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08. 03. 2008
Grundfragen der Physik,
neu gestellt und beantwortet von einer Frau
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Struktur Atommodell Mathematik
Physikerinnen
DPT 2007
 


Die Physikerinnentagung 2007 in Osnabrück
mein Erlebnisbericht  und mein Beitrag

Die Details des Programms und Ablaufs
dieser Physikerinnentagung sind natürlich am besten auf der Website der Physikerinnentagung (www.physikerinnentagung.de) abrufbar.  Wenn ich hier also einzelne Veranstaltungen vorstelle, dann auch deshalb, weil sie im Zusammenhang mit den Themen dieser meiner eigenen Website wichtig sind.
Die Tagung fand - wie immer - am ersten Wochenende im November statt. Am Donnerstag abend (1. 11.) war die Eröffnung.

Es gibt ein paar Gedanken zu meinem eigenen Beitrag, doch hat es wenig Sinn, das ganze Vortragskonzept, den Vortragstext hier noch einmal vorzustellen.  Die Gedanken sind in den einzelnen Themen dieser Website exakter und umfangreicher dargestellt. Wesentlich spannender und erkenntnisintensiver waren für mich die anschließende kurze Diskussion und das Interesse der Veranstalter an meinem Vortrag.

Weitere Informationen auf dieser Seite gibt es zu folgenden Schwerpunkten:
  1. Informationen über einige der   Vorträge
 
3. Meine Eindrücke
1. Informationen über einige der Vorträge
Donnerstag, der 1. 11.  
Eröffnung und Grußworte
Die Tagung begann am Donnerstag mit Eröffnungsrede, Grußworten des Präsidenten der Uni Augsburg und einer Vertreterin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
 
 
Die Schirmherrin der diesjährigen Physikerinnentagung, Frau Dr. Annette Schavan, MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hatte ein Grußwort an die Teilnehmerinnen gerichtet, das im Programmheft abgedruckt ist. Ich zitiere daraus nur die folgende Stelle:

aus dem Grußwort von Frau Schavan
Dieses  Zitat
beziehe ich
auf der Seite Krise im Thema Wissensch.-Theorie in die Analyse ein
Eröffnungs- Vortrag
zum Thema "Tumortherapie mit Ionenstrahlen" .
Nüchtern hieß es in der Ankündigung:
"Seit 10 Jahren werden mit dem Teilchenbeschleuniger bei der GSI in Darmstadt Tumorpatienten mit Kohlenstoffionen bestrahlt. .."
Was sich dahinter verbarg, war - gelinde gesagt - eine Sensation.

Die Vorteile der Kohlenstoffatome für die Strahlentherapie sind vor allem die genauere Dosierung, die ortsgenaue Positionierung der Wirkung des Strahles, die geringeren Nebenwirkungen gegenüber herkömmlicher Strahlentherapien, schnellerer Rückgang des Tumors usw.
Die physikalischen Details waren sehr spannend (ich lasse  die wenigen Informationen darüber hier weg), noch spannender war die Information darüber, daß  Deutschland auf diesem Gebiet führend in Europa und mit in der Welt ist, daß angesichts der bisherigen Erfolge mehrere klinik-orientierte Therapieeinheiten in  Deutschland und Europa in Vorbereitung sind. 
Diese Therapie scheint eine große Hoffnung und Chance für Krebspatienten zu werden.
Referentin Wilma Kraft-Weyrather von der GSI in Darmstadt
Sektempfang
Der Abend klang aus mit einem Stehimbiss, zu dem Sekt gereicht wurde. Ich schaute mich um, ob ich bekannte Gesichter entdeckte. Mit zwei  "älteren" Physikerinnen, die wie ich etwas allein herumstanden, schloß ich Bekanntschaft.  Auch sie wollten einfach mal wieder "Physik-Geist" spüren.
 
Freitag, der 2. 11.
Quanten-Kryptographie
Barabara Kraus vom Institut für  Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Institut für Theoretische Physik kündigte ihren Vortrag so an:
"Das Ziel der Kryptographie ist es, zwei Personen die Möglichkeit zu geben, völlig sicher miteinander zu kommunizieren. Das heißt, dass die Kommunikation nicht von einer dritten Person mit angehört werden kann. Während die Sicherheit klassischer Kommunikationsprotokolle meist auf unbewiesenen Annahmen beruht, konnte gezeigt werden, dass die Quantenkryptographie uneingeschränkt sicher ist. ..."

Es ging dann aber nicht um das "Anhören", sondern das Entschlüsseln einer verschlüsselten Nachricht. Heutige Verschlüsselungssysteme sind angesichts der fortschreitenden Möglichkeiten der Computertechnik nur noch ein Problem der Rechenzeit.  Der "Feind" (dieses Wort fiel) soll diese erst einmal nur theoretisch ausgedachte Möglichkeit der  Verschlüsselung dann nicht mehr knacken können, er soll die Nachricht nicht mehr "verstehen".  Für mich als Laie erschien das ganze ziemlich weit hergeholt und die Vorbereitung des Nachrichtenaustausches viel zu aufwendig und kompliziert. Natürlich ist das ein  vorerst ganz und gar theoretisches Thema, bei dem noch nichts über mögliche praktische Umsetzung gesagt wird. Natürlich hat dieses Thema mit Militärforschung nicht das geringste zu tun.
Am Rande  - der "Feind" hatte einen Namen: "Eve"
Licht-Materie-Wechselwirkung
Licht-Materie-Wechselwirkungen in Quantenstrukturen: Optik auf der Nanoskala
Dieser Vortrag von Frau Prof. Ulrike Woggen (Uni Dortmund) zeigte mir - ohne daß ich hier auf Details eingehen will - daß die  Quantenphysik  eine ausgesprochen "weibliche" Komponente hat: Die Verschränkung zweier diskreter Zustände ist auf eine Art und Weise möglich, daß man jeden beliebigen Zustand dazwischen in einem Kontinuumsfeld erzeugen kann.
 
Inflation in Quanten-Kosmologie
Dieser Vortrag verdient eine sehr ausführliche Vorstellung:
Cecelie Hector - DAMTP   Cambridge, UK - hatte ihn im Programmheft so angekündigt:

"Kosmologische Experimente zeigen, dass unser Universum nahezu flach sowie homogen und isotrop ist. Im Rahmen der einfachen Urknallvorstellung erfordern diese Eigenschaften sehr spezielle Anfangsbedingungen, die unser Universum extrem unwahrscheinlich erscheinen lassen. Dieses Problem ("Finetuning") wird ueblicherweise durch die Idee der Inflation - einer Phase extrem schneller Ausdehnung direkt nach dem Urknall - gelöst. Die Inflation benötigt jedoch ihrerseits bestimmte Anfangsbedingungen. Sind diese zu speziell, kann Inflation nicht als Lösung des Finetuning-Problems angesehen werden. Die nun zu beantwortende Frage ist also: Wie wahrscheinlich ist Inflation?
In diesem Vortrag werde ich vorstellen, wie diese Frage im Rahmen der Quanten-Kosmologie zu beantworten ist."


Im Vortrag selbst zeigte sie, was dabei herauskommt, wenn man aus den "möglichen Anfangssituationen"  die Wahrscheinlichkeiten für die inflationäre Ausbreitung des Universums berechnet - bei einer Annahme der Gleichverteilung der Wahrscheinlichkeiten der möglichen Zustände.
Dann stellte sie fest, daß die  Berechnungen zu Divergenzen führen, die man dadurch beseitigen kann, daß man annimmt , daß das Universum flach ist - so können die divergierenden Bestandteile aus dem Integral geworfen werden.
Doch auch die Auswertung dieses Ansatzes war unbefriedigend, denn sie ergab nur, daß für die Anfangszeit die Wahrscheinlichkeit inflationärer Expansion höher ist als für spätere Zeiten. 
Leider kann man auch vom Universum nur erfahren, entweder wie groß es ist oder wie schnell es sich ausdehnt, aber nicht beides.
Komischerweise beeinflussen in der Rechnung die Wege mit der geringsten Wirkung am stärksten das Ergebnis - das war auch so eine Erkenntnis, die sie verblüffte.
Als sie dann noch davon sprach, daß sie die "unphysikalischen Freiheitsgrade loswerden" wollte (damit meinte sie die rein mathematischen Freiheitsgrade in der Berechnung), indem sie bestimmte Eichbedingungen einführt - sie sprach in diesem Zusammenhang von "Geistfeldern" - war die Zeit fast um und sie konnte nur noch erwähnen, daß bei einer klassischen Berechnung der Inflation "Divergenzprobleme" auftreten.

Die Frage in der Diskussion, was man denn von einer solchen Wahrscheinlichkeitsangabe hätte, blieb unbeantwortet.
 
Didaktik der Physik
Gleich zwei Vorträge konnte ich miterleben:
Prof. Rita Wodzinski (Uni Kassel) sprach über
"Naturwissenschaftliche Bildung vom Sachunterricht zum Fachunterricht"
und Dr. Silke Roehter von der Versuchsschule des Landes NRW in Bielefeld über
"Fächerübergreifender Grundkurs: Energiegewinnung für die Erdbevölkerung - Ein Unterrichtsbeispiel aus der Sekundarstufe II"

Thema Nr. 1 wird angekündigt:
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, die naturwissenschaftliche Bildung (insbesondere im Hinblick auf die "harten" Naturwissenschaften Physik und Chemie) vom Kindergarten bis zur gymnasialen Oberstufe zu stärken. In der Grundschule und in der Sekundarstufe I ist bereits vieles in Bewegung geraten. Einige Bundesländer haben darüber hinaus in Klasse 5 und 6 das Fach Naturwissenschaften eingeführt, um einen bruchlosen Übergang vom Sachunterricht zum Fachunterricht zu realisieren. Wichtige Voraussetzung für ein fruchtbares Ineinandergreifen der Bemühungen um eine Stärkung der Naturwissenschaften in der Schule ist jedoch, dass die Schnittstellen klar definiert sind und alle Beteiligten eine Vorstellung von den Zielen und Arbeitsweisen der verschiedenen Stufen haben. Der Vortrag gibt einen Überblick darüber, inwieweit die Abstimmung der Bildungsziele für den Bereich Physik bisher gelungen ist, zeigt Problemfelder auf und schlägt Ansatzpunkte für Lösungen vor."


Was ich dann in diesem Vortrag erlebte, erschütterte mich zutiefst. Unter Verwendung modernster Modewörter bestach er durch eine sehr hohe Abstraktionsebene, hinter der die uralten Probleme ungelöst vorschauten wie vor 40 oder 50 Jahren, z. B. der Feststellung, daß das Interesse an Physik und Chemie in der  Mittelstufe "besonders stark abnimmt, vor allem bei Mädchen".
Sie weist darauf hin, daß man das Ansehen der Naturwissenschaften "retten" wollte, indem man es zum Hauptfach macht , so daß es "damit  Bedeutung für die gesamte Schulkarriere hat".
Sie erzählt von den Hoffnungen auf "Steigerung naturwissenschaftlicher Leistungen durch die Kontinuität des  Lernprozesses", von den "Erwartungen der Industrie-Verbände", die viel Geld reinstecken, um das Interesse an Naturwissenschaften in der Gesellschaft zu erhöhen und mehr Studierende und Fachkräfte zu bekommen.
Sie erzählte auch davon, daß man hofft, aus der Aufwertung des Fachunterrichts rückwirkend eine stärkere Anerkennung des Sachunterrichts zu erreichen.
Dann führte sie Statistiken vor, in welchen Bundesländern welche Regelungen beim Sachunterricht gelten.
Ich kann mir vorstellen, daß es sehr zeitaufwendig ist, "zeitnah" aussagen zu können, in wie vielen Bundesländer Physik ab Klasse   5 oder 6 und in wie vielen Bundesländer Physik ab Klasse 7 unterrichtet wird.
Sie plädierte für Standards bzw. Verbindlichkeiten für den Sachunterricht und stellte mögliche Verfahren dafür vor. 
Ja, auch der Satz fiel, daß man von der Lebenswelt der Kinder ausgehen müsse.

Sie betonte, daß die Abstimmung zwischen Sach- und Fachunterricht nicht nur praktisch, sondern auch  in der Theorie schwierig sei. 

Die Diskussion wandte sich dann sehr praktischen Fragen zu, z. B. der nach der Kompetenz des Fachlehrers und der Ausbildung der Lehrer.
Eines der Probleme sei, daß es aus der Fachunterrichts-Didaktik her Probleme gäbe, sich in die Sachunterrichts-Problematik hineinzudenken.
Jemand sprach in der Diskussion an, daß die Geschichte der Physik zu kurz komme, jemand anderes sprach von der Einführung des Modelldenkens in der 5. und 6. Klasse anhand des Teilchenmodells.
 
 
Silke Roethers Thema wird im Programmheft angekündigt:
"Die Autorin unterrichtet am Oberstufenkolleg Bielefeld diesen selbstentwickelten, jahrgangsübergreifenden Grundkurs, der sich über zwei Semester an Schülerinnen und Schüler richtet, die weder Physik noch in den meisten Fällen eine andere Naturwissenschaft als Leistungskurs belegt haben. Der physikalische Inhalt des Grundkurses bezieht sich hauptsächlich auf die Themen *Arbeit* und *Energie*. Nachdem ein möglichst genauer Begriff von diesen Größen erarbeitet sein wird, geht es um die verschiedenen Formen von Energie und wie man sie ineinander umwandeln kann. Hierbei spielen der Energieerhaltungssatz und auch die Hauptsätze der Wärmelehre eine wichtige Rolle. Folgende Teilgebiete der Physik werden angeschnitten: Mechanik, Elektrodynamik, Optik, Thermodynamik, Relativitätstheorie, Quantenphysik, Atom- und Kernphysik.

Um die Energie für die Menschheit nutzbar zu machen, benötigt man Kraftwerke aller Art, wobei der Schwerpunkt des Kurses vor allem auf alternative Formen der Energiegewinnung liegen wird. Weitere Fachdisziplinen, die im Kurs herangezogen werden, sind: Wirtschaft, Politik, Soziologie, Geographie, Ökologie und Ethik.

Im Vortrag werden nach einem kurzen Überblick über den gesamten Aufbau des Kurses vor allem die Methoden diskutiert und welche Kompetenzen der "gebildete Laien" erwerben kann. Insbesondere soll auf die Adressaten dieses Kurses eingegangen werden und wie er einen Beitrag leisten kann, "Außenstehende" für Naturwissenschaften zu interessieren. Erste Beobachtungen zu Stärken und Schwachpunkten des zurzeit sich in Erprobung befindlichen Unterrichtskonzepts werden vorgestellt."
 
Samstag, der 3. 11.
 
Auf die am Vormittag besuchten Fachvorträge und die Postersitzung gehe ich hier nicht ein, lieber erwähne ich die beiden  Vorträge, die sich unmittelbar an meinen anschlossen:
 
Philosophie für Physikerinnen
Der Dozent, Professor Heinz-Jürgen Schmidt von der Universität Osnabrück, hatte ihn im Programmheft so angekündigt:
 
 
"Trotz Komprimierung der Studieninhalte in den Bachelor- und Masterstudiengängen gibt es immer noch - oder schon wieder - Physikstudentinnen, die sich für philosophische Fragen interessieren. Wie kommt das? In dem Vortrag werden dazu drei Thesen diskutiert, die sich durch die Stichworte Naturphilosophische Motivation, Überschreitung von Grenzen der Fachdisziplin und wissenschaftstheoretische Selbstreflektion charakterisieren lassen. Dennoch besteht die Gefahr, dass die interessierte Physikstudentin durch die Lektüre von Fachphilosophen enttäuscht wird. Am Schluss des Vortrags werden deshalb Tips zu geeigneter Literatur gegeben."
Dieser Vortrag wurde sehr wichtig für mich:
Eine Folge ist z. B. das neue Kapitel in der Wiss.-Theorie: weibl. Philosopie Auf dieser Seite  gibt es ausführlichere Informationen über den Vortrags-Inhalt.
 
Prof. Schmidt gab  erwartungsgemäß  eine Vorstellung von Physik zum besten, wie sie heute allgemein üblich ist - ich kann sie nur sinngemäß wiedergeben -  Physik ist die mathematische Bearbeitung von aus Experimenten gewonnenen Daten.
siehe auch in Wiss.-Theorie » Erkenntnis-Theorie »Physik-Begriff
Carl Friedrich von Weizsäcker und die Atomwaffen
Der genaue Titel des nächsten Vortrages war:
"Atomwaffen für die Bundeswehr? Carl Friedrich von Weizsäcker und die Göttinger Erklärung"
Die Referentin, Elisabeth Kraus aus Frankfurt am Main gab im Jahr 2001 eine Studie heraus:
Von der Uranspaltung zur Göttinger Erklärung
Otto Hahn, Werner Heisenberg, Carl Friedrich von Weizsäcker und die Verantwortung des Wissenschaftlers

Ein Geleitwort von Carl Friedrich von Weizsäcker ist dieser Studie vonrangestellt, das läßt annehmen, er habe den Aussagen darin zugestimmt.

Ihr  Vortrag  auf  der Physikerinnentagung wurde angekündigt mit:
"Carl Friedrich von Weizsäcker ist am 28. April dieses Jahres verstorben. Am 28. Juni wäre er 95 Jahre alt geworden. Weizsäcker war der Initiator und Organisator der Göttinger Erklärung und der politische Kopf der Unterzeichner. Vor 50 Jahren, am 12. April 1957, veröffentlichten Weizsäcker und seine siebzehn Kollegen ihre Erklärung zur Atombewaffnungspolitik der Adenauer-Strauß-Regierung. Sie sprachen sich für einen deutschen Atomwaffenverzicht aus, lehnten jegliche Mitarbeit an Atomwaffen ab und erklärten ihre Bereitschaft, weiterhin bei der friedlichen Verwendung der Atomenergie mitzuwirken. Wie kam die Göttinger Erklärung zustande? Was bewirkte sie?"

Die Göttinger Erklärung wurde am 12. 4. 1957 verabschiedet.  Mitten in Zeiten atomarer Aufrüstung auf beiden Seiten der feindlichen Lager rechneten die deutschen Physiker damit, aufgefordert zu werden, Atomwaffen für Deutschland zu bauen.   C. F. v. Weizsäcker sagte sinngemäß: Hätte man uns aufgefordert, hätten wir uns weigern können.

Frau Dr. Kraus sagt "Die Deutschen strebten nach Atomwaffen." Es gab die Meinung, wenn die Franzosen Atomwaffen haben, dann stünde das auch den Deutschen zu. Wer "die Deutschen" waren, die diese Atomwaffen haben wollten, sagte sie nicht.  Franz Josef Strauß - das geht aus ihren Worten hervor - war einer dieser Atomwaffen-Interessenten.   Sie schilderte einige historische Details dieser Zeit, um dann die Ungeheuerlichkeit zu berichten:
Die Göttinger Erklärung, in der die 18 deutschen Wissenschaftler sich   gegen eine atomare Bewaffnung   Deutschlands aussprachen, wurde am 12. April 1957 verabschiedet. Danach lud Adenauer die Wissenschaftler zu einem Gespräch ein, in dem er ihnen versicherte, daß sie nicht aufgefordert würden, Atomwaffenforschung zu betreiben. Im Mai 1957 erhielt die Bundesrepublik atomare Waffen, Atomsprengköpfe der USA auf ihrem Territorium. Sie gehörten nicht der Bundesrepublik, unterstanden weiter dem US-Präsidenten. Aber Deutschland "hatte" Atomwaffen.

Ein Kommentar von mir:
Eigentlich war dieser Schachzug  von Adenauer ziemlich raffiniert: bis zum letzten Augenblick hielt er die Wissenschaftler im Glauben, sie könnten zur Atomwaffen-Forschung aufgefordert werden.  Als diese die Göttinger Erklärung verabschiedeten, müssen die Verhandlungen mit den USA (dem "Feind" Deutschland noch 12 Jahren zuvor!) doch schon so weit geführt haben, daß die Stationierung längst beschlossen war.  Hier  liegt also ein historisches Beispiel  ohnegleichen vor, wie verantwortungsbewußte Wissenschaftler von der Politik ausgestrickst werden können.
 
2.  Mein Beitrag zur Physikerinnentagung
Meine Beitrags-Anmeldung zur Physikerinn-Tagung 2007
Die WEB-Seite www.eine-weibliche-physik.de wird vorgestellt
Grundfragen der Physik - neu gestellt und beantwortet aus Sicht einer Frau.
Die Wissenschaft hat längst bewiesen, daß Frauen ”anders” denken als Männer. Lange Zeit hieß es, Frauen seien überhaupt unfähig zum wissenschaftlichen Denken. Erstaunlicherweise ist die Frage, ob und wie diese geschlechtsspezifischen Unterschiede des Denkens sich im Inhalt der Wissenschaft widerspiegeln, noch immer eher ein Tabu als wirklich schon zufriedenstellend beantwortet. Ich versuche, mich ihr aus weiblicher
Sicht zu nähern und gehe auf folgende Fragen (Auszug aus den Themen der WEB-Seite) näher ein:
1. Stein und Wasser sind allgemeine Symbole für das männliche und das weibliche Prinzip. Sie lassen sich auch in physikalischen Begriffen, Modellen und Theorien erkennen.
2. Die Struktur der Materie aus weiblicher Sicht: Einige heute vergessene Atommodelle aus den Anfängen der modernen Atomistik im 19. Jahrhundert (darunter einige von Frauen!) werden vorgestellt. Es handelt sich um Modelle, die wesentlich der weiblichen Denkmethode entsprechen und gegenüber den aus der männlichen Denkmethode resultierenden und bis heute vorherrschenden
Atommodellen zurückgedrängt wurden.
3. Der Spiegel als weibliches Symbol: Ich werfe einen Blick auf, nicht in den Spiegel und stelle verblüffende Schlußfolgerungen vor.
4. Leben ist - physikalisch betrachtet - "Bewegung gegen äußere Kräfte": Die Anerkennung dieser Formulierung hätte weitreichende Folgen für die Physik.
5. Wie sich in physikalischen Begriffen die männliche und weibliche Denkweise widerspiegelt, zeige ich an der Gegenüberstellung der "männlichen" Leistung und der "weiblichen" Wirkung.
 
Die Vorbereitung
Wesentlicher Teil  der Vorbereitung war die völlige Überarbeitung dieser Website, die ich dann am 31. 10. 07 ins Netz stellte.
Während der eigentlichen Vortrags-Vorbereitung erkannte ich, daß es unmöglich sein würde, alle oben genannten fünf Punkte auch nur ansatzweise vorzustellen. Daher entschied ich mich, mich völlig auf Punkt 1 - die Unterscheidung des "männlichen" und des "weiblichen" Denkprinzips ("Stein" und "Wasser") zu konzentrieren. Punkt 2 sollte nur als Beispiel dafür herangezogen werden, zum Spiegel (3.) und zum Thema Leben  (4.) wollte ich nur etwas sagen, falls  in der Diskussion danach gefragt würde. Der 5. Punkt erwies sich in der Vorbereitung als zu umfangreich, so daß ich mich entschloß, ganz darauf zu verzichten.
Natürlich wollte ich auch mein Atommodell irgendwie im Rahmen von Punkt 2 vorstellen.  

Während der Vorbereitung begriff ich immer mehr, wie schwierig es sein würde, auch nur einen  ganz kleinen Einblick in das Anliegen meiner Website  zu geben. Es wäre leichter gewesen, zwei Stunden zum Thema zu reden, als zwanzig Minuten.  Das Problem war nicht, was ich sagen muß, sondern was ich aus der Fülle der Gedanken und ihrer Erklärungsnotwendigkeit weglassen kann, um trotzdem einen aussagekräftigen Ersteinblick geben zu können.
Die Ungewißheit,  wie man mir auf der Tagung begegnen würde, ob ich auf Zustimmung  (oder wenigstens aufgeschlossene Neugier)  oder auf Ablehnung stoßen würde,  belastete mich in dieser Phase zusätzlich.
 
Der Film
Anfang Oktober erhielt ich eine Mail vom Org.-Team, in dem das Interesse an meinem Vortrag hervorgehoben wurde und ich gefragt wurde, ob ich einverstanden wäre, meinen Vortrag filmen zu lassen.  Ich gab meine Einwilligung, eine Entscheidung, die ich inzwischen sehr bereut habe. Hatte ich ursprünglich geglaubt, es ginge nur um  eine Archivierung von mehreren  (allen?) Vorträgen der Tagung, erfuhr ich erst nach der Tagung, daß lediglich vier der Vorträge gefilmt wurden.
Unmittelbar vor Vortragsbeginn überraschte mich die Absicht, daß der Film ins Internet gestellt werden sollte, völlig. Ich  unterschrieb ein Papier mit meiner Zustimmungserklärung gegenüber einer Firma (also nicht  dem Org-Team der Physikerinnentagung), deren Namen ich mir in der Eile nicht merkte, erhielt keine Kopie. Übers Internet bekam ich später den Namen heraus: auf www.lernfunk.de war mein Vortrag bereits angekündigt, zusammen mit drei anderen der Tagung. Meiner dringlichen Bitte, von einer Veröffentlichung im Internet abzusehen wurde glücklicherweise entsprochen und die Ankündigung wenige Tage später entfernt. 

Nils Birnbaum vom Lernfunk schrieb mir am 16. 11. 07 zu meiner größten Erleichterung:
"ich denke es ist kein Problem und vor allem sowohl in unserem als auch im Sinne der Organisatorinnen der Tagung, das wir den Beitrag nicht veröffentlichen."
Wer mich kennt, weiß, daß  ich mich nicht einmal gern fotografieren lasse und es so gut wie keine Fotos von mir gibt. 







Weil es interessant ist zu sehen, welche Vorträge für eine Veröffentlichung gefilmt wurden, finden Sie hier die Abbildung der Webseite - noch in der Version mit der Ankündigung auch meines Vortrages:
DPT2007-Lernfunk
Die Vor-Gespräche
In Gesprächen  mit anderen Physikerinnen vor meinem Vortrag und in den anderen Vorträgen und Diskussionen  war mir klargeworden, daß ich meinen Vortrag völlig falsch aufgebaut hatte.  Es schien mir dann ratsamer, einiges mehr zur Vorgeschichte der Website zu sagen - aber genau das war dann wohl der gröbste inhaltliche Fehler.
Der Vortrag
Kurz und knapp: Der Vortrag wurde eine einzige Katastrophe und Blamage.

Inhaltliche Details hier wiederzugeben oder das Vortrags-manuskript einzustellen, hat kaum Sinn, da die originale Website hier vorliegt und sich der geneigte Besucher individuell einen viel besseren Einblick verschaffen kann.
Rechtfertigungs-Versuche sind noch peinlicher - also laß ich sie weg.
 
Wichtig ist vielleicht, daß ich die besondere Rolle von Prof. G. Schöpf, Professor für Theoretische Physik an der TU Dresden, für meinen weiteren Erkenntnisweg betonte. Prof. Schöpf war "von hause aus" Philosoph und hatte von daher den Weg zur theoretischen Physik gefunden.
Es war mir eine große Freude, eine Physikerin auf der Tagung kennenzulernen, die 20 Jahre nach mir an der TU Dresden studiert hatte und Prof. Schöpf ebenfalls noch in sehr guter Erinnerung hatte - in seinen fachlichen und menschlichen Qualitäten.

Von meinem Atommodell erwähnte ich kein einziges Wort.

Als ich versuchte,  zur Veranschaulichung des Unterschiedes von formal-logischer und dialektischer Denkweise den Unterschied zwischen der "Kategorie der Art" und der "Kategorie des Grades" darzustellen, begriff ich, daß  ich das falsche Beispiel gewählt hatte: allein diese "Kleinigkeit" anschaulich zu machen, hätte mindestens  die Zeit des ganzen Vortrages benötigt.
Prof. Schöpf hatte mir mit einer Bemerkung zur Wissenschafts-Geschichte einen äußerst kostbaren Gedankenanstoß für mein weiteres Leben gegeben. Ich schildere dieses Erlebnis in www.brunhild-krueger.de, im Thema "Physikerin" auf der Seite "Studium" ausführlicher. Hier der Link dorthin:
zur WEB-Seite www.brunhild-krueger.de, zur Seite STUDIUM
 
An dieser Stelle brach ich den 1. Punkt übergangslos ab und erzählte  etwas zum Thema "Leben" aus physikalischer Sicht - über die Katze, die auf den Tisch springt.
Ich erwähnte kurz die "weiblich denkenden Physiker" F. Capra und M. Planck und  stellte das Lexikon "Das geheime Wissen der Frauen" und  die Bücher von Heide Göttner-Abendroth, in denen über das "weibliche Wissenschaftsverständnis" etwas gesagt wird, vor. Zum Schluß  brachte ich noch einmal mein Anliegen vor, daß ich dringend Gesprächspartnerinnen suche.

Rhetorisch war  es wohl die schlechteste Leistung meines ganzen Lebens. Anders gesagt:
Ich hatte (k)eine Chance - und ich habe sie total vermasselt.
Auf dieser Website "spiegele" ich meinen Erkenntnisweg - wie es dazu kam, daß ich überhaupt ein neues Atommodell zu denken wagte.
Die Diskussion danach
In der anschließenden Diskussion wurden mir weitere Fehler meiner Vortrags-Vorbereitung bewußt, da ich absolut nicht damit gerechnet hatte,  daß die Gegenüberstellung des sogenannten "männlichen" (="Stein") und "weiblichen"  (= "Wasser") Denkprinzips (der Grundgedanke meines Vortrages) bei den anwesenden Physikerinnen solche Proteste hervorrufen würden.   Es war bereits der erste Satz  aus der Ankündigung des Vortrages:
Die inzwischen weiter vervollständigte Gegenüberstellung findet sich in Wissensch.-Theorie » 
Erkenntnistheorie   »  Denkprinzipien
 
"Die Wissenschaft hat längst bewiesen, daß Frauen   'anders'  denken als Männer."
der diesen Protest auslöste. Bis zu diesem Augenblick war ich davon ausgegangen, daß dieser Satz allgemein akzeptiert sei.
Nein, im Gegenteil, den Physikerinnen ging es ja gerade darum, die Gemeinsamkeiten des Denkens von Männern und Frauen, die sie ja an sich selbst erlebten, zu betonen. Daß diese "Gemeinsamkeit" nur  dadurch entsteht, weil sie selbst - so wie ich selbst früher auch - einseitig auf das "männlichen" Denken  fixiert sind - wie sollen sie das verstehen?

Glücklicherweise hatte ich anschließend ein kurzes Gespräch mit einer Physikerin aus Jülich,  das mir sehr half, eine Lösung  des Problems zu finden.
Über Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Denken von Männern und Frauen gibt es mehr in
Wissensch.-Theorie  » 
weibl. Philosophie » 
Stein + Wasser
Das Fazit
Die wenigen Minuten Diskussion nach meinem Vortrag, die Vorträge und die Gespräche  mit Physikerinnnen auf der Physikerinnentagung insgesamt machen den Mißerfolg meines Vortrages mehr als wett. Ich bin mit so vielen Gedankenanstößen und Erkenntnissen zurück gekommen, daß ich noch lange davon zehren kann.  Ich werde noch an mehreren Stellen dieser Website auf einzelne davon zu sprechen kommen.
Noch wichtiger ist für mich jedoch die Erkenntnis, daß die FORM, in der ich meine Website zur Diskussion stellen wollte, weder meinem Anliegen entspricht, noch für dieses Thema geeignet ist:
Ein Vortrag, ein Monolog, ist eine "typisch männliche" Form der Informationsübermittlung. Man ist festgelegt auf eine lineare Gedankenkette, die außerdem störanfällig ist. ("Steuerungs"-Prinzip)
In einem Gesprächskreis kann man viel leichter auf Feedbacks reagieren und sich ständig auf die Gedanken (auch Proteste) und Interessen der Gesprächspartner einstellen.   Aus der Fülle des Gedankenmaterials kann man  im Verlauf zu jedem Zeitpunkt genau das auswählen und genau die Verknüpfungen aufzeigen, die   für den Gesprächspartner "passen" und interessant sind, so daß er bereit ist, "mitzugehen".  Ein Gesprächskreis ist eine eher "weibliche" Form.  ("Regelungs"-Prinzip, Rückkopplungs-Prinzip).
Am Rande:
"Jim", ein anonym bleiben wollender wildfremder Leser meiner Webseiten, hat mir durch einen sehr großzügigen Kredit die Teilnahme an der Physikerinnentagung überhaupt erst ermöglicht.
Selbst-Tröstung
Die Qualität dieses kleinen Kurzvortrages ist glücklicherweise kein Spiegelbild der Qualität bzw. Wichtigkeit bzw. Neuheit der Gedanken auf meiner Website. Was ich noch beweisen werde.
Aber einen Vorteil hatte sie - diese miese Qualität - für die Organisatoren der DPT und den AKC, resp. Frau Dr. Kluge: sie können sich zukünftig - was immer geschehen mag -  damit herausreden, daß ich es nicht fertiggebracht habe, ihnen diese Wichtigkeit  nahezubringen, sie also gar keine Chance hatten, die Bedeutung meiner Arbeit  auch für sie zu erkennen.
Frau Dr. Kluge (ehemals Dr. Nowak) ist die Sprecherin des AKC. Ich hatte sie persönlich um eine finanzielle Unterstützung für meine Teilnahme an der Physikerinnentagung gebeten.
3. Meine Eindrücke und Erkenntnisse
Technischer Fortschritt in der Organisation
Gleich am Anfang imponierte mir der technische Fortschritt der organisatorischen Vorbereitung seit der Tagung vor vier Jahren. Per Mail hatten wir eine Teilnahmebsetätigung mit Scan-Code erhalten, der nur noch eingelesen werden mußte, um die Tagungsunterlagen (vom Kärtchen fürs Namensschild über die Teilnahmebestätigung bis zum Freifahrtschein für den Öffentlichen Nahverkehr von Osnabrück) auszudrucken. Ein Programmheft (es kann auch original als pdf-Datei von der Website heruntergeladen werden) und die obligatorische Tagungs-Tasse wurden ebenfalls ausgereicht.
Natürlich war die Art der Präsentation unglaublich fortgeschritten. Ohne Power-Point-Präsentation (so wie ich mit meinen Folien)  fand kaum noch ein Vortrag statt.
 
Ein Hoch auf die Quantenphysik
Auf dieser Tagung erkannte ich etwas ganz  Wunderbares:
Die Quantenphysik - eines meiner    ungeliebtesten Teilgebiet der Physik  - ist in letzter Konsequenz eher dem "weiblichen" Denkprinzip als dem "männlichen" Denkprinzip verpflichtet.
Anders ausgedrückt: in ihr "mischen" sich diese beide Komponenten. Sie "verschmelzen" noch nicht ganz. Aber sie ist schon nicht mehr "rein männlich" gedacht!
 
Karriere über alles
Betroffen machte  mich, welche herausragende Stelle die "Karriereplanung" der Physikerinnen auf dieser Tagung einnahm.

Bereits vor der Tagung waren alle Teilnehmerinnen per Rundmail informiert worden, daß die Möglichkeit besteht, sich kostenlos an einem psychologischen Test , eine "Persönlichkeitsanalyse" zu beteiligen, ein  Angebot einer der Sponsor-Firmen. Diese  Analyse wird als "individueller Wegweiser" für die berufliche Perspektive angeboten  und "hat einen durschnittlichen Marktwert von 200 Euro". Der Test selbst  wurde online durchgeführt. Auf der Tagung  gab es dann noch ein individuelles Auswertungsgespräch von etwa 30 Minuten für jede Teilnehmerin an dieser Analyse.

In einem Pausengespräch hörte ich von einer Teilnehmerin eine abfällige Bemerkung über diese und andere Firmen, die so aggressiv auf der Physikerinnentagung Werbung machen. Ja, es lag eine Menge von Werbematerial aus und im Foyer standen immer auch irgendwelche Info-Stände herum, bei denen man aufpassen mußte, nicht angequatscht zu werden.
 
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