannten "weiblichen" Denken. An dieser Stelle - der Sicht auf das Verhältnis von Materie und Geist - scheiden sich die Geister lange vor den entsprechenden physikalischen Theorien ...
Damit sage ich nie und nimmer, daß diese Trennung "schlecht" gewesen sei - ganz im Gegenteil: sie war notwendige Voraussetzung für wissenschaftliche Erkenntnis überhaupt!
Doch ich denke, es ist wichtig, diese Trennung und ihre Folgen genau zu analysieren und besser zu verstehen, ebenso wie den Gedanken der Einheit beider.  (siehe unten: Atom und Bewußtsein?)
siehe hierzu auch in Wissenschafts-Theorie » weibl. Philosophie,
die Seite
Stein + Wasser
Atom und Bewußtsein?
 
Alice Baileys Buch "Das Bewußtsein des Atoms"  erwies sich als die Darstellung einer sehr "weibliche" Atomvorstellung. Darüber hinaus spiegelte es die Vorstellungen über das Atom in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wesentlich detailreicher wider als heutige Darstellungen über die Geschichte der Atommodelle.

In Baileys Atomvorstellungen finden sich im wesentlichen vier Grunderkenntnisse über das Atom:

1. Das Atom, das „Unteilbare”, wörtlich genommen
Neben dem physikalischen Atom als kleinstem Baustein der Materie gibt es auch größere „Unteilbarkeiten”: das menschliche „Atom”, die Erde als ein kosmisches „Atom” . Heute würde man statt dessen wohl eher den Begriff "System" verwenden.

2. Materie und Bewußtsein:
Die rein materiell-physikalische Erklärung für die Struktur der Materie genügt nicht, das Wesen der Welt zu erkennen. Es ist auch das Bewußtsein in die Untersuchung der Materie einzubeziehen.

3. Die Analogie von Atom und Individuum ist in vielen Aspekten der Analyse der Eigenschaften des Atoms hilfreich. Andersherum werden die physikalischen Erkenntnisse über das Atom, wird die Lehre vom Atom Basis und Teil weitergehender Erkenntnisse und Wissenschaften und kann mit ihrem Erklärungspotential auf den höheren Ebenen durch Analogieschluß die Erkenntnis erleichtern bzw. vereinfachen.

4. Die Evolution (Entwicklung, zeitliche Veränderung, dynamische Sicht) ist in die Analyse des Atoms einzubeziehen: kein Atom ist etwas statisches, ewig sich gleichbleibendes.
So sieht Bailey in der Entwicklung (Evolution) der Materie selbst die Tendenz vom Chaos hin zur Ordnung und Vollkommenheit ausgeprägt. Diese Tendenz wird im heutigen Verständnis der Physik (Entropiemaximierung) nicht wahrgenommen.
siehe
Quellen


und in Fremdtexte Bailey, A. eine ausführlichere und kommentierte Darstellung ihrer Gedanken:
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Eine "weibliche" Physik / Struktur der Materie / Vielfalt der Modelle