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18. 11. 2008
Grundfragen der Physik,
neu gestellt und beantwortet von einer Frau
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Struktur Atommodell Mathematik
Physikerinnen
Die Tagungen
 

Die Physikerinnentagungen - DPT
 u. a. Erlebnisberichte von zwei dieser Tagungen

Physikerinnentagungen sind in der Öffentlichkeit herzlich unbekannt. Die Tagesschau berichtet nicht über deren Eröffnung, außer in Regionalzeitungen des Austragungsortes ist in der Presse absolut keine Information darüber zu finden, daß solche Tagungen überhaupt stattfinden.  Wer weiß, wie viele Versuche die Organisatorinnen jedes Jahr unternehmen, um auf die Tagung aufmerksam zu machen und wie deprimierend es ist, wenn ARD  oder Sat1 mitteilen, daß absolut kein Informationsbedarf gegenüber der Öffentlichkeit gesehen wird.

Logo der Physikerinnentagung
Ausführlichere Informationen zu den Physikerinnentagungen sind zu finden unter:

Achtung, einige Seiten lassen sich nur online einsehen, gespeicherte Seiten sind offline nicht abrufbar.
www.physikerinnentagung.de
Eine Auswahl von Themen einzelner Tagungen biete ich an unter:
Allgemeines  »  Fremdtexte  »  Themen DPT

Hier nun einige allgemeine Informationen zu den Physikerinnentagungen:
  1. Überblick bisheriger Veranstaltungen
 
3. ausgewählte Informationen zu einzelnen Tagungen
1. Überblick bisheriger und geplanter Veranstaltungen
 
In den Anfangsjahren fanden  "Deutsche Physikerinnentreffen" statt, die ab dem Jahr 1997 dann in "Deutsche Physikerinnentagung" umbenannt wurden.
 
 
Im Jahr 2009 wird die Deutsche Physikerinnentagung sicher auch stattfinden, jedoch habe ich bisher (Stand 16. 11. 2008) weder auf der Seite der Physikerinnentagung noch der des AKC (Arbeitskreis Chancengleichheit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft)  einen Hinweis darauf finden können.
 
  Die DPT im Jahr 2008 fand in Münster statt. Mein "Bericht aus der Ferne" ist zu finden auf der Seite DPT 2008.
  bisheriger Veranstaltungen und Tagungsorte:
die 12. DPT 2008 in Münster
die 11. DPT 2007 in Osnabrück
die 10. DPT  2006 in Berlin
die 9. DPT 2005  in Darmstadt
die 8. DPT 2004 in Aachen
DPT  2003 in Augsburg
DPT  2002 in Tübingen
DPT  2001 in Dresden
DPT  2000 in München
DPT  ´99 in Heidelberg
DPT  ´98 in Hamburg
DPT  ´97 in Berlin
Deutsches Physikerinnentreffen ´96 in Kaiserslautern
Deutsches Physikerinnentreffen ´95 in Göttingen
Deutsches Physikerinnentreffen ´94 in Göttingen
Deutsches Physikerinnentreffen ´93 in Karlsruhe
Deutsches Physikerinnentreffen ´92 in Bielefeld
Ausführlichere Informationen über die Tagungen, an denen ich teilnahm, sind unter DPT 2003  undDPT 2007 zu finden.
2. Das Procedere der Vorbereitung
Das Procedere
Ähnlich wie bei den FiNuT-Kongressen übernimmt jeweils eine Gruppe von Frauen ehrenamtlich die Vorbereitung und Organisation der jährlich stattfindenden Physikerinnentagung. Normalerweise wird sie an einer Universität Deutschlands veranstaltet, gelegentlich sind es auch mehrere wissenschaftliche Einrichtungen, die räumlich  nahe beieinander liegen.
Doch  hier steht - anders als bei FiNuT-Kongressen - hinter allem der AKC, der "Arbeitskreis Chancengleichheit" der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
siehe auch AKC
Informationen über die DPTn
www.physikerinnentagung.de informiert immer aktuell über die nächste / jüngste Tagung. Auf dieser Website  sind Links zu den Seiten früherer Tagungen.  Die meisten der Informationen auf dieser und den Folgeseiten habe ich diesen Seiten entnommen.
Zu jeder Physikerinnentagung gibt es ein umfangreiches Programmheft, das als pdf-Datei auch heruntergeladen werden kann. Deshalb werde ich hier keine Informationen über die einzelnen Fachvorträge  anbieten.
Ich wähle für meine Informationszusammenstellung nur solche Details der Tagungen aus,  die in einem  Zusammenhang zu meiner eigenen Website stehen.
 
Trainingsfeld
In jedem Jahr wird die Physikerinnentagung von einer kleinen Gruppe Physikerinnen vorbereitet - ehrenamtlich und neben ihren sonstigen Aufgaben als Studentin oder Mitarbeiterin an einer Universität. Das ist sicher oft mit Streß verbunden, andererseits jedoch auch ein gutes Lernfeld auf organisatorischem Gebiet.
 
Teilnehmerinnen
Die  im allgemeinen ca. 200 - 250 Teilnehmerinnen kommen aus ganz Deutschland und teilweise auch aus benachbarten europäischen Ländern.  Ich hatte den Eindruck, daß sich das Durchschnittsalter zwischen den beiden Tagungen von 2003 und 2007 stark  verringert hatte.  Die Kosten für die Konferenzgebühr und die  Anreise übernehmen  bei den Studentinnen offenbar die Universitäten - so erfuhr ich in Gesprächen 2007.  
Programm
An den vier Tagen von Donnerstag nachmittag bis Sonntag nachmittag gibt es eine solche Vielzahl von Veranstaltungen - Hauptvorträgen, Kurzvorträgen, Worshops, Schülerinnenprogramm usw. - daß es schwer ist, sich zu entscheiden, welche Veranstaltung man zuerst besuchen will.
Darüber hinaus gibt es eine "Postersitzung", auf der einzelne Forschungs-Themen  in Bild und Schrift vorgestellt werden. Die Anzahl der Poster ist offenbar im Wachsen: Waren es im Jahr 2005 15 Poster,  so erreichten sie im Jahr 2007 die Anzahl von 27.
Auf der Website www.physikerinnentagung.de besteht die Möglichkeit, die einzelnen Tagungen und dort die Programmübersichten aufzurufen. Darin ist zu jedem Thema eine kleine Inhaltsübersicht, ein "abstract" angegeben.  Deshalb ist es nicht notwendig, hier Themen vorzustellen.
Einige für meine weiter Auswertung wichtige Themen habe ich auf der folgenden Seite zusammengestellt: Allgemeines » Fremdtexte »  Themen DPT
Konferenz-Dinner
Es stellt den gesellschaftlichen Höhepunkt der Tagungen dar und findet freitags abends statt.
 
sonstiges, Rahmenprogramm
Weitere Veranstaltungen für den Abend werden angeboten, die nicht direkt mit der Tagung zu tun haben, z. B. war es im Jahr 2007 in Osnabrück eine "Nachtwächterführung" durch die historische Innenstadt.
 
AKC
Der Arbeitskreis Chancengleichheit AKC führt auf den Physikerinnentagungen seine Versammlungen und Wahlen durch.
 
"Physikerinnen-tagung" im WEB bei google insgesamt :     704 Fundstellen,
in deutsch:      643 x
                       625 x Seiten aus Deutschland

Physikerin:     108 000 x
auf deutsch:   105 000 x
Seiten aus Deutschland: 81 400 x

am 9. 12. 2007 gefunden
zum Vergleich Soldatin
94 000 x WEB insgesamt,
86 000 x auf deutsch,
68 200 x aus Deutschland

Wissenschaftlerin
383 000 x WEB insgesamt,
376 000 x Seiten auf deutsch,
317 000 x Seiten aus Dtl.

Frauenfußball
1 460 000 x WEB, 1 280 000 x deutsch
 
3. ausgewählte Informationen zu einzelnen Tagungen
Als  Schnupperangebot   nenne ich hier u. a. einige der  Themen verschiedener Tagungen. Ausführlichere Informationen über diese Themen gibt es in   Allgemeines » Fremdtexte » 
die Tagung Kurze Information
weitere Informationen  in
DPT 2008 in Münster
An ihr werde ich voraussichtlich nicht teilnehmen können. Ich weiß noch nicht einmal, wie lange ich benötigen werde, den Kredit für die Fahrt nach Osnabrück abzuzahlen.  Wenn ich es mit der Tagung in Augsburg im Jahr 2003 vergleiche: damals benötigte ich rund 3 Jahre, den Kredit zurückzuzahlen.
 
DPT 2007
Die 11. Physikerinnentagung fand vom 1. bis 4. November 2007 in Osnabrück statt.
Da ich an ihr teilgenommen habe, gibt es hierüber einen ausführlicheren Bericht.
DPT 2007
DPT 2006
Die 10. Physikerinnentagung fand vom 2. bis 5. November 2006 in Berlin statt.
Sie wird so angekündigt:
"Die 10. Deutsche Physikerinnentagung (DPT 2006) findet in der Zeit vom 2. - 5. November 2006 in Berlin statt. Die DPT 2006 wird organisiert von Physikerinnen aus dem Raum Berlin/Potsdam im Namen des Hedwig Kohn Vereins zur Förderung von Frauen und Mädchen in der Physik. Tagungsort wird die Technische Universität Berlin sein (TU Berlin). Die Tagung wird unterstützt von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
Im Rahmen der Konferenz werden aktuelle Themen erörtert. Dazu gehören Fachvorträge aus allen Bereichen der Physik sowie Gesellschaftsvorträge rund um das Thema Frauen in der Physik. Auf der Konferenz wird es ebenfalls ein Programm für interessierte Schülerinnen geben. Neben dem umfassenden Programm steht genügend Raum für Diskussionen und Gedankenaustausch zur Verfügung. "

Die Schirmherrin dieser Tagung war übrigens die Bundeskanzlerin und Physikerin, Frau Dr. Angela Merkel.
Ein Zitat aus der Website der Physikerinnen-Tagung
DPT 2005 in  Darmstadt
Bei der Durchsicht der angebotenen Veranstaltungen fiel mir die Ausstellungsankündigung auf:

Von der Antike bis zur Neuzeit – der verleugnete Anteil der Frauen an der Physik

"Aus Anlass der Physikerinnentagung 2005 in Darmstadt, kehrt die Wanderausstellung über die Physikerinnengeschichte nach 12 Jahren an ihren Entstehungsort zurück. Gezeigt werden Physikerinnenportraits aus mehreren Jahrhunderten, nicht nur die durchaus bekannten Frauen wie Marie Curie oder Lise Meitner, sondern auch Emilie du Chatelet oder Mary Somerville. ..."
 
DPT 2004 in Aachen
Aus den Abstacts zu den Vorträgen einige ausgewählte Beispiele:

Petra Rudolf (Uni Groningen): Arbeitsweise, Produktivität und Selbsteinschätzung bei Männern und Frauen in der Wissenschaft
Forschen wir anders als die Männer? Wird unsere wissenschaftliche Produktivität anders beurteilt? Sehen wir unsere beruflichen Erfolge anders?...

Maike Süthoff(goING Aachen): Frauen in Führungspositionen - Wieviel Weiblichkeit vertragen eher männliche geprägte Systeme?
 
 
Annabella Claudia Hoffmann
Inkonsistenzen in Einsteins Theorien
 
DPT 2003 in Augsburg
Da ich diese Tagung besuchte und dort auch einen Platz an einer Posterwand belegte, gibt es von ihr einen ausführlicheren Bericht auf einer extra Seite:
Frau oder Kumpel? - das Problem der Physikerinnen auf eine kurze Losung gebracht
Frau Professor Karin Jacobs, Experimentalphysikerin in Saarbrücken, wird am 7. 11. 2003 auf der ersten Seite der Tageszeitung "Augsburger Allgemeine" zitiert:
"Es gibt sehr viel naturwissenschaftliches Potenzial unter den Mädchen, aber sie trauen sich nicht."
und
(Zitat aus dem Artikel)
"Jacobs ärgert sich besonders, dass Frauen damit kokettieren, von Naturwissenschaft und  Technik verstünden sie nichts."
und Zitat Jacobs:
"Wenn ein Mädchen einen Motor zerlegen kann, wird sie von Jungs als Kumpel wahrgenommen, aber nicht als  Frau."
Der Bericht über eine "Fachtagung" von Physikerinnen stand unter der Überschrift: "Physikerinnen zeigen  Flagge in einer angeblichen Männerdomäne"
Nebenbei:
"Flagge zeigen"
ist ein typisches Beispiel für eine männerverständliche Sprache.
DPT 2002 in Tübingen
Judith Ebach
Mehr Frauen in Naturwissenschaft und Technik! - Das Ada-Lovelace-Projekt stellt sich vor

 
Martina Meyer zur Heide
Girls' Day

"   ... In diesem Vortrag werde ich über die Hintergrundideen des Girls' Day, die Erfolge der diesjährigen Aktion und die Planung für das nächste Jahr berichten. "
 
Hanna Nowak
Das Standard Modell der Teilchenphysik - war das schon alles ?
Quarks und Leptonen - geordnet in drei Familien - beschreiben im Prinzip die Welt der Elementar-teilchen. Das Standard Modell der Elementarteilchen benoetigt von den 4 uns bekannten fundamentalen Kraeften drei: die elektromagnetische, die schwache und die starke Kraft. Aber es bleiben ein paar fundamentale Fragen offen: Was gibt den Teilchen die Masse ? Wo bleibt die Gravitation in diesem Bild ? Gibt es eine Vereinigung der Kraefte ? Supersymmetrie (SUSY) ist eine moegliche Loesung fuer diese Probleme. Aber bis heute wurden keine supersymmetrischen Teilchen gefunden. Der Vortrag beschreibt die Suche nach diesen Teilchen, zeigt, welche Informationen die Astrophysik der Teilchenphysik gibt und welchen Einfluss das auf den Bau neuer Teilchenbeschleuniger haben kann. Der Vortrag ist ausdruecklich ausgerichtet auf Kollegen und Kolleginnen, die nicht Teilchen- oder Astrophysik als Arbeitsgebiet gewaehlt haben.
(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.)
  Anja Ohmer
Ästhetik zwischen Chaos und Ordnung - Zur Komplexität der Literatur

C.P. Snows Begriff des "Zwei- Kulturen- Problems" ist heute ebenso aktuell wie ungelöst. Unser Wissen nimmt zwar expotentiell zu, aber es zerfällt in zahllose Disziplinen mit jeweils eigenen Methoden und Sprachen. Der Graben zwischen der naturwissenschaftlich- technischen und der geisteswissenschaftlichen Denkweise scheint unüberwindbar...."
(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.)
 
Brigitte Ratzer
Quantenphysik und Weltbild
In meiner Dissertation untersuche ich die Interpretationen der Quantenphysik im Zeitraum 1925-1938 anhand öffentlicher Reden von theoretischen Physikern.
Neben anderen Ergebnissen konnte gezeigt werden, dass die unterschiedlichen Interpretationen mit dem jeweiligen institutionellen Umfeld im Zusammenhang stehen. Das bedeutet zunächst, dass die Interpretationen der Quantenphysik nicht objektive Erkenntnisse sondern auch sozial geprägte "lokale Wahrheiten" sind. Sowohl nationale Zugehörigkeit, das konkrete Forschungsumfeld und dessen finanzielle Möglichkeiten als auch die Zugehörigkeit zu Netzwerken und peer groups beeinflussen nämlich die Theoriewahl. Ich möchte anhand der frühen Interpretationen der Quantenphysik zeigen, wie ein solcher "sozialer Einfluß" auf naturwissenschaftliche Theoriebildung aussehen kann. Der Vortrag wirft nicht zuletzt ein Licht auf die Frage, warum der Disput um die Interpretation der Quantenmechanik bis heute nicht befriedigend beigelegt werden konnte.
(fette Hervorhebung von mir - B. K.)

zu diesem Thema siehe auch B. Ratzers Beitrag in FiNuT
 
Barbara Sandow (AKC)
Bericht über die 1. International Conference on Women in Physics
Die 1. IUPAP International Conference on Women in Physics [1] hat in Paris vom 7. bis 9. März stattgefunden. ...
siehe auch International
 
Annette Vogt
Der Mythos von der "männlichen Physik" oder eine Geschichte vergessener Physikerinnen.

Ausgehend von der Situation für Physikerinnen in der Gegenwart werden im Vortrag drei Aspekte der historischen Entwicklung behandelt. Die Ergebnisse sind zwei Langzeituntersuchungen der Autorin über Wissenschaftlerinnen in Deutschland von 1895 bis 1945 entnommen. Zunächst werden die Physikerinnen der frühen Neuzeit in ihrer Verortung im akademischen Bereich betrachtet, d.h. analysiert, wann und unter welchen Umständen diese ersten Physikerinnen wissenschaftlich tätig sein konnten.
Danach wird ein Überblick über die Physikerinnen in Deutschland zwischen 1895 und 1945 sowie ihre Verortung im Wissenschaftsbetrieb, ihre Chancen und Behinderungen sowie ihre Anerkennung in der "scientific community" gegeben. Diese Physikerinnen arbeiteten an Universitäten und in der außeruniversitären Forschung, in der Industrie und im Militär, waren zu ihren Lebzeiten bekannt und anerkannt.
Schließlich wird die Frage behandelt, wann und warum der Mythos einer "männlichen Physik" entstand, welche Motive dafür ausschlaggebend waren und welche Folgen dies zeitigte. Die bisherige Unterrepräsentanz von Physikerinnen bei Preisverleihungen sollte als Anregung genommen werden, bei der Benennung von Preisen, Stipendien und Gastprofessuren gezielter die - zu Unrecht vergessenen - Physikerinnen zu berücksichtigen.
???
Was hat es mit dem "Mythos" von der "männlichen Physik" auf sich? 
DPT 2001 in  Dresden
Monika Bessenroth-Weberpals
Physikerinnen in Dual Career Couples: eine unterdrückte Mehrheit?
Physikerinnen in Dual Career Couples: eine unterdrückte Mehrheit? Die AKC Umfrage "Physikerinnen und Physiker im Beruf. Gleiche Chancen für Männer und Frauen" hat ergeben, dass Physikerinnen zu mehr als 85 % mit einem Akademiker als Partner leben. Also leben sie sehr häufig als "Dual Career Couples" (DCCs) oder "Tandemkarrierepaare", d.h. als Paare, für die Karriere, Lebensplanung und Partnerschaft nicht zu trennen sind. In der Arbeitswelt treffen diese Paare häufig auf Ignoranz oder sogar Ablehnung ihrer spezifischen Schwierigkeiten. Nicht zuletzt dadurch gehen viele Frauen der Physik verloren oder arbeiten in Anstellungen mit schlechten Arbeitsbedingungen.
Dieser Beitrag möchte helfen, über diese Situation zu informieren und sie zu verbessern. Nach einer Definition der DCCs werden die grundsätzlichen Schwierigkeiten aufgezeigt, denen DCCs gegenüberstehen. Anschließend werden die Situationen von DCCs in Deutschland und in USA insbesondere im akademischen Bereich verglichen. Einige der amerikanischen Lösungsstrategien werde ich für deutsche Verhältnisse adaptieren, insbesondere eine strategische Anstellungsinitiative für DCCs in deutschen akademischen Institutionen. Das Ziel besteht in einer Wahrnehmung und Verbesserung der Situation von DCCs durch den Blickwechsel vom Einzelschicksal zu generellen Regelungen.
 
 
Martina Erlemann
Das Bild von Physikerinnen in den Medien: Suspekte Exotin oder leuchtendes Vorbild?
Die Vorstellungen der Öffentlichkeit von Physik sind vom Bild einer typisch männlichen Wissenschaft geprägt. Gerade auch Medien als Akteure in öffentlichen Diskursen beeinflussen maßgeblich, was die Öffentlichkeit sich unter Physik vorstellt. Sie (re)konstruieren ein Bild, das vorgibt, Physik und insbesondere PhysikerInnen zu repräsentieren. In diesen medialen Repräsentationen wird Physik mit maskulinen Attributen und Metaphern assoziiert, so daß sie scheinbar inkompatibel mit eher traditionellen Vorstellungen von Weiblichkeit wird. Vor dem Hintergrund dieser sozial konstruierten Unvereinbarkeit erscheint der Status quo, daß Frauen in der Physik eine mehr oder weniger subtil diskriminierte Minderheit darstellen, als geradezu praktische Konsequenz.
Für die Rolle der Printmedien stellen sich folgende Fragen: Wie werden PhysikerInnen dargestellt? Gibt es hier Unterschiede zwischen Physikern und Physikerinnen? Reproduziert sich wieder nur das Bild von Physik als einer Männerdomäne, in der Frauen unpassend wirken? Oder wird sich um eine differenzierte Darstellung bemüht, die Physik nicht ausschließlich mit Maskulinität assoziiert und darüber hinaus die Unterrepräsentanz von Frauen in der Physik als Problem diagnostiziert?
Anhand der Ergebnisse einer Untersuchung, die unter anderem eine qualitative Analyse der Repräsentationen von PhysikerInnen in den deutschen Printmedien umfaßte, soll diesen Fragen nachgegangen werden.
(fette Hervorhebung im Text von
mir - B. K.)
 
Elisabeth Frank
Der Schulversuch Physik - Impulse für einen geschlechtergerechten Unterricht
 
Sybille Krummacher
TOTAL E-QUALITY -- Ein Konzept zur Verbesserung der Chancengleichheit in der Forschung
Dieses Thema hat es mir besonders angetan - rein sprachlich: die "Verbesserung der Chancengleichheit"
 
Karin Reiche
Maria Reiche - die Entdeckerin der Linien und Figuren auf der Pampa von Nazca

Der Vortrag vermittelt neben Wissenswertem über Peru und die Nazca-Kultur Informationen über den Lebensweg, die Handlungsmotive und die Arbeitsergebnisse von Maria Reiche, der weltweit berühmtesten Absolventin, mit der sich die Technische Universität Dresden rühmen kann.
Sie begann 1924 ihr Studium der Mathematik, Physik und Geographie in Dresden. Zwei Semester studierte sie an der Universität in Hamburg bevor sie 1928 ihr Staatsexamen in Mathematik, Physik, Geographie, Philosophie sowie Pädagogik an der Technischen Hochschule in Dresden ablegte. Damit erwarb sie die Berechtigung, als Lehrerin tätig zu werden. Die Aussicht auf eine sorgenfreie Zukunft waren im Deutschen Reich 1931 schlecht, deshalb bewarb sie sich als Hauslehrerin beim deutschen Konsul in Cusco in Peru. Ihr Interesse an der alten Inka-Stadt Cusco war ein Grund, diese Stelle anzunehmen. Nachdem der Vertrag beendet war, verdiente sie ihren Lebensunterhalt hauptsächlich als Übersetzerin für die Universität in Lima. Dadurch wurde sie auf Untersuchungen in der Pampa von Nazca aufmerksam. 1946 begann sie hier ihre eigenen Forschungen. Es gelang ihr, den Schleier einer vergessenen Kultur zu lüften.
Die Figur der Spinne (Größe 47 Meter) war die erste Zeichnung, die sie im Juni 1946 fast zufällig entdeckte. Danach folgten weitere Figuren, Linien und Dreiecke. Jahrelang beschäftigte sich Maria Reiche mit der Frage, wie die Zeichnungen trotz ihrer großen Dimensionen in der Pampa so technisch und künstlerisch einwandfrei geschaffen worden waren. 1970 trat sie auf dem 40. Amerikanisten-Kongress in Lima auf und unterbreitete den Vorschlag, die Pampa unter Denkmalschutz zu stellen. Der Schutz der Pampa wurde in der Folgezeit zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben.
Ein kurzer Film stellt während des Vortrags die Entdeckungen von Maria Reiche auf der Pampa vor.
Leider finde ich die Notiz zur Zeit nicht wieder, aus der die genauen Fakten hervorgehen: Ich weiß nur, daß sich die TU Dresden geweigert hat, ein Gebäudeteil (nicht einmal ein ganzes Gebäude) nach Maria Reiche zu benennen.
DPT 2000 in  München
Hannelore Schwedes:
Warum fällt Schülerinnen und Schülern das Lernen von Physik so schwer ? Von den Alltagsvorstellungen zur Sichtweise der Physik.
 
 
Karen Böhme
Untersuchungsobjekt oder Indidviduum? Sprachgebrauch in den Naturwissenschaften
Wir befinden uns in der langen abendländischen Tradition von sich wandelndem Weltbild und naturwissenschaftlicher Entwicklung. Dabei galt stets: Wer das offizielle Wissen anhäuft, bestimmt darüber, wie es benannt wird und wem es zur Verfügung gestellt wird, definiert sowohl Ausgangspunkt naturwissenschaftlicher Überlegungen als auch Kontexte. Die Basis dafür ist die Sprache, und Sprache ist, fast überall, DAS Medium der Informationsvermittlung. Wie hat sich in den Naturwissenschaften aus einer allgemein verstehbaren Alltagssprache eine nur einzelnen zugängliche Sondersprache entwickeln können? Welche ethischen und gesellschaftlichen Werte werden neben 'harten Fakten' dabei transportiert? Standard-Lehrbücher begleiten Generation um Generation von Naturwissenschafts-Student/innen durch ihr Studium. Verpackt in den Anschein der Objektivität werden dabei insbesondere in bezug auf das Geschlechterverhältnis Sichtweisen vermittelt, die dem Weltbild der Definitionsmächtigen entsprechen. Vorurteile wie u.a. weibliche Passivität und männliche überlegenheit erhalten dadurch eine biologische - "natürliche" Legitimation und prägen damit auch die Denkweise jedes neuen Studienjahrgangs. Die Gestaltungsmacht der Sprache ist hier besonders eindrücklich zu erleben. Als Biologin bin ich in den Lehrbüchern meines Faches auf sehr einprägsame Beispiele verkappter Ideologie gestoßen. Nach einer kurzen Einführung in die Entwicklung der Wissenschaftssprache möchte ich auf Beispiele eingehen. Dazu gehören alltägliche Redewendungen und Zitate aus unterschiedlichen Lehrbüchern naturwissenschaftlicher Fächer. Es wird Zeit für eine Diskussion über eigene Erfahrungen mit mehrdeutiger Sprache in Studium und Beruf geben, und ich werde eine 'checklist' für das Hinterfragen von 'objektiven' Texten vorstellen.
 
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