| 2. Das Interview mit Frau Prof. Cornelia Denz |
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Auf der Seite der Physikerinnentagung gibt es auch ein Information über das Medienecho - 15 Links weisen auf Zeitungs-, Internet- und Rundfunkinformationen hin.
So titelte das Stadtmagazin "Echo Münsterland" in seinem Beitrag vom 18. 10. 2008:
"Oberstufenschülerinnen eingeladen: Karriere als Physikerin starten? "
um dann über das Schülerinnenprogramm der Physikerinnentagung zu informieren, in dem nicht nur Vorträge zur aktuellen Forschung angeboten würden, sondern sich die Schülerinnen auch testen lassen können, ob sie für den Beruf der Physikerin geeignet sind
(Zitat):
"Im "Berufsparcours", der von Karin Ressel vom Technikzentrum Minden-Lübbecke entwickelt wurde, können kleinere Experimente und Aufgaben ausgeführt werden. Anhand eines Laufzettels erfolgt anschließend eine persönliche Auswertung zur Eignung für dieses Berufsfeld."
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) überschrieb ihre Pressemitteilung vom 6. 11. 2008:
"Größte europäische Physikerinnentagung in Münster" und schrieb dann u. a.:
"Münster/Westfalen, 6. November 2008 – Die größte europäische Tagung von Physikerinnen wird heute an der Westfälischen Wilhelms-Universität eröffnet. Mehr als 200 Physikerinnen aus Deutschland und dem benachbarten Ausland werden in Münster erwartet, um über neueste Forschungsergebnisse, Karrierechancen und die Verknüpfung von Beruf und Privatleben zu diskutieren."
Es gab auch überregionale Informationen, so im Deutschlandradio Kultur und im Deutschlandfunk, wobei letzter ein Interview mit einem männlichen Wissenschaftsjournalisten, Herrn Frank Grotelüschen, brachte, der seinerseits mit den Physikerinnen gesprochen hatte. Das ganze trägt auf der Website des Deutschlandfunks die Überschrift:
" Fortschritt auf niedrigem Niveau
Frauen in der physikalischen Forschung"
Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.
Ein kleines Zitat aus der längeren Pressemitteilung der WWU Münster sei noch gestattet:
"Vier Tage lang eroberten mehr als 300 Physikerinnen Münster, um aktuelle Ergebnisse der Forschung in über 50 Vorträgen und mehr als 40 Postern zu präsentieren und zu diskutieren. Die 12. Deutsche Physikerinnentagung an der Westfälischen Wilhelms-Universität, die gemeinsam von Physikerinnen des Fachbereichs Physik und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgerichtet wurde, war ein voller Erfolg und machte Mut für die Zukunft. " |
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Ein Medien-Beitrag gefiel mir besonders: ein Interview des SWR mit Frau Prof. Cornelia Denz, der Leiterin des Org-Teams der Physikerinnentagung, akustisch abrufbar auf dessen Website. Hier meine Übertragung einzelner Ausschnitte nach dem Gehör in Schriftsprache: |
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Auf die Frage einer Journalistin, worin die Faszination dieser Wissenschaft besteht, antwortete sie:
"Das sind sicher ganz verschiedene Dinge. Einerseits beschäftigt sich die Physik natürlich sehr intensiv mit der Frage, wo wir herkommen, wie ist die Erde entstanden, was ist der Urknall, gab es den und wie ist er vonstatten gegangen. Und da ist die Wissenschaft ja inzwischen sehr weit. Wir haben ein großes Experiment, den Linear Hadronen Collider, den LHC in Genf, der in Kürze wahrscheinlich herausfinden wird, wie es denn so war, kurz nach der Entstehung der Welt, in dieser Ursuppe, in der die Temperatur wie hunderttausend Sonnen war und sich langsam die einzelnen Elemente herausgebildet haben. Und auch die Theorie stellt inzwischen fest, wie das so war kurz nach dem Urknall, wenn sich die Welt gebildet hat. Und das ist natürlich sehr faszinierend. Andererseits kann die Physik aber auch mit allen Erkenntnissen, die sie hat, über die verschiedensten Disziplinen heute sehr viele Anwendungen herausarbeiten.
Unser Gebiet, das mich ja fasziniert, ist die Optik. Und wir beschäftigen uns damit, mit Licht Daten zu speichern und informationsverarbeitende Systeme der Zukunft zu entwerfen. Das ist dann schon ganz handfest und ist natürlich auch sehr schön, die zukünftige Gesellschaft mit zu gestalten."
Zur Frage nach dem geringeren Interesse der Mädchen an der Physik sagte Frau Prof. Denz:
"Dem würde ich gar nicht so sehr zustimmen. Ich glaube, wir müssen da ein bißchen tiefer blicken. Denn tatsächlich ist es so, daß sehr viele Mädchen, auch jüngere Mädchen, sich sehr stark für diese Themen interessieren, wie für Naturwissenschaft und Technik überhaupt. Aber es gibt ein großes , starkes Sozialisations-Entwicklungsproblem, daß irgendwo in der Schule Mädchen gesagt wird: „Das ist gar nicht so sehr was für euch. Ihr seid doch viel mehr soziale Wesen, ihr wollt doch was mit Sprachen oder mit Menschen tun. Und den Jungens wird gesagt, Ihr seid doch so logisch, ihr könnt doch so was sehr gut. Und dann scheiden sich da die Geister, sprich die Geschlechter. Die Mädchen haben in der Pubertät weniger Interesse an diesen Fächern und dann ist es etwas, für das sie sich in der Oberstufe oder auch für das Studium oder auch für den Beruf nicht mehr entscheiden. Aber begeisterungsfähig zu Beginn, vor der Pubertät sind beide Geschlechter gleichermaßen. Das haben viele Untersuchungen herausgfunden."
Ich zitiere sie weiter:
"Diese Tagung ist wirklich eine Erfolgsgeschichte. Viele haben sich auch noch angemeldet vor Ort. Es waren über 300 Physikerinnen, die sich getroffen haben, und die sind wirklich überall in der Welt der Physik vertreten. Es gibt eben Physikerinnen, die sich mit Fragen der Entstehung der Erde, mit Urknall, mit Astrophysik beschäftigen. Es gibt aber genauso welche, die sich damit beschäftigen, wie kann man - ja - neue Systeme entwickeln, z. B. wie kann man Medikamente geschickt einschleusen, sozusagen Trojanische Pferde an gewisse Körperstellen, um dann dort zum Beispiel Krebs zu bekämpfen. Fragen, wie kann man neue Geräte, Mikroskope bauen, um die kleinsten Einheiten zu untersuchen, die sind alle vertreten gewesen. D. h. die Frauen besetzen sozusagen alle aktuellen und hochkarätigen Themen der Physik und haben die auch sehr erfolgreich präsentiert auf der Tagung."
und
"Also, das Potential der Physikerinnen sehe ich eigentlich in allen Bereichen und ich würde sagen, die alte Regel „den Frauen die Hälfte der Welt” würde auch in der Physik sehr gut tun. Denn es gibt so viele Frauen, die so viele hochaktuelle Themen bearbeiten, daß es sehr sehr schade wäre, würde man dieses Wissen verlieren oder diese Frauen nicht motivieren können, in der Forschung zu bleiben. Ansonsten sehe ich wirklich, daß Frauen keine anderen Themen besetzen wie Männer und die großen Themen werden sicherlich sein in der Zukunft der Grundlagenforschung:
wie kann ich erklären, wie der Urknall vonstatten ging, aber auch Fragen, wie kann ich Nanotechnologie oder optische Technologien für neue Anwendungen präparieren. Und diese beiden Äste werden hoffentlichvon Frauen wie Männern in der Zukunft gleichermaßen bestimmt werden." |
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