| 4. Das Kontinuumsproblem |
| Die mathematische Sicht und die Unmöglichkeit, das Kontinuum zu erfassen |
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Das Kontinuumsproblem ist aus der Mathematik, der Mengenlehre bekannt. Es ist der mathematische Vergleich zwischen "abzählbaren" Unendlichkeiten und "nicht abzählbaren" Unendlichkeiten. "Nicht abzählbar" ist in diesem Sinne ein anderes Wort für Kontinuum. Damit wird versucht, sich den Problemen, die Unendlichkeiten (das unendlich Große - das unendlich Kleine) in mathematischer Beschreibung hervorrufen, zu stellen. Denn es gibt keine "abzählbaren Unendlichkeiten". "Zählbar" und "abzählbar" sind immer nur endliche Teilmengen.
Auch die Mathematiker haben also ihre Probleme mit dem Kontinuum: zusätzlich verwirren die verwendeten Begriffe mehr als sie zum Verständnis beitragen: "abzählbar", "zählbar", "überabzählbar" - was soll das alles, wenn es um Unendlichkeiten geht! |
Zählen von Unendlichkeiten siehe auch in Mathematik / Zahlen-Spiele:
Zählen
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Die Unendlichkeit hat keine Zahl.
Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes und immer "zahllos". |
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| Die Dichte |
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Diese physikalische Größe ist fest in das Alltagsbewußtsein der Menschen integriert. Das Wasser gibt bei 4 °C mit 1 g / cm3 (Kubikzentimeter) das Maß, mit dem alle anderen Körper, egal ob fest, flüssig oder gasförmig, verglichen werden. Körper mit einer geringeren Dichte können im Wasser schwimmen, eine größere Dichte bewirkt, daß sie i. a. untergehen. Die im Normalbereich von Temperatur und Druck schwerste Flüssigkeit, das Quecksilber, hat eine Dichte von 13,6 g / cm3. Damit wissen wir, daß 1 l Quecksilber das 13,6-fache an Masse besitzt wie 1 l Wasser.
Mit Hilfe der Dichte können also Volumenangaben in Massewerte und Masseangaben in Volumenwerte umgerechnet werden.
Da sich die Dichte, z. B. von Gasen, in Abhängigkeit von Druck und Temperatur ändert, ist sie eine wichtige technische Berechnungsgröße.
Bei allen diesen Dichteberechnungen spielt die Struktur der Materie keine Rolle.
Nun kann man im wesentlichen drei Fälle unterscheiden:
1. Die "kontinuierliche" Materie bringt keine Vorstellungsprobleme für den Begriff der Dichte. Hier gehen wir von einer "kompakten" Struktur eines Stoffes aus, z. B. Glas, Eisen, Benzin.
2.
Anders sieht es bei sogenannten "Schüttgütern" aus, z. B. Getreide, Sand,: Hier steht die körnige Struktur der Materie im Vordergrund. Unterschiedliche Korngröße des gleichen Materials kann durchaus bei gleicher Masse zu unterschiedlichen Volumina, zu unterschiedlichen Dichten führen. Auch bei z. B. Kristallstrukturen gibt es Unterschiede in der "Packdichte" der Atome. In diesem Fall hat folglich die Teilcheneigenschaft Einfluß auf die Dichte: ein und dieselbe Materie ist unterschiedlich dicht. Die Teilchen sind unterschiedlich "dicht" gepackt. Zwischen den Teilchen befinden sich noch unterschiedliche Volumina an Luft oder Flüssigkeit, deren Dichte ebenfalls Einfluß auf die Gesamtdichte haben. D. h. man muß beim Begriff Dichte zwischen Materialdichte und Packdichte von Teilchen unterscheiden.
Die gemessene Dichte eines Schüttgutes ergibt sich aus zwei Komponenten: der Materialdichte des kompakten Materials und der Pack- bzw. Schüttdichte.
3. Auch Stoffgemische, speziell bei unterschiedlichen Aggregatzuständen, sind dichtemäßig schwerer bestimmbar. Als Beispiel seien alle Arten von Gemischen mit fester und gasförmiger Komponente, die Schäume, genannt. Bei einem gleichmäßigen Schaum könnte man jede Blase als Teilchen auffassen. Dabei kommt es zu gewissen Schwierigkeiten, da die "Teilchengröße" und damit die Dichte des Schaumes "kontinuierlich veränderbar" sind: Ein solches Bläschen kann sich je nach Druck und Temperatur ausdehnen oder zusammenziehen.
Dieses letzte Beispiel ist deshalb so interessant, weil hier schon im Makroskopischen eine Kopplung zwischen dem Teilchenbegriff und dem Kontinuumsbegriff stattfindet.
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| Kontinuierlich und diskontinuierlich veränderliche Größen |
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Viele veränderliche physikalische und mathematische Größen sind nur als Kontinuum vorstellbar: die Änderung der Geschwindigkeit in der Zeit, die Änderung der Höhe einer schiefen Ebene in Abhängigkeit von der horizontalen Koordinate, die Änderung des Winkels eines rotierenden Zeigers.
Mit anderen Worten: Änderungen im Raum bzw. in der Zeit finden kontinuierlich statt. Natürlich kann man per Definition von Sprüngen ausgehen. Z. B. kann man die Höhenänderung einer schiefen Ebene mathematisch mit einer Treppenfunktion beschreiben. Dann hat man zwar die Höhenänderung durchaus berechenbar gemacht, das Phänomen der schiefen Ebene damit jedoch noch nicht erfaßt. Es hilft nichts, das Kontinuum hat man damit nicht "in den Griff bekommen". Ähnliche Tricks werden auch auf anderen Gebieten angewandt, z. B. stellt man sich Energieübertragungen als stoßweise-impulsartige diskontinuierliche Übertragungen vor. Das meint, die Zeit der Energieübertragung geht gegen Null bzw. wird vernachlässigt / gleich Null gesetzt. Tatsächliche Energieübertragungen sind jedoch i. a. kontinuierlich, das meint, Energie wird in einem Zeitintervall übertragen. Am besten kann man es sich vorstellen anhand der Übertragung beim Anschieben einer Schaukel.
Ein kleiner Einschub am Rande:
Die Schaukel ist in mehrerer Hinsicht interessant: am effektivsten überträgt man natürlich Energie, wenn die Schaukel im Wendepunkt sozusagen "ruht" und erst langsam wieder Geschwindigkeit aufnimmt. Man kann natürlich auch einmal versuchen, Energie am Tiefstpunkt der Schaukel, an dem Punkt, wo sie ihre größte Geschwindigkeit hat, zu übertragen. Außerdem muß man die Energieübertragung "dosiert" vornehmen: ist man zu langsam, geht nichts, ist man zu schnell, kommt die Schaukel aus dem Rhythmus. Man muß also ein Gefühl für "Resonanz" mit der Schaukelbewegung bekommen, will man effektiv anschieben. |
Später wird auf diese Frage ausführlicher einzugehen sein, wenn die erkenntnis-theoretische Basis der Quantenphysik analysiert wird.
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| Spektrum, Feld, Äther usw. |
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In der Physik gibt es verschiedene Begriffe, die das Phänomen Kontinuum beschreiben bzw. das Modell Kontinuum verwenden.
Der Äther-Begriff beispielsweise und die Probleme, die seine Anwendung auslösen, zeigen sehr anschaulich, wie kompliziert das Kontinuum sein kann, wenn man es nicht wirklich verstanden hat.
Auch das Spektrum des Lichtes ist ein Kontinuum. Meist wird diese Tatsache übergangen, denn sie könnte unbequeme Fragen nach sich ziehen.
Der Feld-Begriffes wirft nach wie vor viele grundsätzliche erkenntnistheoretische Fragen auf. Diese sind eng an den Materie-Begriff gekoppelt, über den es ebenfalls verschiedene Vorstellungen gibt. Eines ist jedoch erkennbar: ein Feld ist ebenfalls eine konkrete Anwendung des Kontinuums-Begriffs.
Es gibt weitere Begriffe wie "Stoff", "Substanz", "feinstoffliche Materie", "latente Materie" usw, die versuchen, das Paradoxon des Kontinuums zu beschreiben oder zu verstecken.
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