| Der AKC und die Deutsche Physikalische Gesellschaft |
Der Arbeitskreis Chancengleichheit AKC ist ein Gremium der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und versteht sich als Interessenvertretung von Physikerinnen in Deutschland.
Auf der Website des AKC (der Seite des AKC auf der Website der DPG) kann man lesen: |
Den AKC erreicht man unter:
www.dpg-physik.de/ fachgremien/akc/
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| Ziele |
"Der Arbeitskreis Chancengleichheit (AKC) vertritt die Interessen von Physikerinnen in der DPG und in der Öffentlichkeit.
Ziele des AKC
- bessere Rahmenbedingungen und Strukturen für Frauen in der Physik
- Chancengleichheit für Physikerinnen und Physiker
- Mehr Physikerinnen in leitenden Positionen an Hochschulen und in der Industrie
- Förderung des weiblichen Nachwuchses in der Physik "
(der Website entnommen im Jahr 2006) |
bzw. man wird von der Adresse: www.physikerin.de dorthin geleitet
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| Im Hintergrund |
Wer nicht weiß, daß es ihn gibt, wird ihn auf der Seite der DPG nur sehr schwer finden. Erst wenn man die "Fachgremien" ansieht, dort auf das Kürzel AKC stößt und wissen möchte, welches "Fach" sich dahinter verbirgt (das "Frauenfach"?), wird man mehr über ihn erfahren. Wer ihn direkt sucht, sucht lange, ehe er ihn findet.
Frauen in der Physik sind - außer im Rahmen des AKC - in der DPG "geschlechtsneutral" im Begriff des "Physikers" aufgehoben und immer mit gemeint.
Fazit: Der AKC hat es nicht einmal geschafft, Frauen in der Physik auf der Website der DPG sichtbar zu machen.
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| Die Gründung |
"Seit vielen Jahren treffen sich die Physikerinnen Deutschlands und Umgebung nun schon mehr oder weniger regelmäßig.
Durch die Berliner Physikerinnen wurde dieses Treffen 1997 zur Tagung erklärt und eine Initiative gegründet, die diese Institution zu einem Bestandteil der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) machen sollte.
1998 fand diese Tagung in der Hansestadt Hamburg statt und am Ende dieser Tagung wurde dann tatsächlich durch den Vorsitzenden der DPG die Gründung des Arbeitskreises Chancengleichheit (AKC) bestätigt."
und
"Der Arbeitskreis Chancengleichheit ist ein Arbeitskreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und hatte November 1998 auf der Physikerinnentagung seine erste ordentliche Mitgliederversammlung." |
gefunden auf der Website der DPT 1999 in Heidelberg
(über das Archiv in www.physikerinnen
tagung.de |
| Mitgliedschaft im AKC und Arbeit des AKC |
Jede Physikerin, die Mitglied der DPG ist, kann auch im AKC mitarbeiten. Ich denke, daß der AKC eine sehr wichtige Arbeit leistet, vor allem für die Erhöhung der Attraktivität des Physikstudiums für junge Mädchen. |
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| Wer ist der "Hedwig-Kohn-Verein"? |
Es gibt einen "Hedwig-Kohn-Verein zur Förderung von Frauen und Mädchen in der Physik". Leider habe ich von ihm nichts weiter gefunden, keine selbständige Website, keine Infos über Mitglieder, Statut, Programm usw., so daß ich vermute, er ist nur ein "Unterverein" des AKC. |
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| Die Organisation des AKC |
Auf den jährlichen Physikerinnentagungen Anfang November finden immer auch AKC-Versammlungen, Wahlen usw. statt. Die Leitung des AKC obliegt einer "Kommission" mit einer Sprecherin.
Auf der AKC - Seite war über diese Kommision im Jahr 2007 zu lesen: |
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"Die Mitglieder des AKC wählen auf der Mitgliederversammlung eine Kommission bestehend aus zehn Personen (die alle Angehörige des AKC sind). Diese Kommission koordiniert die Aktivitäten des AKC.
Die Wahl findet jährlich statt. Die Amtszeit beträgt 2 Jahre, so daß jedes Jahr die Hälfte der Mitglieder neu gewählt wird."
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| Aktivitäten |
"Der AKC sammelt und bewertet Statistiken zu der Situation von Physikerinnen"
kann man z. B. als eine der Aktivititäten des AKC finden.
Es gibt Projekte, z. B. Umfragen
Eine schon etwas ältere trägt den Titel:
"Chancengleichheit von Physikerinnen und Physikern im Beruf?"
In der Einleitung des zu dieser Umfrage auf der Website vorgestellten Materials steht: |
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Umfrage zur Karriere von Physikerinnen
(1. Teil meiner Ausführungen) |
"Warum sind Physikerinnen so selten in Spitzenpositionen von Forschung und Wirtschaft zu finden? Sind ihre individuellen Entscheidungen der Grund oder arbeiten Physikerinnen vielleicht unter anderen beruflichen Bedingungen als Physiker? Initiiert vom Arbeitskreis Chancengleichheit der DPG wurde im Rahmen einer quantitativen Untersuchung überprüft, ob Physikerinnen und Physiker die gleichen beruflichen Chancen besitzen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Physik - ein traditionell von Männern dominiertes Fach mit einem Frauenanteil von bundesweit ca. 10% - von beruflicher Chancengleichheit weit entfernt ist." |
Da frage ich mich allerdings, ob diese Erkenntnis der Chancenungleichheit (das Wort wird weislich vermieden) erst durch die Studie gewonnen werden konnte.
(fette Hervorhebung von mir - B. K.) |
Einschub:
Mein Angebot zu dieser Fragestellung, warum Frauen so selten Spitzenpositionen belegen, ist: |
Der eigentliche Grund ist, daß Karrieredenken "typisch männlich" gedacht ist, während Frauen sich eher mit den Inhalten der Physik verbunden fühlen und daher eine einfache Forschungstätigkeit der zwar angeseheneren aber auch unangenehmeren (weil notwendig aggressiveren) Tätigkeit in einer Spitzenposition vorziehen.
Doch ich kann natürlich keine Umfrage darüber machen, ob diese meine Anfangshypothese zutrifft oder nicht. Ich kann nur anmerken,
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daß ich aus Materialien über Frauen-Berufs-Planung in anderen Berufen diesen Trend kenne,
- daß mir an der Physikerinnentagung 2007 auffiel, daß sehr viele der Themen bzw. Veranstaltungen sich mit der '"Karriereplanung" der Frauen befaßten.
Ich gebe zu bedenken: die "drei K" der Frauen (Kinder - Küche - Kirche) sehen offenbar bei Physikerinnen so aus: Karriere - Konkurrenz - Kampf.
Eine Lösung des Problems ist aus meiner Sicht nicht die krampfhafte Hatz auf "Spitzenpositionen", sondern zuerst die geistige Durchdringung der Physik mit dem in ihr heute noch so verpönten "weiblichen" Denkprinzip. | Eine ganz subjektive Randbemerkung:
Diese Karriereplanungs-Schulung für Frauen mag zum einen dem starken Konkurrenzdruck der Physikerinnen gegenüber ihren männlichen Kollegen geschuldet sein, zum anderen sehe ich darin ein "Trimmen der Frauen auf männliches Denken" . Eine weitere Assoziation stellt sich ein: in den Btrieben und Einrichungen der DDR, auch in den Unis, gab es sogenannte "Frauen-Förderungs-Pläne", die den Frauen ihre Karriere-Planung ( in Verbindung mit der Familienplanung!) erleichtern sollten. |
Umfrage zur Karriere von Physikerinnen
(Fortsetzung ) |
In dem Material kann man sehr interessante Feststellungen finden:
- "71% der berufstätigen Physikerinnen haben keine Kinder."
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"Physikerinnen erzielen seltener Spitzengehälter: 7% der Frauen, aber 38% der Männer der Altergruppe über 45 Jahre verdienen
mehr als 10 000DM monatlich brutto."
und
- "Für in der DDR aufgewachsene Frauen war Physik eine häufigere Berufswahl als für ihre bundesrepublikanischen Altersgenossinnen bei der Altergruppe über 45 Jahre ist ihr Anteil doppelt so hoch." |
(farbliche und fette Hervorhebungen durch mich - B. K.)
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| Die Konkurrenz anderer Fachrichtungen, in denen die Karriere für kluge Frauen u. U. leichter ist |
Nicht erwähnenswert war offenbar, wie viele der ausgebildeten Physikerinnen später überhaupt noch in diesem Beruf arbeiten - im Vergleich zu männlichen Physikern. Ich kann mir vorstellen, daß diese Zahl so erschreckend hoch ist, daß es besser ist, sie geheim zu halten. Sonst hat man noch weniger Chancen, kluge junge Frauen zu bewegen, Physik zu studieren. Die können sich u. U. in anderen Berufen eine bessere Karriere-Chance und "mehr" Chancengleichheit "ausrechnen". |
Aus meinem Studienjahrgang (Beginn 1970, TU Dresden) , in dem von 130 Studenten 24 weiblich waren, arbeiten noch ca. 5 in einer physik-wissenschaftlichen Tätigkeit. Von mindestens 10 von ihnen weiß ich, daß sie in ausbildungsfernen Bereichen arbeiten. |
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Nachtrag im Dezember 2008:
Der NuT e. V. plant einen neuen Band seiner Schriftenreihe zu diesem Thema. |
siehe NuT e.V. |
| Arbeitslose Physikerinnen |
Eine auch schon etwas ältere Studie des "Kompetenzzentrums Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie" (Bielefeld, www.kompetenzz.de) hat der AKC auf seinen Seiten veröffentlicht:
"Spezielles Informationsangebot zum Einsteinjahr 2005" ist sie überschrieben. Die Vergleichszahlen beziehen sich als jüngstes auf die Jahre 2002 / 2003.
Darin erfährt man, daß in diesen Jahren unter Physikerinnen, Physikingenieurinnen und Mathematikerinnen eine Arbeitslosenquote von mehr als 20 Prozent herrschte.
Herausgeber der Studie ist ein Verein "Frauen geben Technik neue Impulse e. V." , der offenbar in diesem Kompetenzzentrum angesiedelt ist bzw. es betreibt. |
Zum Vergleich:
Bei den Männern der gleichen Berufsgruppe lag sie bei etwa 10 Prozent. Auch das ist erschreckend hoch.
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| Ein Preise für Physikerinnen - oder ... |
Seit dem Jahr 2002 wird der Herta-Sponer-Preis jährlich auf der Frühjahrstagung der DPG an eine Physikerin verliehen. Er ist dotiert mit 3000 Euro.
Der AKC schreibt dazu auf seiner Website:
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"Der Hertha-Sponer-Preis wird alljährlich an eine Nachwuchswissenschaftlerin für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Physik vergeben. Der Preis soll vor allem jüngere Wissenschaftlerinnen durch öffentliche Auszeichnung ermutigen." |
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Nach einer Liste der bisherigen Preisträgerinnen folgt die Bemerkung : |
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| ... Physikerinnen für einen gewichtigen Preis? |
"Es wird ausdrücklich darum gebeten, Kandidatinnen vorzuschlagen oder Kolleginnen und Kollegen auf den Hertha-Sponer-Preis hinzuweisen, denn eine große Anzahl qualifizierter Bewerberinnen verleiht dem Preis Gewicht." |
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| Extrakt: |
Eine Sichtweise, in der es um "mehr oder weniger" Chancengleichheit geht, ist "typisch männlich-quantitativ" gedacht und widerspricht dem Begriff in sich: Chancengleichheit ist ein Begriff der "Kategorie der Art": entweder ist sie da oder nicht: ein bißchen Chancengleichheit gibt es genausowenig, wie es "ein bißchen schwanger" gibt. Beschönigende Umschreibungen wie "von der Chancengleichheit noch weit entfernt" oder - noch schlimmer - "Verbesserung der Chancengleichheit" statt der direkten Benennung als "Ungleichheit" und Ungerechtigkeit sind auffällig.
Da außerdem mit "Chancengleichheit" lediglich die gleiche Karrieremöglichkeit im Berufsleben gemeint ist, hat sich der AKC in meinen Augen immer weiter davon entfernt, eine wirkliche Interessenvertretung von Frauen in der Physik (die auch kritisch-inhaltliche Fragen und Fragen der Verantwortung des Wissenschaftlers in der heutigen Zeit öffentlich stellen muß) zu sein.
Das "typisch weibliche Denken" ist in der Arbeitsweise des AKC nicht widergespiegelt.
Ich sehe in ihm lediglich ein Werkzeug der Männer, die intelligentesten Frauen für einen Fachbereich zu "rekrutieren", in dem der Nachwuchs knapp wird. |
siehe z. B. das Thema von Sybille Krummacher auf der DPT 2001
TOTAL E-QUALITY -- Ein Konzept zur Verbesserung der Chancengleichheit in der Forschung.
und in
Themen DPT |