| 1. Parallelen oder auch nicht - zwei Lebensläufe im Vergleich |
Cordula Tollmien ist - wie ich - Jahrgang 1951. Ihr Vater (Jahrgang 1900) ist, wie sie mir in ihrer ersten Mail vom April 2007 mitteilte, "in Wittenberg aufgewachsen und war bis Ende
des Krieges als Professor für Technische Mechanik an der TH Dresden." Er hat - so verrät die Wikipedia - in Wittenberg das Abitur gemacht, ein Jahr lang im Gummiwerk gearbeitet, in dem auch ich eine Zeit lang arbeitete.
Sie hat im Mai 1970 - wie ich - ihr Abitur "mit Auszeichnung" bestanden und anschließend - ganz analog, ganz parallel die eine im Osten, die andere im Westen - Mathematik und Physik studiert.
Sie durfte fünf Jahre studieren, während unser hochschulreform-mäßig verknapptes Studium nach vier Jahren abgeschlossen war.
Frau Tollmien ist in Göttingen geboren und lebt auch dort. |
TH Dresden ist die spätere TU Dresden, an der ich studierte.
Weitere ausführliche Informationen über Frau Tollmien finden sich auch in der Wikipedia |
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| 2. Die Arbeiten ihres Vaters, Walter Tollmien |
Heutzutage ist es ja üblich, daß auch Laien mit String- , Relativitäts- und Chaostheorien sowie Quantensprüngen und natürlich einer Vielzahl von Elementarteilchen um sich werfen, daß sie Einstein verehren ohne mehr von seiner Lehre zu wissen als Schlagwörter wie "Zeitdilatation", "Längenkontraktion" und "Masse-Energie-Äquivalenz".
Das erstaunlichste ist jedoch, daß andererseits über solche physikalischen Alltagsphänomene wie das Verhalten von laminaren und turbulenten Strömungen so gut wie nichts bekannt ist. Was weiß der Normalbürger schon vom Strömungsverhalten der Flüssigkeiten und Gase, geschweige denn, daß er Namen von Physikern nennen kann, die sich mit diesen theoretische Fragen befaßten und befassen.
Walter Tollmien war offenbar einer von diesen. In der Wikipedia nennt man ihn direkt "Strömungsphysiker", seine Arbeiten befassen sich beispielsweise mit dem Verhalten von laminaren Grenzschichten und der Entstehung von Turbulenzen.
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Auf Frau Tollmiens Website kommt man über den Link "Genealogie" auf eine Seite des Göttinger Digitalisierungszentrums, von der man Arbeiten von W. Tollmien (seine Dissertation und seine Arbeit über die Entstehung der Turbulenzen)
herunterladen kann. |
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Das ist für mich außerordentlich spannend. Denn hier scheint es Wissen zu geben, das für mein Atommodell von ausschlaggebender Bedeutung sein könnte. |
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| 3. Etappen - von der Physikerin zur Historikerin |
Welchen Weg ist eine Frau gegangen, die Physik und Mathematik studierte und sich heute als Historikerin und Kinderbuchautorin vorstellt? Warum hat sie sich von der Physik abgewandt und Themen zugewandt, die auf den ersten Blick mit Physik nichts mehr zu tun haben?
Doch eigentlich hat sie sich gar nicht von der Physik entfernt, sie hat "nur" ein besonderes Thema für sich entdeckt: die Biographien interessanter Frauen in der Naturwissenschaft und Mathematik.
Ehe es jedoch dazu kam, studierte sie weiter: Geschichte, Philosophie und Pädagogik und promovierte schließlich in Geschichte, da war sie 47 Jahre alt.
Hier eine kleiner Einblick in ihre Arbeiten:
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zu finden in |
Von Hypathia bis Emmy Noether
Frauen in der Mathematik - exemplarische Lebensläufe |
Mitteilungen der Mathematischen Gesellschaft Hambur 16 (1997) , S. 7 - 24 |
Sofja Kowalewskaja (Mathematikerin)
und ihre Freundin
Julia Lermontowa,
eine der ersten promovierten Chemikerinnen der Welt |
der Website von C. Tollmin:
einige Informationen, Materialien und Links (z. B. zu der Dissertation von S. Kowalewskaja über partielle Differentialgleichungen, S. K. wurde an der Uni Göttingen promoviert) sowie Quellenangaben zu ihren eigenen Veröffentlichungen über die beiden Wissenschaftlerinnen |
| Emmy Noether |
mehrere Arbeiten über sie |
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In ihrer Dissertation schrieb sie über "Nationalsozialismus in Göttingen". |
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| 4. Die Websites und die Arbeiten von Cordula Tollmien |
www.physikerinnen.de und www.cordula-tollmien.de sind identische Seiten bzw. die eine ist nur die Weiterleitung auf die andere.
Darüber hinaus hat sie einige spezielle Webseiten zu ausgewählten historischen Themen eingerichtet, so die Seite
www.ersterweltkrieg.eu, die ganz neu ist und sich noch im Aufbau befindet.
Eine Seite des Göttinger Stadtarchivs als Herausgeber - www.zwangsarbeit-in-goettingen.de - ist ebenfalls die alleinige Arbeit von Frau Tollmien: hier stellt sie ihr Forschungsprojekt über ZwangsarbeiterInnen während des 2. Weltkrieges in Göttingen vor.
Aus Sicht meiner Themen sind ihre historischen Arbeiten über die Wissenschaftlerinnen Emmy Noether, Julia Lermontowa (1847 - 1919, die erste promovierte Chemikerin der Welt), Sofja Kowalewskaja (Die "Fürstin der Mathematik"), Marie Curie und andere besonders erwähnenswert.
Vielleicht kann ich den einen oder anderen Leser dieser Seite ja neugierig machen, selbst einen Blick auf Frau Tollmiens Webseiten zu werfen.
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Auch ihre Kinderbücher sind es sicher wert, ausführlicher vorgestellt zu werden. Das würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Ich verweise daher nur auf die entsprechenden Seiten ihrer Website.
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