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08. 03. 2008
Grundfragen der Physik,
neu gestellt und beantwortet von einer Frau
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Physikerinnen
Schlemm, A.
 
Einzelne Physikerinnen der Gegenwart
Annette Schlemm
Jahrgang 1961, die Kindheit in Karl-Marx-Stadt erlebt, das heute Chemnitz heißt, lebt Annette Schlemm jetzt in Jena, dem Ort, an dem sie auch (in der DDR) Physik studierte. Philosophin ist sie eher "autodidaktisch" geworden,  sie hat Philosophie nie "offiziell studiert" schrieb auch ihre Dissertation als Externe.  Sie philosophiert, seit sie denken kann. 

Darunter verstehe ich (aus eigenem Erleben), sich über alles, was man erlebt (in sich und außerhalb seiner selbst) "Gedanken zu machen", "selbst zu denken", so wie es die "alten Philosophen" auch taten. Das meint auch, "denkend zu erkennen", ohne es gelehrt zu bekommen. Auch jene alten Denker hatten keinen Studienabschluß, kein Philosophie-Diplom in der Tasche und keine Prüfungen abgelegt, in denen sie nachwiesen, daß sie die Gedanken anderer auswendig  nachplappern konnten.  Dieses "Selbst-Denken" verbindet Annette und mich, unsere weibliche Sicht auf die Welt natürlich auch und die Erfahrung, daß  ein Physikstudium ein gutes Handwerkszeug fürs Philosophieren ist.

Der Physiker als "Schuster" - der Philosoph als "Designer"?   - "Schuster, bleib bei deinen Leisten!" - meint Prof. Schmidt (siehe DPT 2007) und warnt Physikerinnen vor der Philosophie, zu spät für Annette Schlemm ...

Auf ihrer Website www.annette-schlemm.de (bzw. www.thur.de/philo, auch www.annetteschlemm.de führt zu einer Seiten-Version ), die ein bißchen bunt daherkommt und sich auch „Annettes Philosophiestübchen” nennt, schaut man am besten das Inhaltsverzeichnis durch und schnuppert erst einmal auf gut Glück in dem einen oder anderen Text. Es empfiehlt sich, dieses Unterfangen in einer ruhigen Stunde zu beginnen mit „open end” - denn wenn man erst einmal angefangen hat, kann es passieren, daß schnell 2 bis 3 Stunden vergangen sind. Die vielen, vielen Texte, die in den vergangenen ca. 20 Jahren entstanden, sind nicht nur philosophischen Inhalts, sondern sehr stark auch politisch akzentuiert.

Doch hier soll es ja in erster Linie um ihre Sicht als Physikerin auf Physik gehen:
Da finden sich zahlreiche Texte zum Wissenschaftsverständnis aus philosophischer Sicht („Projekt Wissenschaftsphilosophie”), zur Erkenntnistheorie, zum Wechselverhältnis von Physik und Wissenschaft, zur Dialektik als wissenschaftliche Denkmethode. Vielleicht kann ihre Art, die Welt zu sehen, junge Physikerinnen von heute, die sich für Philosophie interessieren, eine gute Starthilfe sein, sich in die Philosophie reinzudenken.

Ihre Themen auf diesem Gebiet sind u. a.    
  - Widersprüche in Naturwissenschaft und Dialektik
  - Physikalische Gesetze
  - Erkennen in der Quantentheorie
  oder auch z. B. die Frage nach dem „Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten” - eine wesentliche Teilfrage dialektisch-materialistischer Erkenntnistheorie: der Weg vom Konkreten zum Abstraktem (dem Begriff, dem - physikalischen - Gesetz) ist nur ein erster Schritt rationaler Erkenntnis, der wesentlichere gilt dem Weitergehen vom Abstrakten zu einer neuen Erkenntnis-Stufe (Ebene ) des Konkreten. Doch was bedeutet das für die Wissenschaft?

Mehr verrate ich nicht - wer neugierig geworden ist, schaue selbst einmal auf ihre Seite.
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