| 3. ausgewählte Informationen zu einzelnen Tagungen |
| Als Schnupperangebot nenne ich hier u. a. einige der Themen verschiedener Tagungen. Ausführlichere Informationen über diese Themen gibt es in Allgemeines » Fremdtexte » |
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| die Tagung |
Kurze Information |
weitere Informationen in |
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| DPT 2008 in Münster |
An ihr werde ich voraussichtlich nicht teilnehmen können. Ich weiß noch nicht einmal, wie lange ich benötigen werde, den Kredit für die Fahrt nach Osnabrück abzuzahlen. Wenn ich es mit der Tagung in Augsburg im Jahr 2003 vergleiche: damals benötigte ich rund 3 Jahre, den Kredit zurückzuzahlen. |
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| DPT 2007 |
Die 11. Physikerinnentagung fand vom 1. bis 4. November 2007 in Osnabrück statt.
Da ich an ihr teilgenommen habe, gibt es hierüber einen ausführlicheren Bericht. |
DPT 2007 |
| DPT 2006 |
Die 10. Physikerinnentagung fand vom 2. bis 5. November 2006 in Berlin statt.
Sie wird so angekündigt:
"Die 10. Deutsche Physikerinnentagung (DPT 2006) findet in der Zeit vom 2. - 5. November 2006 in Berlin statt. Die DPT 2006 wird organisiert von Physikerinnen aus dem Raum Berlin/Potsdam im Namen des Hedwig Kohn Vereins zur Förderung von Frauen und Mädchen in der Physik. Tagungsort wird die Technische Universität Berlin sein (TU Berlin). Die Tagung wird unterstützt von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
Im Rahmen der Konferenz werden aktuelle Themen erörtert. Dazu gehören Fachvorträge aus allen Bereichen der Physik sowie Gesellschaftsvorträge rund um das Thema Frauen in der Physik. Auf der Konferenz wird es ebenfalls ein Programm für interessierte Schülerinnen geben. Neben dem umfassenden Programm steht genügend Raum für Diskussionen und Gedankenaustausch zur Verfügung. "
Die Schirmherrin dieser Tagung war übrigens die Bundeskanzlerin und Physikerin, Frau Dr. Angela Merkel. |
Ein Zitat aus der Website der Physikerinnen-Tagung |
| DPT 2005 in Darmstadt |
Bei der Durchsicht der angebotenen Veranstaltungen fiel mir die Ausstellungsankündigung auf:
Von der Antike bis zur Neuzeit
– der verleugnete Anteil der Frauen an der Physik
"Aus Anlass der Physikerinnentagung 2005 in Darmstadt, kehrt die Wanderausstellung über die Physikerinnengeschichte nach 12 Jahren an ihren Entstehungsort zurück. Gezeigt werden Physikerinnenportraits aus
mehreren Jahrhunderten, nicht nur die durchaus bekannten Frauen wie Marie Curie oder Lise Meitner, sondern
auch Emilie du Chatelet oder Mary Somerville. ..." |
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| DPT 2004 in Aachen |
Aus den Abstacts zu den Vorträgen einige ausgewählte Beispiele:
Petra Rudolf (Uni Groningen): Arbeitsweise, Produktivität und Selbsteinschätzung bei Männern und Frauen in der Wissenschaft
Forschen wir anders als die Männer? Wird unsere wissenschaftliche Produktivität anders beurteilt? Sehen wir unsere beruflichen Erfolge anders?...
Maike Süthoff(goING Aachen): Frauen in Führungspositionen - Wieviel Weiblichkeit vertragen eher männliche geprägte Systeme?
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Annabella Claudia Hoffmann
Inkonsistenzen in Einsteins Theorien
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| DPT 2003 in Augsburg |
Da ich diese Tagung besuchte und dort auch einen Platz an einer Posterwand belegte, gibt es von ihr einen ausführlicheren Bericht auf einer extra Seite: |
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| Frau oder Kumpel? - das Problem der Physikerinnen auf eine kurze Losung gebracht |
Frau Professor Karin Jacobs, Experimentalphysikerin in Saarbrücken, wird am 7. 11. 2003 auf der ersten Seite der Tageszeitung "Augsburger Allgemeine" zitiert:
"Es gibt sehr viel naturwissenschaftliches Potenzial unter den Mädchen, aber sie trauen sich nicht."
und
(Zitat aus dem Artikel)
"Jacobs ärgert sich besonders, dass Frauen damit kokettieren, von Naturwissenschaft und Technik verstünden sie nichts."
und Zitat Jacobs:
"Wenn ein Mädchen einen Motor zerlegen kann, wird sie von Jungs als Kumpel wahrgenommen, aber nicht als Frau." |
Der Bericht über eine "Fachtagung" von Physikerinnen stand unter der Überschrift: "Physikerinnen zeigen Flagge in einer angeblichen Männerdomäne"
Nebenbei:
"Flagge zeigen"
ist ein typisches Beispiel für eine männerverständliche Sprache. |
| DPT 2002 in Tübingen |
Judith Ebach
Mehr Frauen in Naturwissenschaft und Technik! - Das Ada-Lovelace-Projekt stellt sich vor
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Martina Meyer zur Heide
Girls' Day
" ... In diesem Vortrag werde ich über die Hintergrundideen des Girls' Day, die Erfolge der diesjährigen Aktion und die Planung für das nächste Jahr berichten. " |
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Hanna Nowak
Das Standard Modell der Teilchenphysik - war das schon alles ?
Quarks und Leptonen - geordnet in drei Familien - beschreiben im Prinzip die Welt der Elementar-teilchen. Das Standard Modell der Elementarteilchen benoetigt von den 4 uns bekannten fundamentalen Kraeften drei: die elektromagnetische, die schwache und die starke Kraft. Aber es bleiben ein paar fundamentale Fragen offen: Was gibt den Teilchen die Masse ? Wo bleibt die Gravitation in diesem Bild ? Gibt es eine Vereinigung der Kraefte ? Supersymmetrie (SUSY) ist eine moegliche Loesung fuer diese Probleme. Aber bis heute wurden keine supersymmetrischen Teilchen gefunden. Der Vortrag beschreibt die Suche nach diesen Teilchen, zeigt, welche Informationen die Astrophysik der Teilchenphysik gibt und welchen Einfluss das auf den Bau neuer Teilchenbeschleuniger haben kann. Der Vortrag ist ausdruecklich ausgerichtet auf Kollegen und Kolleginnen, die nicht Teilchen- oder Astrophysik als Arbeitsgebiet gewaehlt haben.
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(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.) |
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Anja Ohmer
Ästhetik zwischen Chaos und Ordnung - Zur Komplexität der Literatur
C.P. Snows Begriff des "Zwei- Kulturen- Problems" ist heute ebenso aktuell wie ungelöst. Unser Wissen nimmt zwar expotentiell zu, aber es zerfällt in zahllose Disziplinen mit jeweils eigenen Methoden und Sprachen. Der Graben zwischen der naturwissenschaftlich- technischen und der geisteswissenschaftlichen Denkweise scheint unüberwindbar...." |
(fette Hervorhebung im Text von mir - B. K.) |
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Brigitte Ratzer
Quantenphysik und Weltbild
In meiner Dissertation untersuche ich die Interpretationen der Quantenphysik im Zeitraum 1925-1938 anhand öffentlicher Reden von theoretischen Physikern.
Neben anderen Ergebnissen konnte gezeigt werden, dass die unterschiedlichen Interpretationen mit dem jeweiligen institutionellen Umfeld im Zusammenhang stehen. Das bedeutet zunächst, dass die Interpretationen der Quantenphysik nicht objektive Erkenntnisse sondern auch sozial geprägte "lokale Wahrheiten" sind. Sowohl nationale Zugehörigkeit, das konkrete Forschungsumfeld und dessen finanzielle Möglichkeiten als auch die Zugehörigkeit zu Netzwerken und peer groups beeinflussen nämlich die Theoriewahl. Ich möchte anhand der frühen Interpretationen der Quantenphysik zeigen, wie ein solcher "sozialer Einfluß" auf naturwissenschaftliche Theoriebildung aussehen kann. Der Vortrag wirft nicht zuletzt ein Licht auf die Frage, warum der Disput um die Interpretation der Quantenmechanik bis heute nicht befriedigend beigelegt werden konnte.
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(fette Hervorhebung von mir - B. K.)
zu diesem Thema siehe auch B. Ratzers Beitrag in FiNuT |
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Barbara Sandow (AKC)
Bericht über die 1. International Conference on Women in Physics
Die 1. IUPAP International Conference on Women in Physics [1] hat in Paris vom 7. bis 9. März stattgefunden. ...
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Annette Vogt
Der Mythos von der "männlichen Physik" oder eine Geschichte vergessener Physikerinnen.
Ausgehend von der Situation für Physikerinnen in der Gegenwart werden im Vortrag drei Aspekte der historischen Entwicklung behandelt. Die Ergebnisse sind zwei Langzeituntersuchungen der Autorin über Wissenschaftlerinnen in Deutschland von 1895 bis 1945 entnommen. Zunächst werden die Physikerinnen der frühen Neuzeit in ihrer Verortung im akademischen Bereich betrachtet, d.h. analysiert, wann und unter welchen Umständen diese ersten Physikerinnen wissenschaftlich tätig sein konnten.
Danach wird ein Überblick über die Physikerinnen in Deutschland zwischen 1895 und 1945 sowie ihre Verortung im Wissenschaftsbetrieb, ihre Chancen und Behinderungen sowie ihre Anerkennung in der "scientific community" gegeben. Diese Physikerinnen arbeiteten an Universitäten und in der außeruniversitären Forschung, in der Industrie und im Militär, waren zu ihren Lebzeiten bekannt und anerkannt.
Schließlich wird die Frage behandelt, wann und warum der Mythos einer "männlichen Physik" entstand, welche Motive dafür ausschlaggebend waren und welche Folgen dies zeitigte. Die bisherige Unterrepräsentanz von Physikerinnen bei Preisverleihungen sollte als Anregung genommen werden, bei der Benennung von Preisen, Stipendien und Gastprofessuren gezielter die - zu Unrecht vergessenen - Physikerinnen zu berücksichtigen. |
???
Was hat es mit dem "Mythos" von der "männlichen Physik" auf sich? |
| DPT 2001 in Dresden |
Monika Bessenroth-Weberpals
Physikerinnen in Dual Career Couples: eine unterdrückte Mehrheit?
Physikerinnen in Dual Career Couples: eine unterdrückte Mehrheit? Die AKC Umfrage "Physikerinnen und Physiker im Beruf. Gleiche Chancen für Männer und Frauen" hat ergeben, dass Physikerinnen zu mehr als 85 % mit einem Akademiker als Partner leben. Also leben sie sehr häufig als "Dual Career Couples" (DCCs) oder "Tandemkarrierepaare", d.h. als Paare, für die Karriere, Lebensplanung und Partnerschaft nicht zu trennen sind. In der Arbeitswelt treffen diese Paare häufig auf Ignoranz oder sogar Ablehnung ihrer spezifischen Schwierigkeiten. Nicht zuletzt dadurch gehen viele Frauen der Physik verloren oder arbeiten in Anstellungen mit schlechten Arbeitsbedingungen.
Dieser Beitrag möchte helfen, über diese Situation zu informieren und sie zu verbessern. Nach einer Definition der DCCs werden die grundsätzlichen Schwierigkeiten aufgezeigt, denen DCCs gegenüberstehen. Anschließend werden die Situationen von DCCs in Deutschland und in USA insbesondere im akademischen Bereich verglichen. Einige der amerikanischen Lösungsstrategien werde ich für deutsche Verhältnisse adaptieren, insbesondere eine strategische Anstellungsinitiative für DCCs in deutschen akademischen Institutionen. Das Ziel besteht in einer Wahrnehmung und Verbesserung der Situation von DCCs durch den Blickwechsel vom Einzelschicksal zu generellen Regelungen. |
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Martina Erlemann
Das Bild von Physikerinnen in den Medien: Suspekte Exotin oder leuchtendes Vorbild?
Die Vorstellungen der Öffentlichkeit von Physik sind vom Bild einer typisch männlichen Wissenschaft geprägt. Gerade auch Medien als Akteure in öffentlichen Diskursen beeinflussen maßgeblich, was die Öffentlichkeit sich unter Physik vorstellt. Sie (re)konstruieren ein Bild, das vorgibt, Physik und insbesondere PhysikerInnen zu repräsentieren. In diesen medialen Repräsentationen wird Physik mit maskulinen Attributen und Metaphern assoziiert, so daß sie scheinbar inkompatibel mit eher traditionellen Vorstellungen von Weiblichkeit wird. Vor dem Hintergrund dieser sozial konstruierten Unvereinbarkeit erscheint der Status quo, daß Frauen in der Physik eine mehr oder weniger subtil diskriminierte Minderheit darstellen, als geradezu praktische Konsequenz.
Für die Rolle der Printmedien stellen sich folgende Fragen: Wie werden PhysikerInnen dargestellt? Gibt es hier Unterschiede zwischen Physikern und Physikerinnen? Reproduziert sich wieder nur das Bild von Physik als einer Männerdomäne, in der Frauen unpassend wirken? Oder wird sich um eine differenzierte Darstellung bemüht, die Physik nicht ausschließlich mit Maskulinität assoziiert und darüber hinaus die Unterrepräsentanz von Frauen in der Physik als Problem diagnostiziert?
Anhand der Ergebnisse einer Untersuchung, die unter anderem eine qualitative Analyse der Repräsentationen von PhysikerInnen in den deutschen Printmedien umfaßte, soll diesen Fragen nachgegangen werden. |
(fette Hervorhebung im Text von
mir - B. K.) |
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Elisabeth Frank
Der Schulversuch Physik - Impulse für einen geschlechtergerechten Unterricht
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Sybille Krummacher
TOTAL E-QUALITY -- Ein Konzept zur Verbesserung der Chancengleichheit in der Forschung |
Dieses Thema hat es mir besonders angetan - rein sprachlich: die "Verbesserung der Chancengleichheit" |
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Karin Reiche
Maria Reiche - die Entdeckerin der Linien und Figuren auf der Pampa von Nazca
Der Vortrag vermittelt neben Wissenswertem über Peru und die Nazca-Kultur Informationen über den Lebensweg, die Handlungsmotive und die Arbeitsergebnisse von Maria Reiche, der weltweit berühmtesten Absolventin, mit der sich die Technische Universität Dresden rühmen kann.
Sie begann 1924 ihr Studium der Mathematik, Physik und Geographie in Dresden. Zwei Semester studierte sie an der Universität in Hamburg bevor sie 1928 ihr Staatsexamen in Mathematik, Physik, Geographie, Philosophie sowie Pädagogik an der Technischen Hochschule in Dresden ablegte. Damit erwarb sie die Berechtigung, als Lehrerin tätig zu werden. Die Aussicht auf eine sorgenfreie Zukunft waren im Deutschen Reich 1931 schlecht, deshalb bewarb sie sich als Hauslehrerin beim deutschen Konsul in Cusco in Peru. Ihr Interesse an der alten Inka-Stadt Cusco war ein Grund, diese Stelle anzunehmen. Nachdem der Vertrag beendet war, verdiente sie ihren Lebensunterhalt hauptsächlich als Übersetzerin für die Universität in Lima. Dadurch wurde sie auf Untersuchungen in der Pampa von Nazca aufmerksam. 1946 begann sie hier ihre eigenen Forschungen. Es gelang ihr, den Schleier einer vergessenen Kultur zu lüften.
Die Figur der Spinne (Größe 47 Meter) war die erste Zeichnung, die sie im Juni 1946 fast zufällig entdeckte. Danach folgten weitere Figuren, Linien und Dreiecke. Jahrelang beschäftigte sich Maria Reiche mit der Frage, wie die Zeichnungen trotz ihrer großen Dimensionen in der Pampa so technisch und künstlerisch einwandfrei geschaffen worden waren. 1970 trat sie auf dem 40. Amerikanisten-Kongress in Lima auf und unterbreitete den Vorschlag, die Pampa unter Denkmalschutz zu stellen. Der Schutz der Pampa wurde in der Folgezeit zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben.
Ein kurzer Film stellt während des Vortrags die Entdeckungen von Maria Reiche auf der Pampa vor. |
Leider finde ich die Notiz zur Zeit nicht wieder, aus der die genauen Fakten hervorgehen: Ich weiß nur, daß sich die TU Dresden geweigert hat, ein Gebäudeteil (nicht einmal ein ganzes Gebäude) nach Maria Reiche zu benennen. |
| DPT 2000 in München |
Hannelore Schwedes:
Warum fällt Schülerinnen und Schülern das Lernen von Physik so schwer ? Von den Alltagsvorstellungen zur Sichtweise der Physik. |
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Karen Böhme
Untersuchungsobjekt oder Indidviduum? Sprachgebrauch in den Naturwissenschaften
Wir befinden uns in der langen abendländischen Tradition von sich wandelndem Weltbild und naturwissenschaftlicher Entwicklung. Dabei galt stets: Wer das offizielle Wissen anhäuft, bestimmt darüber, wie es benannt wird und wem es zur Verfügung gestellt wird, definiert sowohl Ausgangspunkt naturwissenschaftlicher Überlegungen als auch Kontexte. Die Basis dafür ist die Sprache, und Sprache ist, fast überall, DAS Medium der Informationsvermittlung. Wie hat sich in den Naturwissenschaften aus einer allgemein verstehbaren Alltagssprache eine nur einzelnen zugängliche Sondersprache entwickeln können? Welche ethischen und gesellschaftlichen Werte werden neben 'harten Fakten' dabei transportiert? Standard-Lehrbücher begleiten Generation um Generation von Naturwissenschafts-Student/innen durch ihr Studium. Verpackt in den Anschein der Objektivität werden dabei insbesondere in bezug auf das Geschlechterverhältnis Sichtweisen vermittelt, die dem Weltbild der Definitionsmächtigen entsprechen. Vorurteile wie u.a. weibliche Passivität und männliche überlegenheit erhalten dadurch eine biologische - "natürliche" Legitimation und prägen damit auch die Denkweise jedes neuen Studienjahrgangs. Die Gestaltungsmacht der Sprache ist hier besonders eindrücklich zu erleben. Als Biologin bin ich in den Lehrbüchern meines Faches auf sehr einprägsame Beispiele verkappter Ideologie gestoßen. Nach einer kurzen Einführung in die Entwicklung der Wissenschaftssprache möchte ich auf Beispiele eingehen. Dazu gehören alltägliche Redewendungen und Zitate aus unterschiedlichen Lehrbüchern naturwissenschaftlicher Fächer. Es wird Zeit für eine Diskussion über eigene Erfahrungen mit mehrdeutiger Sprache in Studium und Beruf geben, und ich werde eine 'checklist' für das Hinterfragen von 'objektiven' Texten vorstellen. |
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